Der Kulturraum der Gongs im zentralen Hochland Vietnams

Der Kulturraum der Gongs im zentralen Hochland Vietnams

Die Bedeutung des Kulturraums der Gongs

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 22. Februar 2021

Der Kulturraum der Gongs im zentralen Hochland Vietnams ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und gilt als wertvolles Erbe der Menschheit.

Die besonderen Werte des Kulturraums der Gongs im zentralen Hochland – eines bedeutenden Bestandteils des vietnamesischen Kulturerbes – werden von der internationalen Gemeinschaft anerkannt.

Am 25. November 2005 erklärte die UNESCO den “Kulturraum der Gongs im zentralen Hochland” Vietnams zu einem “Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit”.

Traditionelle Werte der Gongkultur im zentralen Hochland

Im gesamten zentralen Hochland Vietnams sind Gongensembles fester Bestandteil zahlreicher Zeremonien und eng mit dem Alltag der Gemeinschaften sowie dem Wechsel der Jahreszeiten verbunden. Die 25 bis 80 Zentimeter großen Instrumente werden sowohl von Männern als auch von Frauen gespielt.

Der Kulturraum der Gongs in Zentralvietnam umfasst ursprüngliche Musikformen, die vor dem Hintergrund der sprachlichen und ethnischen Vielfalt der Region aufgeführt werden. Diese Vielfalt zeigt sich auch in den Kompositionen und Bräuchen der Gongensembles, ihren Spieltechniken, den musikalischen Gattungen und den rituellen Funktionen der Gongs.

Unter den Musikinstrumenten Vietnams nehmen Gongs aufgrund ihres außergewöhnlichen Wertes eine besondere Stellung ein. Sie gelten als eine eigene Sprache, die den Menschen mit der übernatürlichen Welt verbindet. Die Gongs werden aus einer Legierung aus Bronze und Silber gefertigt und zeichnen sich durch charakteristische Merkmale aus. Die im zentralen Hochland Vietnams lebenden Völker besitzen zahlreiche Gongsets, die je nach Gemeinschaft unterschiedlich gespielt werden. Ein solches Set besteht aus zwei bis zwanzig Gongs.

Kultureller Wert – das Lächeln von Kindern einer ethnischen Gemeinschaft mit einem Gong
Foto: zing.vn

Kultureller Wert

Der herausragende Wert der Gongkultur liegt in ihrer meisterhaften menschlichen Schöpferkraft. Ihre Träger sind die ethnischen Gemeinschaften des zentralen Hochlands. Obwohl sie die Gongs nicht selbst gießen, verwandeln sie diese mit ihrem feinen Gehör und ausgeprägten musikalischen Gespür in außergewöhnliche Instrumente. In den Händen talentierter Volkskünstler übernimmt jeder Gong die Funktion einer einzelnen Note im Ensemble, sodass vielfältige Gongkompositionen entstehen.

Für die ethnischen Minderheiten des zentralen Hochlands sind Gongs und die Gongkultur ein Ausdruck der Gemeinschaft und ihrer kulturellen Identität. Im Laufe der Zeit sind die Gongs zu einem faszinierenden Symbol für die Kultur des zentralen Hochlands geworden. Sie begleiten das kulturelle und spirituelle Leben sowie die Glaubensvorstellungen der Menschen – von der Geburt über das Erwachsenwerden bis zu ihrer Rückkehr zur Erde.

Bräuche der Gongkultur im zentralen Hochland

Die Gongs des zentralen Hochlands blicken auf eine lange Geschichte und tief verwurzelte kulturelle Traditionen zurück. Schon früher verstanden es die Gemeinschaften der Region, sie zu spielen. Mal tief, mal kraftvoll verschmilzt ihr bewegender Klang mit dem Rauschen der Bäche, dem Wind und den Empfindungen der Menschen – im Einklang mit Himmel, Erde und den Bewohnern des zentralen Hochlands.
Jede ethnische Minderheit stellt ihr Ensemble jedoch anders zusammen. Am Klang der Gongs können die Menschen im zentralen Hochland erkennen, welche Volksgruppe gerade spielt.
Bei den meisten ethnischen Gruppen des zentralen Hochlands werden die Gongs von Männern gespielt. Nur in wenigen Gemeinschaften übernehmen Frauen diese Aufgabe.

Bildbeschreibung des Hintergrundmotivs 

An einem hellen, sonnigen Tag spielt eine Gruppe von Männern im Freien auf braunen Gongs. Nur fünf der sieben Männer sind deutlich zu erkennen. Sie stehen in einem Halbkreis und blicken zur linken Bildseite. Ihre Gesichtsausdrücke wirken ruhig. Jeder Mann hält den Gong in der rechten Hand und schlägt ihn mit einem kurzen, dicken Holzschlägel in der linken Hand an. Auf allen Gongs befinden sich weiße Schriftzeichen. Die Männer tragen die gleiche Tracht: ein dunkelblaues, langärmeliges Hemd mit mehrfarbigen Ärmelbündchen sowie einen quadratischen roten Stoffbesatz mit goldenen Knöpfen auf der Vorderseite. Einige tragen Mützen. Der erste Mann von links trägt eine gelbe Mütze, der zweite von rechts eine blaue. Im Hintergrund ist ein Wald zu sehen; durch das dichte Blätterdach schimmert der blaue Himmel. Vom unbefestigten Boden steigt Rauch spiralförmig auf. Ganz links im Bild ist der Eingang einer Hütte zu erkennen.

Gemeinsam mit den Epen, dem reichen Schatz der Folklore, der Volksbildhauerei und dem überlieferten Wissen bilden die Gongs des zentralen Hochlands ein einzigartiges Kulturerbe, das seit über tausend Jahren untrennbar mit dem Leben seiner Bewohner verbunden ist.

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