Nur 5 Minuten vom Hilton Hanoi Opera Hotel entfernt, ist das Hoa-Lo-Gefängnis unbedingt einen Besuch wert.
Das Hoa-Lo-Gefängnis, auch als Maison Centrale bekannt, liegt im Zentrum der vietnamesischen Hauptstadt. Berüchtigt für seine unmenschlichen Haftbedingungen und grausamen Strafen, steht es heute sinnbildlich für die Willenskraft der Gefangenen und ihre Opferbereitschaft für ihre kommunistischen Ideale.
Öffnungszeiten: täglich von 8h00 bis 17h00, ausgenommen besondere Feiertage.
Eintritt: VND 30,000 pro Person.
Inhalt
I. Geschichte des Hoa-Lo-Gefängnisses
Das Hoa-Lo-Gefängnis, heute als historische Gedenkstätte Hoa Lo bekannt, befindet sich in der Hoa Lo Street 1 in Hanoi. Früher lag hier ein Dorf, dessen Bewohner verschiedene Tongefäße und tragbare Lehmöfen herstellten. Daher erhielt der Ort den Namen Hoa Lo – auf Vietnamesisch bedeutet dies “Feuerofen aus Lehm”.
1. Entstehung und Entwicklung
Das Hoa-Lo-Gefängnis, heute offiziell als historische Gedenkstätte Hoa Lo ausgewiesen, befindet sich in der Hoa Lo Street 1 in Hanoi. Sein Name geht auf das Dorf zurück, das ursprünglich an dieser Stelle lag und für sein Töpferhandwerk bekannt war, insbesondere für die Herstellung von Kochgefäßen und tragbaren Öfen. Der vietnamesische Begriff “Hoa Lo” bedeutet “Feuerofen aus Lehm”.
2. Bau während der Kolonialzeit
Die französische Kolonialverwaltung begann 1896 mit dem Bau und gab der Anlage offiziell den Namen “Zentralgefängnis”. Sie erstreckte sich über 12,908 Quadratmeter auf dem ehemaligen Gebiet des Dorfes Phu Khanh und schloss angrenzende Straßen ein.
Chronologische Entwicklung
- 1896-1899: Erste Bauphase
- 1912: Eingliederung einer Haftanstalt für Jugendliche
- 1917: Modernisierung der Infrastruktur
- 1945: Ausbau der Befestigungsanlagen
- 1954: Umbenennung in Haftanstalt Hanoi
- 1964-1973: Nutzung zur Inhaftierung von Kriegsgefangenen
- 1993: Teilweiser Umbau für eine kommerzielle Nutzung
- 1997: Offizielle Ausweisung als historisches Denkmal
II. Architektur und Aufbau des Hoa-Lo-Gefängnisses
Der Komplex des Hoa-Lo-Gefängnisses erstreckte sich über mehr als 12,000 Quadratmeter und umfasste mehrere Bereiche mit unterschiedlichen Funktionen:
Das Gefängnisgelände war von einer 4 Meter hohen und 0.5 Meter dicken Steinmauer mit einem Hochspannungs-Sicherheitssystem umgeben. Entlang der Innenseite verlief ein 3 Meter breiter Patrouillenweg. Wachtürme an allen vier Ecken ermöglichten die lückenlose Überwachung der Innen- und Außenbereiche. Sämtliche Sicherheitsvorrichtungen, darunter Eisentüren und Schließmechanismen, wurden aus Frankreich importiert.
Am Haupteingang stand ein zweigeschossiges Gebäude mit Rundbogenarchitektur. Das Gefängnis verfügte über ein doppeltes Eisentorsystem sowie mehrere Sicherheitskontrollen zwischen den einzelnen Bereichen, wodurch Fluchtversuche erheblich erschwert wurden.
Zu den wichtigsten Einrichtungen gehörten:
- Verwaltungsgebäude für das Wachpersonal
- Krankenstation
- Sieben Haftblöcke
- Werkstätten zur Eisen-, Textil- und Lederverarbeitung
- Vier Hochsicherheitszellen
Im Inneren führten schmale, nur schwach beleuchtete Gänge zu den Haftbereichen. Diese waren durch 4 Meter hohe, verstärkte Türen mit komplexen eisernen Schließsystemen gesichert. Die Gefangenen wurden mit Ketten an Betonpritschen fixiert; durch kleine Fensteröffnungen drang kaum Licht.
III. Höhepunkte des Hoa-Lo-Gefängnisses
Die Guillotine ist das berüchtigtste Exponat des Gefängnisses. Sie war 2-4 Meter hoch und bestand aus Holzstützen, die einen großen Klingenmechanismus hielten. Darunter bildeten halbkreisförmige Bretter einen geschlossenen Kreis, um die sterblichen Überreste der Hingerichteten aufzufangen.
Der Cachot galt als härtester Haftbereich und war Gefangenen vorbehalten, die als gefährlich oder aufsässig eingestuft wurden. Extreme Dunkelheit, beengte Räume und eine mangelhafte Belüftung prägten diesen Teil des Gefängnisses. Die Haft im Cachot führte bei vielen Gefangenen zu schweren körperlichen und psychischen Schäden.
IV. Was gibt es im Museum des Hoa-Lo-Gefängnisses zu sehen und zu erleben?
Sie können fotografieren und sich in den kleinen Zellen mit einer Größe von 1.8 m x 1.8 m ein Bild vom Leben der Inhaftierten machen. Die Fenster blieben stets geschlossen, und das Gefängnis war ständig überfüllt. Zu sehen sind erschreckende eiserne Fußfesseln sowie zahlreiche Gegenstände und Fotografien von Gefangenen, die angekettet waren und weder aufstehen noch sich frei bewegen konnten.
Die Gefangenen litten häufig Hunger, wurden gefoltert, geschlagen und isoliert. Die Ausstellung vermittelt Ihnen einen Eindruck vom unbeugsamen Geist der vietnamesischen Revolutionäre sowie von der humanitären Behandlungspolitik Vietnams gegenüber gefangenen amerikanischen Piloten während des Vietnamkriegs.
Darüber hinaus ist die Anlage ein Beispiel für die französische Architektur des 19. Jahrhunderts. Nehmen Sie sich Zeit für Fotos und betrachten Sie die charakteristischen baulichen Details.
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V. Anreise zum Hoa-Lo-Gefängnis
Das Hoa-Lo-Gefängnis zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt und ist leicht mit dem Taxi, öffentlichen Bus, Motorrad oder Fahrrad zu erreichen.
Das Gefängnis liegt an der Ecke der Hai Ba Trung Street, südlich des Hoan-Kiem-Sees. Mit dem Motorrad dauert die rund 5 km lange Fahrt vom See etwa 15 Minuten.
VI. Tipps für Ihren Besuch im Hoa-Lo-Gefängnis
Wichtige Verhaltensregeln für Ihren Besuch:
- Beachten Sie die Sicherheits- und Brandschutzvorschriften
- Geben Sie Ihr Gepäck in den dafür vorgesehenen Aufbewahrungsbereichen ab
- Schützen Sie die historischen Exponate – berühren oder bewegen Sie diese nicht
- Verhalten Sie sich in den Gedenkbereichen respektvoll
- Zünden Sie Räucherstäbchen ausschließlich in den dafür ausgewiesenen Bereichen an
Das Hoa-Lo-Gefängnis wird heute nicht mehr als Haftanstalt genutzt. Bei einem Besuch erhalten Sie jedoch einen eindringlichen Einblick in den Patriotismus der Gefangenen, die grausamen Strafen in diesem “Gefängnis der Hölle” und die einzigartige Architektur der Anlage.
