Schaukelspiel –

Schaukelspiel – “Danh Du”

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 20. Februar 2020

“Danh Du” (Schaukelspiel) ist seit Jahrhunderten ein traditionelles Spiel auf vietnamesischen Dorffesten.

Besonders beliebt ist das Spiel im nördlichen Flussdelta, vor allem entlang des Duong-Flusses in der Provinz Bac Ninh. Auch in vielen Dörfern rund um Hanoi, darunter in der alten Hauptstadt Co Loa, werden zu den Frühlingsfesten Schaukeln errichtet.

In der “Vollständigen Chronik des Dai Viet” (“Dai Viet su ky toan thu”) heißt es: “Während der Ly-Dynastie kommen im Frühling oder im ersten Mondmonat Jungen und Mädchen zusammen und spielen dieses Spiel.” Die Dorfbewohner errichten die Schaukeln gewöhnlich auf einem trockenen, abgeernteten Reisfeld in der Nähe des Gemeinschaftshauses. Der Platz muss groß genug sein, damit die Zuschauer die Schaukel von allen vier Seiten umringen können.

Schaukeln und die damit verbundenen Spiele gibt es in zahlreichen Formen und Varianten. Die in Vietnam am weitesten verbreitete Ausführung besitzt jedoch keinen Sitz, sondern eine Plattform aus Holz. Ein oder zwei Personen stehen darauf und schwingen sich hoch in die Luft – mitunter mehrere Dutzend Meter –, bis ihre Körper beinahe parallel zum Boden liegen. Ihr Ziel ist ein Preis, der oben am Schaukelgerüst hängt.

Aufbau und Ausrüstung

Das Schaukelgerüst wird aus stabilem Bambus gefertigt. Auch die Griffe bestehen aus Bambus, der gerade und astfrei sein muss und sich gut mit der Hand umfassen lässt. Die Plattform der Schaukel muss so nah über dem Boden angebracht sein, dass die Spieler mühelos aufspringen können.

Für die Sicherheit ist die richtige Wahl des Bambus entscheidend: Junger Bambus ist zu schwach, während alter Bambus an Elastizität verliert und leicht bricht. Nach der Fertigstellung wird das Gerüst mit Papier versiegelt und von einem älteren Dorfbewohner sorgfältig geprüft. Entspricht es seinen Anforderungen, entfernt er das Siegel. Daraufhin wird eine Trommel geschlagen. Der Älteste legt beide Hände vor der Brust zusammen und verbeugt sich vor den Dorfbewohnern. Anschließend eröffnet er das Spiel im Namen der Gemeinschaft.

So wird das Schaukelspiel gespielt

Die Spieler kleiden sich festlich und gepflegt. Die Jungen tragen rote Schärpen, die Mädchen grünliche Schärpen über dem traditionellen vierteiligen Gewand (“Ao Tu Than”). Zudem binden sie Kopftücher um, damit sich ihr Haar beim Schaukeln nicht löst. Häufig schaukeln ein Junge und ein Mädchen gemeinsam.

Zunächst steigt das Paar auf die Plattform und stellt sich einander gegenüber. Beide stemmen die Füße gegen den Boden der Plattform und beugen die Knie. Allmählich setzt sich die Schaukel wie ein Pendel in Bewegung. Je kräftiger sie sich abstoßen, desto höher schwingt sie – wie die Dichterin Ho Xuan Huong im 19. Jahrhundert schrieb:

“Der Junge beugt die Knie
Das Mädchen krümmt den Rücken
Die vier roten Bahnen ihres Rocks fliegen durch die Luft
Zwei parallele Linien ausgestreckter Beine”

Am höchsten Punkt der Schaukelbewegung liegen die beiden beinahe übereinander. Die Menge jubelt. Sobald das Paar den Scheitelpunkt erreicht, streckt einer der beiden die Hand aus und versucht, den Preis zu ergreifen. Dies ist der schwierigste Teil des Spiels, denn beide müssen ruhig und geschickt bleiben und perfekt als Team zusammenarbeiten. Lassen sie den Preis fallen, haben sie verloren. Auch die Zuschauer fiebern mit und hoffen, dass das Paar den Preis als Lohn für die vielen Übungstage sicher zu Boden bringt. Wer leicht schwindelig wird, sollte bei dieser Variante des Schaukelns allerdings lieber nur zusehen!

Probieren Sie das Spiel doch einmal selbst aus – Sie werden sehen, wie viel Freude es macht …

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