“Mit dem Tod endet alles”, besagt ein vietnamesisches Sprichwort. Es bringt zum Ausdruck, dass Trauerzeremonien mit größter Würde und Feierlichkeit ausgerichtet werden müssen.
Früher verlief eine Trauerzeremonie nach festen Ritualen: Der Leichnam wurde gewaschen und angekleidet, ein Essstäbchen zwischen die Zähne gelegt und anschließend eine Prise Reis sowie drei Münzen in den Mund gegeben.
Der Leichnam wurde auf eine am Boden ausgebreitete Grasmatte gelegt, in ein weißes Tuch gehüllt und in einen Sarg gebettet. Danach begann die eigentliche Trauerzeremonie. Der Sarg wurde beigesetzt und das Grab verschlossen. Nach drei Trauertagen kehrte die Familie jedoch zur Grabstätte zurück und öffnete das Grab für eine Gedenkzeremonie. Nach 49 Tagen endete der Brauch, dem Verstorbenen Reis auf dem Altar darzubringen. Nach 100 Tagen beging die Familie schließlich das “Tot Khoc”, das Ende der Tränen.
Nach einem Jahr fand eine Zeremonie zum ersten Todestag des Angehörigen statt; nach zwei Jahren wurde das Ende der Trauerzeit feierlich begangen.
Heute folgen Trauerzeremonien vereinfachten Ritualen. Dazu gehören das Bedecken und Einsargen des Leichnams, der Trauerzug, die Beisetzung des Sarges und spätere Besuche am Grab. Die Angehörigen des Verstorbenen tragen einen weißen Turban oder eine schwarze Trauerbinde.
