Auf der traditionellen Festtafel zum Tet-Fest dürfen gemäß der vietnamesischen Kultur neben klassischen Speisen wie Bánh Chung, Hühnerfleisch und Frühlingsrollen auch verschiedene Sorten “Giò” nicht fehlen. Heute gehört “Giò” beinahe zum Alltag, und die Festtafel bietet immer mehr abwechslungsreiche und verlockende Gerichte. Dennoch bleibt diese köstliche Spezialität unverzichtbar …
Es gibt zahlreiche Varianten von “Giò”, darunter Giò lụa (feine Schweinefleischrolle), Giò bò (Rindfleischrolle), Giò bì (Schweinefleischrolle mit Schwarte), Giò mỡ (Rolle aus magerem und fettem Schweinefleisch) und Giò xào (gepresste Schweinefleischsülze). Jede Sorte besitzt ihren eigenen Geschmack. Besonders reizvoll wird “Giò” jedoch durch das Aroma der Bananenblätter, das sich in jedem Stück mit dem Duft der Fischsauce verbindet.
Beliebte vietnamesische Giò-Spezialitäten
1. Giò xào (gepresste Schweinefleischsülze)
Von allen “Giò”-Varianten lässt sich Giò xào am einfachsten zubereiten. Deshalb stellen viele Familien die Spezialität vor dem Tet-Fest selbst her. Zu den wichtigsten Zutaten gehören Schweineohren, Schnauze, Zunge und Backen sowie “Mộc nhĩ” (Judasohr-Pilze). Die Zutaten werden sorgfältig vorbereitet, kurz in heißem Wasser vorgegart, in feine Streifen geschnitten, mit Gewürzen und Pfeffer vermischt und anschließend angebraten.
Nach dem Einwickeln wird Giò xào im Kühlschrank aufbewahrt, damit sich die Zutaten zu einer festen Rolle verbinden. Eine gelungene Rolle ist sorgfältig gewickelt, weder zu trocken noch zu feucht und verströmt den aromatischen Duft der verwendeten Gewürze.
2. Giò bò (Rindfleischrolle)
Giò bò wird ähnlich wie Giò xào zubereitet. Häufig kommt etwas zusätzliches Fett hinzu, damit die Rolle saftig bleibt. Beim Anschneiden zeigt sie die für Rindfleisch typische zartrosa Farbe. Vor allem die angenehme Schärfe und der intensive Duft von Pfeffer verleihen Giò bò seinen unverwechselbaren Charakter.
3. Giò lụa (feine Schweinefleischrolle)
Für Giò lụa wird besonders mageres, hochwertiges und frisches Schweinefleisch ausgewählt. Es wird so lange zerstoßen, bis eine sehr feine Masse entsteht. Heute übernehmen meist Maschinen diese Arbeit, wodurch die Zubereitung schneller geht und weniger Kraft erfordert.
Nach traditioneller Art hergestelltes Giò lụa besitzt jedoch weiterhin ein besonderes Aroma, das sich deutlich von maschinell verarbeitetem Fleisch unterscheidet.
Bei der traditionellen Herstellung ist viel Kraft erforderlich, weshalb die Hersteller jedem einzelnen Arbeitsschritt besondere Aufmerksamkeit widmen. Auch die verwendete Fischsauce muss geschmacksintensiv und aromatisch sein. Beim Anschneiden sollte die Rolle elfenbeinweiß sein und an der Oberfläche kleine Poren aufweisen – ein sicheres Zeichen für gelungenes, köstliches Giò lụa!
4. Giò bì (Schweinefleischrolle mit Schwarte)
Giò bì ist eine lokale Spezialität aus Pho Xuoi in der Provinz Hung Yen. Dafür wird die rohe Fleischmasse von Giò lụa mit fein geschnittener Schweineschwarte vermischt und anschließend zu kleinen, etwa fingergroßen Rollen gewickelt. Für ein gelungenes Giò bì muss die Schwarte weiß und gründlich gereinigt sein. Nach dem Kochen wird sie in feine Streifen geschnitten und unter die rohe Fleischmasse gehoben. So erhält die Spezialität ihre angenehm knackige, bissfeste Konsistenz.
Wenn Sie in Vietnam unterwegs sind, sollten Sie diese “Giò”-Varianten unbedingt probieren. Den köstlichen Geschmack und den charakteristischen Duft dieser feinen Spezialitäten werden Sie so schnell nicht vergessen …
