Das Vietnamesische Frauenmuseum in Hanoi würdigt die Frauen Vietnams, die die Hälfte der Bevölkerung ausmachen und sowohl in ihren Familien als auch in der Gesellschaft eine unersetzliche Rolle spielen. Mit umfassenden Ausstellungen und bewegenden Geschichten ehrt Vietnam ihren Mut, ihre Herzlichkeit und ihr reiches kulturelles Erbe.
Öffnungszeiten: 8 a.m- 5 p.m
Eintritt: 40,000 VND/Erwachsener und 10,000 VND/Kinder unter 16 Jahren
Website: https://baotangphunu.org.vn/en/home/
Inhalt
I. Geschichte des Vietnamesischen Frauenmuseums
Das Vietnamesische Frauenmuseum wurde 1987 gegründet, um das Wissen über die Frauen Vietnams in der Öffentlichkeit zu fördern und sich für die Gleichstellung der Geschlechter in Vietnam einzusetzen. Betrieben wird es von der Vietnamesischen Frauenunion, die als eine der dynamischsten Organisationen des Landes gilt.
Seit seiner vollständigen Eröffnung im Jahr 1995 präsentiert das Museum erfolgreich 25,000 Artefakte, Fotografien und Exponate zum heutigen Leben vietnamesischer Frauen und zu ihren kulturellen Bräuchen. Darüber hinaus zeigt es zahlreiche Sonderausstellungen, etwa zum Ao Dai, dem traditionellen Gewand vietnamesischer Frauen, sowie Kunstwerke über ethnische Minderheiten.
II. Höhepunkte des Vietnamesischen Frauenmuseums
1. Die Architektur
Sobald Sie die Ly Thuong Kiet Street erreichen, fällt Ihnen die farbenfrohe Glasfassade des Gebäudes ins Auge. Besonders eindrucksvoll ist, wie das Licht zu verschiedenen Tageszeiten durch die bunten Glaspaneele fällt. Die außergewöhnliche, moderne Architektur stimmt Sie bereits auf eine besondere kulturelle Entdeckungsreise ein.
Anders als bei vielen Gebäuden, deren Eingang von einem großen Tor geprägt ist, beginnt das Besuchserlebnis hier bereits im Innenhof. Ein genauerer Blick lohnt sich: Die Gestaltung des Gebäudes verbindet charakteristische Elemente vietnamesischer Architektur mit moderner Kunst.
2. Erdgeschoss: Ein symbolischer Auftakt
Die Statue von Mutter und Kind bildet den Mittelpunkt des Erdgeschosses und beeindruckt die Besucher immer wieder. Sie verkörpert das Wesen vietnamesischer Mutterschaft: Stärke, zärtliche Zuneigung und Treue.
Wenn Sie zur Decke blicken, entdecken Sie zahlreiche herabhängende Kegelhüte. Diese traditionellen Hüte sind für ihre vielfältigen praktischen Funktionen in der Landwirtschaft bekannt. Zugleich gelten sie als typisch weibliches Accessoire des ländlichen Vietnams und harmonieren besonders schön mit dem Ao Dai.
Im seitlich gelegenen Souvenirgeschäft finden Sie typische Erinnerungsstücke wie Ao Dai und Kegelhüte, die Sie als Geschenk oder dekorative Erinnerung an Vietnam mit nach Hause nehmen können.
3. Zweite Etage: Lebensphasen und familiäre Rollen
Die zweite Etage erzählt vom Lebensweg einer vietnamesischen Frau – von der Kindheit über die Heirat bis hin zur Mutterschaft. Ein altes Sprichwort lautet: “Männer bauen das Haus, Frauen machen es zum Zuhause.” Es beschreibt die traditionelle Rolle der Frau, die dem Heim mit bedingungsloser Liebe und Fürsorge Wärme schenkt.
Besonders berührend ist der Bereich über Mutterschaft. Sie erhalten Einblicke in alle Phasen – von kulturell geprägten Geburtsritualen bis zu den Herausforderungen, vor denen Eltern heute stehen. Eine Installation zeigt verschiedene Babytragen ethnischer Gruppen und veranschaulicht damit sowohl mütterliche Zuneigung als auch Einfallsreichtum.
4. Dritte Etage: Historisches Vermächtnis
Die dritte Etage steht ganz im Zeichen des Themas “Frauen in der Geschichte”. Geschichtsinteressierte können hier tiefer in die Rolle der Frauen in einem Land eintauchen, dessen Geschichte über lange Zeit von Kriegen geprägt war.
Vietnamesische Frauen bewährten sich dabei nicht nur als Mütter und Ehefrauen, sondern waren ebenso in der Lage, selbst “das Haus zu bauen” – und darüber hinaus die Unabhängigkeit ihres geliebten Landes mitzugestalten. Hunderte Fotografien und Gegenstände aus Kriegszeiten sowie Videos dokumentieren ihren Beitrag zur Revolution in einer der dunkelsten Epochen der Vergangenheit, von 1930 bis 1975.
5. Vierte Etage: Kulturelles Erbe
Die oberste Etage widmet sich schließlich der “Frauenmode”. Vietnam zählt 54 ethnische Gruppen, die sich in mehrere Untergruppen gliedern. Jede von ihnen besitzt eine unverwechselbare Kultur und eigene Traditionen, die besonders anschaulich in Kleidung und Schmuck zum Ausdruck kommen.
Direkt neben dem Museum befindet sich ein interkultureller Ausstellungsbereich, in dem regelmäßig Kunst und Kulturgüter aus anderen Ländern präsentiert werden, beispielsweise japanische Puppen. Die vietnamesische Regierung bemüht sich einerseits um den Schutz traditioneller Werte und kultureller Identität und fördert andererseits den kulturellen Austausch und die internationale Verständigung.
III. Wie erreichen Sie das Vietnamesische Frauenmuseum?
Das Museum befindet sich im Bereich der Altstadt, nur 10 Gehminuten vom Hoan-Kiem-See entfernt. Sie erreichen es bequem zu Fuß, mit dem Motorrad, dem Taxi oder den Buslinien 2, 9 und 40. Steigen Sie an der Haltestelle “Bao tang Phu nu” aus.
Besuchertipps von einem Stammgast
- Beste Besuchszeit: Das Wochenende eignet sich besonders gut, idealerweise früh am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr.
- Nehmen Sie sich ausreichend Zeit – planen Sie 2- 3 Stunden ein, damit Sie die gesamte Ausstellung in Ruhe ansehen können.
- Achten Sie auf die täglich stattfindenden kulturellen Darbietungen und weiteren Kulturveranstaltungen.
- Legen Sie zwischen den Etagen Pausen ein: Auf den Sofas können Sie sich ausruhen und Ihre Eindrücke von den Ausstellungen und der Architektur austauschen.
Wenn Sie aus der Altstadt kommen, empfehle ich Ihnen einen gemütlichen Spaziergang durch Hanois historische Straßen – eine wunderbare Gelegenheit, noch mehr von der Stadt zu entdecken!
Das Frauenmuseum zählt zu den 25 attraktivsten Museen Asiens. Hier gewinnen Sie faszinierende Einblicke darin, wie vietnamesische Frauen für ihre Familien sorgen, für die Wiedervereinigung unseres Landes Opfer brachten und sich zugleich immer wieder neu entfalten.
