Mitten im ruhigen See erhebt sich auf einer kleinen Insel der eindrucksvolle Ngoc-Son-Tempel. Gemeinsam mit den umliegenden Bauwerken bildet dieses Heiligtum ein historisches Ensemble, auf das die Menschen in Hanoi seit Jahrhunderten stolz sind.
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 8:00 - 18:00 Uhr
Eintritt:
• 30,000 VND pro Erwachsenem;
• 15,000 VND pro Studierendem (Studierendenausweis erforderlich);
• Kostenlos für Kinder unter 15 Jahren
Inhalt
I. Die Legende des Ngoc-Son-Tempels
Der Ngoc-Son-Tempel (Jadebergtempel) wurde im 19. Jahrhundert zu Ehren von Tran Hung Dao errichtet, dem bedeutendsten Heerführer der Tran-Dynastie. Dank seines militärischen Geschicks führte Tran Hung Dao die vietnamesische Armee im 13. Jahrhundert zu mehreren Siegen über die Yuan-Dynastie.
Der Tempel ist außerdem Van Xuong De Quan gewidmet, dem Gott des Wohlstands in der alten chinesischen Kultur und der taoistischen Philosophie.
Ursprünglich trug die Sehenswürdigkeit den Namen “Ngoc-Son-Pagode”. In der vietnamesischen Kultur dienen Pagoden jedoch der buddhistischen Glaubenspraxis, während Tempel der Verehrung historischer Persönlichkeiten gewidmet sind. Deshalb wurde der Name schon bald nach der Errichtung in “Ngoc-Son-Tempel” geändert.
Im Jahr 1865 wurde der Tempel unter der Leitung von Nguyen Van Sieu, einem angesehenen Gelehrten der Nguyen-Dynastie, umfassend restauriert. In dieser Zeit entstanden auch die The-Huc-Brücke (Brücke des Morgenlichts), Tran Ba Dinh (Pavillon zur Abwehr der Wellen), But Thap (Pinselturm) und Dai Nghien (Tuschestein). Gemeinsam bilden sie ein bemerkenswertes historisches Ensemble, das die spirituelle Welt der 1000 Jahre alten Hauptstadt widerspiegelt.
II. Höhepunkte und Besonderheiten des Ngoc-Son-Tempels
Es ist keineswegs übertrieben, den Ngoc-Son-Tempel und seine umliegenden Bauwerke als architektonisches Wahrzeichen Hanois zu bezeichnen. Jeder Teil der Anlage besitzt seinen eigenen Reiz und seine eigene Bedeutung. Zusammen fügen sie sich zu einem harmonischen Gesamtbild.
Um die außergewöhnliche Schönheit der Anlage vollständig zu erleben, beginnen Sie Ihren Rundgang mit der Überquerung der The-Huc-Brücke. Anschließend führt der Weg an mehreren Bauwerken vorbei bis zum Ngoc-Son-Tempel.
1. Der Pinselturm und der Tuschestein
Noch bevor Sie die The-Huc-Brücke betreten, ziehen der Pinselturm und der Tuschestein Ihre Aufmerksamkeit auf sich. Diese eindrucksvollen Steindenkmäler gehen auf Nguyen Van Sieu zurück.
Der Turm gleicht einem Pinsel, dessen Spitze zum Himmel weist, und steht auf einem Felsenhügel, der die Erde symbolisiert. Seine Bedeutung bringen die drei Worte “Ta Thanh Thien” zum Ausdruck – “In den blauen Himmel schreiben” –, die auf einer Steinplatte neben dem Turm eingraviert sind.
Schon unsere Vorfahren hegten außergewöhnliche Träume, die sich nur durch ein Schreiben in den Himmel ausdrücken ließen. Doch keiner dieser Träume erscheint unerreichbar, solange man festen Boden unter den Füßen hat.
2. Die The-Huc-Brücke, Dac Nguyet Lau und Tran Ba Dinh
Um die Insel mit dem Ngoc-Son-Tempel zu erreichen, überqueren Sie die The-Huc-Brücke. Mit ihrem leuchtenden Rot und ihrer buddhistisch geprägten Architektur ist die Holzbrücke ein echter Blickfang. Sie symbolisiert die ersten Strahlen der Morgensonne, die den Bewohnern der Stadt Hoffnung, Glück und Freude bringen sollen.
Nach der Überquerung der The-Huc-Brücke gelangen Sie zum Dac Nguyet Lau, dem “Pavillon zur Betrachtung des Mondes”, der das Eingangstor zum Ngoc-Son-Tempel bildet. Auf der linken Seite des Tores ist eine Schildkröte eingraviert, die für Langlebigkeit und Beständigkeit steht. Auf der anderen Seite symbolisiert ein Drache Stärke und Macht.
Wenige Schritte weiter erreichen Sie Tran Ba Dinh, den “Pavillon zur Abwehr der Wellen”. Sein kunstvoller Entwurf steht für weit mehr als den Schutz vor Naturkatastrophen: Der Pavillon mahnt dazu, die kulturelle Identität trotz fremder Einflüsse zu bewahren – eine wertvolle Lehre aus dem langen Kampf um die Unabhängigkeit.
3. Der Ngoc-Son-Tempel
Biegen Sie bei Tran Ba Dinh links ab, erreichen Sie den Ngoc-Son-Tempel, die letzte Station Ihres Rundgangs. Der Tempel besteht aus zwei Hauptbereichen; im Inneren werden Tran Hung Dao und Van Xuong De Quan verehrt.
Die Statue von Tran Hung Dao steht auf einem 1 Meter hohen Sockel und zeigt den majestätischen Heerführer mit seinen Höflingen. Die Statue von Van Xuong De Quan stellt hingegen einen besonnenen Philosophen dar, der über ein umfassendes Wissen über die Menschheit verfügt.
Die dritte Statue zeigt Amitabha, einen heiligen Buddha nach der Lehre des Mahayana-Buddhismus. Die drei Skulpturen zeugen von der religiösen Vielfalt Vietnams. Seit vielen Jahren bestehen diese Glaubensrichtungen friedlich nebeneinander und tragen zur Einheit und zum Wohlstand des Landes bei.
III. Was können Sie rund um den Ngoc-Son-Tempel unternehmen?
Ein Besuch des Ngoc-Son-Tempels lässt sich wunderbar mit weiteren Sehenswürdigkeiten in Hanoi verbinden. Die folgenden Orte sind nur wenige Gehminuten entfernt und vermitteln Ihnen einen besonders authentischen Eindruck von Hanoi.
1. Die Fußgängerzone am Hoan-Kiem-See
Die 2016 eingerichtete Fußgängerzone am Hoan-Kiem-See ist Teil eines Programms zur touristischen Entwicklung Hanois. Jede Woche sind die Straßen rund um den Hoan-Kiem-See von Freitag, 19 Uhr, bis Sonntag, 24 Uhr, für Fahrzeuge aller Art gesperrt und gehören ganz den Fußgängern.
In der Fußgängerzone am Hoan-Kiem-See gibt es viel zu erleben: Schauen Sie talentierten Straßenkünstlern zu, machen Sie bei traditionellen Spielen mit oder probieren Sie die lokalen Köstlichkeiten der Straßenstände.
Es ist leicht zu verstehen, warum die Fußgängerzone am Hoan-Kiem-See bei Einheimischen und Zugezogenen gleichermaßen beliebt ist. Kaum ein anderer Ort in der modernen Stadt bringt Ihnen die vietnamesische Kultur so unmittelbar näher und lässt zugleich die Sorgen anstrengender Arbeitstage vergessen.
Lage: 16 Straßen rund um den Hoan-Kiem-See
Öffnungszeiten: Freitag, 19:00 Uhr – Sonntag, 24:00 Uhr (für Fahrzeuge gesperrt)
2. Der Ly-Thai-To-Garten
Nur etwa 1 Kilometer vom Ngoc-Son-Tempel entfernt zieht im Ly-Thai-To-Garten eine eindrucksvolle, 10 Meter hohe Bronzestatue von König Ly Thai To alle Blicke auf sich. Als erster Kaiser der Ly-Dynastie verlegte er die Hauptstadt von Ninh Binh, damals bekannt als die alte Zitadelle Hoa Lu, nach Hanoi, das seinerzeit Dai La hieß, und gab der Stadt den Namen “Zitadelle Thang Long”.
Unter der Herrschaft des Königs und seiner Nachkommen entwickelte sich Dai La zu einer wohlhabenden Stadt sowie zu einem politischen und kulturellen Zentrum. Dieses Erbe erfüllt die Menschen noch viele Generationen später mit besonderem Stolz.
Den Ly-Thai-To-Garten können Sie zu jeder Tageszeit besuchen, denn auf dem weitläufigen Platz ist stets etwas los. Junge Menschen in modischer Kleidung üben Hip-Hop-Schritte, während ältere Bewohner fröhlich zu Melodien aus den 80er-Jahren tanzen. So unterschiedlich sie auch wirken mögen, sie alle verbindet ihre Zuneigung zu dieser liebenswerten Stadt.
Adresse: Dinh-Tien-Hoang-Straße, Bezirk Hoan Kiem, Hanoi
3. Das Thang-Long-Wasserpuppentheater
Das Wasserpuppentheater ist eine einzigartige traditionelle Kunstform Vietnams, deren Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Es entstand im Delta des Roten Flusses im Norden Vietnams und diente den Bauern während der Überschwemmungszeit zur Unterhaltung. Wenn die Reisfelder unter Wasser standen, standen die Puppenspieler bis zur Hüfte im Wasser und bewegten die Holzfiguren mithilfe von Bambusstäben, die unter der Wasseroberfläche verborgen blieben.
Keine Ergebnisse
Heute stehen die Künstler hinter einer Bambusmatte und erwecken mit ihren Puppen vietnamesische Legenden und Alltagsszenen zum Leben. Bei einer Vorstellung im Thang-Long-Wasserpuppentheater kommt keine Langeweile auf. Das Zusammenspiel von Farben, Musik und vertrauten Szenen aus dem vietnamesischen Alltag hinterlässt bleibende Eindrücke.
Adresse: 57B, Dinh-Tien-Hoang-Straße, Bezirk Hoan Kiem, Hanoi
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 15:00 – 20:00 Uhr (5 Vorstellungen täglich)
Telefon: 024 3824 9494 – 024 3825 5450
Website: http://thanglongwaterpuppet.org/en/
IV. Tipps für Ihren Besuch des Ngoc-Son-Tempels
- Anreise zum Tempel
Der Ngoc-Son-Tempel ist leicht zu erreichen, da die meisten Fahrzeuge im Bereich des Hoan-Kiem-Sees zugelassen sind. Wenn Sie mit einem eigenen Fahrzeug anreisen, finden Sie Parkmöglichkeiten ganz in der Nähe. - Eintrittskarten
Der Eintritt wird am Dac Nguyet Lau, dem “Pavillon zur Betrachtung des Mondes”, erhoben, nachdem Sie die The-Huc-Brücke überquert haben. Denken Sie daran, Bargeld mitzubringen, da Kreditkarten nicht akzeptiert werden. - Respektvolles Verhalten in den Gebetsbereichen
Beachten Sie beim Betreten der heiligen Bereiche die geltenden Regeln: Tragen Sie keine ärmellosen Oberteile oder kurzen Röcke, nehmen Sie Kopfbedeckungen und Schuhe ab und sprechen oder lachen Sie nicht zu laut.
Hanoi ist eine aufstrebende Stadt, geprägt von Wachstum und neuen Ideen. Wenn Sie die kulturellen und ästhetischen Werte verstehen möchten, die Hanoi geformt haben, ist der Ngoc-Son-Tempel einer der besten Orte dafür. Noch mehr eindrucksvolle Erlebnisse in Hanoi bieten Ihnen diese Kulturtouren:
>>> Hanois Legenden auf einer Stadttour entdecken
>>> Halbtägige Fahrradtour zu den kulturellen Schätzen Hanois
