Guốc Mộc – traditionelle vietnamesische Holzclogs

Guốc Mộc – traditionelle vietnamesische Holzclogs

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 3. März 2021

Holzpantoffeln (Guoc Moc) sind ein Schuhwerk von großer symbolischer Bedeutung für die Vietnamesen.

Aufgrund des heißen, feuchten Klimas und der Arbeit in überschwemmten Reisfeldern oder beim Fischfang gingen die Menschen in Vietnam meist barfuß. Früher trugen Männer und Frauen auf dem Land an kalten Tagen Pantoffeln aus Bambuswurzeln, wenn sie Feste besuchten oder Freunde trafen. Zu Hause trugen sie Holzpantoffeln mit längs verlaufenden Riemen, die ihre Zehen schützten.

Die Geschichte der Holzpantoffeln

Alten chinesischen Schriften zufolge trug Ba Trieu, die Anführerin einer vietnamesischen Widerstandsbewegung, im dritten Jahrhundert ein Paar Pantoffeln aus Elfenbein. Bis zur Tran-Dynastie (1225-1400 n. Chr.) gingen die meisten Vietnamesen jedoch barfuß, wenngleich Holzpantoffeln bereits bekannt waren. Eine weitere volkstümliche Legende erzählt von einem Paar Steinpantoffeln, das eine Familie in Cao Bang im bergigen Norden Vietnams über Generationen hinweg weitergab.

Im südlichen Zentralvietnam fertigten die Menschen ihre Pantoffeln gewöhnlich selbst an. Bevorzugt wurden dicke Sohlen mit leicht nach oben gebogenen Spitzen. Die Riemen waren aus weichem Stoff geflochten und wurden durch ein Loch an der Vorderseite sowie zwei seitliche Löcher geführt. Da die Sohle vorne gebogen war, scheuerte der Knoten des vorderen Riemens nicht über den Boden. Die Sohlen der Frauenpantoffeln hatten die Form einer Sanduhr, während die als “Sampan-Pantoffeln” bekannten Modelle für Männer gerade Sohlen besaßen. Die aus weißem Holz gefertigten Pantoffeln aus Phu Yen blieben unlackiert. Modelle aus der zentralvietnamesischen Stadt Hue hingegen wurden häufig schwarz und braun bemalt und an der Seite der Sohle mit einem hellen Dreieck verziert. Bemalte Pantoffeln trugen ausschließlich wohlhabende Männer. In manchen Regionen wurden die Pantoffeln don genannt. Daher stammt die Redewendung “ein Fuß im Schuh, ein Fuß im don”, mit der man reiche Menschen bezeichnete, die sich gerne aufspielten.

Bis in die 1940er-Jahre begannen junge Schülerinnen und Schüler öffentlicher Schulen in der südlichen Provinz Ben Tre, Holzpantoffeln zu tragen. Vor der Augustrevolution von 1945 wurden die in Hue hergestellten Modelle “Hauptstadtpantoffeln” oder guoc kinh genannt. Ihre Sohlen bestanden aus Kokosnussschalen oder leichtem Holz, waren weiß und golden bemalt und mit bestickten Riemen versehen.

Herstellung der Holzpantoffeln Guoc Moc
Foto: gotrangtri.vn

In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden Holzpantoffeln aus dem Dorf Dong Do im Hanoier Bezirk Thanh Tri und aus Ke Giay in der Provinz Ha Tay zur Hang-Ga-Straße 12 oder in die Bach-Mai-Straße in Hanoi gebracht, wo man sie bemalte und verkaufte. Der Dichter To Huu berichtete, dass junge Frauen jener Zeit Holzpantoffeln als ausgesprochen romantisch empfanden:

Lange blieb das Klappern der Pantoffeln ungehört
                                                      Auf den von Bäumen gesäumten Straßen
                                                      Dann kommt der Frühling, die Äpfel fallen,
                                                      Und ich erinnere mich an den Klang deiner Zither.”

In den 1970er-Jahren wurden Kunststoffpantoffeln ebenso beliebt wie ihre hölzernen Vorbilder. Sie galten als modisch und bequem – und boten bisweilen noch einen ungewöhnlicheren Nutzen: Reisende bohrten mitunter Hohlräume in die Holzsohlen, um darin Gold oder Schmuck zu verstecken.

Von Ba Trieus Elfenbeinpantoffeln bis zu Modellen aus Bambus, Holz und Kunststoff hat dieses bescheidene Schuhwerk in Vietnam einen langen Weg zurückgelegt. Während unzählige vietnamesische Dichter den kegelförmigen Hut und die traditionelle Ao-Dai-Tunika besungen haben, stehen Holzpantoffeln häufig im Mittelpunkt von Rätseln: “Zwei Damen in farbenfrohen Kleidern. Jede trägt fünf Männer auf ihrem Rücken. Unterwegs plaudern und erzählen sie. Bleiben sie allein zu Hause, langweilen sie sich! Was ist das?” Natürlich lautet die Antwort: ein Paar Holzpantoffeln.

Zwei Boote, Seite an Seite und innig verbunden,
mit Drachenbug und Phönixheck.
Doppelte Reihen von Nägeln,
fünf junge Liebhaber trage ich auf jedem Boot,
zehn sind es im Paar.
Doch schämen solltest du dich, du Undankbarer!
Du nutzt mich und vergisst mich dann.
Was bin ich?”

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