Das Lithofon (Đàn Đá) – der besondere Klang des Zentralen Hochlands Vietnams

Das Lithofon (Đàn Đá) – der besondere Klang des Zentralen Hochlands Vietnams

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 23. Februar 2021

Das Lithofon, von den Einheimischen auch Steingong genannt, entwickelte sich bereits vor Tausenden von Jahren zu einem charakteristischen Musikinstrument im Zentralen Hochland Vietnams.

Was ist ein vietnamesisches Lithofon?

Das Lithofon, auch Đàn Đá genannt, ist ein Schlaginstrument aus Stein. Es besteht aus speziell ausgewählten Klangsteinen, die beim Anschlagen helle, nachhallende Töne erzeugen.

Das vietnamesische Lithofon besteht aus Steinplatten unterschiedlicher Größe und Form, die mit einfachen Techniken bearbeitet wurden. Die dafür verwendeten Steine kommen in den Bergregionen südlich Zentralvietnams und im Osten Südvietnams vor.

Wie klingt ein Lithofon?

Sein Klang ist bisweilen so tief wie der Wald und dann wieder so sanft wie ein plätschernder Bach. Kaum zu glauben, doch das Lithofon kann sogar die Gefühle und die seelische Verfassung der Musiker zum Ausdruck bringen.

Geschichte des Lithofons in Vietnam

Das Lithofon ist ein uraltes Musikinstrument. Ein Exemplar mit 11 Steinplatten wurde 1949 von dem Franzosen Georges Condominas in Dak Lak entdeckt.

Später wurden vier weitere Lithofone in Song Be und Khanh Hoa entdeckt. Forschungen zufolge entstanden Lithofone bereits vor 4,000 bis 10,000 Jahren. Bis Ende der 1980er-Jahre waren in den Provinzen Dak Lak, Khanh Hoa, Dong Nai, Ninh Thuan, Binh Phuoc, Lam Dong und Phu Yen insgesamt 200 Steinplatten von Lithofonen gefunden worden.

Jedes Instrument besteht aus drei bis 15 Klangplatten. Das älteste erhaltene Exemplar wurde 1949 erstmals in Ndut Lieng Krak in der Provinz Dak Lak entdeckt und wird heute in einem französischen Museum aufbewahrt. Die meisten anderen Instrumente sind in ganz Vietnam ausgestellt. Ihr Material stammt aus einem nahe gelegenen Steinbruch, dessen Gestein aus versteinertem Holz besteht. Die Platten wurden durch Abschlagen geformt und auf eine vollkommene pentatonische Tonleiter gestimmt. Noch heute lassen sie sich mit Holzschlägeln spielen und erinnern im Klang an ein uraltes Marimbafon aus Stein.

Für einige ethnische Gruppen in Tây Nguyên, dem Zentralen Hochland, sind die Steinplatten heilig. Sie werden als Familienschätze gehütet und bei großen Zeremonien zu Ehren der Götter gespielt. Andere Gemeinschaften verwenden die Platten für Vorrichtungen zum Schutz ihrer Felder.

Lauschen Sie einmal ganz aufmerksam dem Klang eines vietnamesischen Lithofons. Sie werden hören, wie außergewöhnlich und eindrucksvoll dieses Instrument klingt.

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