Das charmante Dorf Chuong sollten Sie sich bei Ihrer ersten Vietnamreise nicht entgehen lassen. Bekannt ist es vor allem für seine kunstvoll gefertigten “Non La” – jene Kegelhüte, die zu den unverwechselbaren Symbolen der vietnamesischen Kultur gehören. Hier können Sie den Kunsthandwerkern bei der sorgfältigen Handarbeit zusehen und ein lebendiges Kulturerbe kennenlernen, das Vietnam so einzigartig macht.
Inhalt
I. Geschichte des Dorfes Chuong
Die Geschichte des Dorfes reicht bis in die Feudalzeit zurück, als Kegelhüte von Königinnen und Prinzessinnen am Königshof getragen wurden. Der Kunsthandwerker Hai Cat erlernte die Herstellung dieser Hüte und begründete damit in Chuong ein traditionelles Handwerk, das seither von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Die Herstellung von Kegelhüten ist zwar nicht der Haupterwerb der Dorfbewohner, doch da die Landwirtschaft allein nicht genügend Einkommen zum Leben bietet, fertigen viele von ihnen die Hüte als zusätzliche Erwerbsquelle. Das Handwerk verbessert nicht nur ihren Lebensstandard, sondern hat Chuong auch weit über die Region hinaus bekannt gemacht.
Einen “Non La” können Sie in Vietnam fast überall kaufen. Die Kegelhüte aus Chuong genießen jedoch dank ihrer hohen Qualität und der Fertigkeit der Kunsthandwerker einen besonders guten Ruf. Früher dienten sie vor allem als praktische Kopfbedeckung zum Schutz vor Sonne und Regen; heute sind sie zugleich ein elegantes Accessoire vietnamesischer Frauen.
II. Wie entsteht ein Kegelhut?
Da die grundlegenden Arbeitsschritte nicht allzu kompliziert sind, können in Chuong sowohl ältere als auch jüngere Dorfbewohner einen einfachen Kegelhut anfertigen. Erfahren Sie hier, wie ein “Non La” entsteht.
Zunächst wird Bambus aus den Provinzen Hoa Binh und Thanh Hoa in lange, schmale Streifen gespalten. Diese werden in Wasser eingeweicht, damit sie bei der Verarbeitung nicht brechen, und anschließend in der Sonne getrocknet. Für die Form des Hutes werden 15 glatte, glänzende Ringe gefertigt.
Das wichtigste Material für die Kegelhüte sind grüne Palmblätter aus Zentralvietnam, unter anderem aus der Provinz Quang Binh. Die Blätter werden sorgfältig bearbeitet und während der Trockenzeit getrocknet.
Zum Abschluss werden rote oder rosafarbene Seidenbänder am Hut angebracht. Manche Exemplare erhalten zusätzlich Stickereien mit Blumen, Vögeln oder anderen Motiven. Ältere Kunsthandwerker benötigen für das Nähen eines Hutes etwa einen Tag, jüngere schaffen es in nur 3 Stunden.
Heute kommen Besucher nicht nur nach Chuong, um die charakteristischen Kegelhüte zu kaufen, sondern auch, um ihre Herstellung aus nächster Nähe mitzuerleben.
III. Was gibt es in Chuong zu sehen & zu erleben?
1. Der Markt von Chuong
Lage: Gemeinde Phuong Trung (Gemeinde Chuong), Bezirk Thanh Oai, Hanoi.
Der Markt von Chuong findet am 4., 10., 14., 20., 24. und 30. Tag jedes Mondmonats im Garten der Chuong-Pagode statt. Er dauert erstaunlicherweise nur 2 Stunden. Bereits am frühen Morgen prägen unzählige weiße Kegelhüte das Bild des Marktes.
Noch vor Sonnenaufgang bringen die Verkäufer jeweils etwa 10-20 ihrer Hüte mit und gehen über den Markt, um Käufer zu finden. Wenn Sie hier einen Kegelhut erwerben möchten, suchen Sie sich am besten einen bequemen Platz und warten, bis die Händler vorbeikommen.
Ein Kegelhut kostet durchschnittlich etwa 30,000 – 70,000 VND. Besonders aufwendig verzierte Exemplare können bis zu 150,000 VND kosten.
2. Das Dorffest von Chuong
Lage: Gemeinde Phuong Trung (Gemeinde Chuong), Bezirk Thanh Oai, Hanoi.
Am 10. Tag des dritten Mondmonats findet jedes Jahr das traditionelle Fest des Kegelhutdorfs Chuong statt. Der Markt, der dem eigentlichen Fest vorausgeht, ist an diesem Tag besonders gut besucht. Nach dem Marktbummel frühstücken viele Reisende und legen eine kurze Pause ein, bevor die Feierlichkeiten beginnen.
Wie bei vielen traditionellen Dorffesten Nordvietnams stehen auch in Chuong klassische Spiele und Wettbewerbe auf dem Programm, darunter Ringen, das Mandarinenspiel und das Drachenschlangenspiel. Besonders beliebt sind das Menschenschach und der Reiskochwettbewerb. Menschen aus allen Teilen der vietnamesischen Gesellschaft sowie internationale Gäste kommen nach Chuong, um zuzusehen oder selbst mitzuspielen.
Am Reiskochwettbewerb nehmen 8 Teams mit jeweils 3 Mitgliedern teil, darunter jüngere und ältere Frauen. Alle tragen die für Nordvietnam typische Tracht “Ao Tu Than”, ein vierteiliges Gewand, sowie den bei Festen getragenen Hut “Non Quai Thao”. Zwei Teammitglieder tragen den Kochtopf, während das dritte den Reis zubereitet und dabei versucht, das Feuer gleichmäßig am Brennen zu halten.
Nach 30 Minuten werden die Ergebnisse anhand verschiedener Kriterien bewertet, darunter die Qualität des Reises, die traditionelle Kleidung und das Auftreten der Teilnehmerinnen. Der Wettbewerb würdigt die Geschicklichkeit vietnamesischer Frauen.
Während des Festes erleben Sie die charakteristische Atmosphäre des vietnamesischen Landlebens und können einen traditionellen Markt besuchen. Buddhistische Gläubige gehen außerdem zur Pagode, bringen Opfergaben dar und beten für Wohlstand, Gesundheit und Glück.
IV. Wie gelangen Sie nach Chuong?
Das Kegelhutdorf Chuong liegt etwa 30 km vom Zentrum Hanois entfernt und ist sowohl mit dem Bus als auch mit einem privaten Fahrzeug erreichbar.
► Mit einem privaten Fahrzeug: Vom Zentrum Hanois aus können Sie einfach der Route auf Google Maps folgen. Mit einem gemieteten Privatfahrzeug lässt sich der Ausflug besonders flexibel gestalten.
• Motorradmiete: 100.000 – 150.000 VND/Tag
• Taxi: >500. 000 VND pro Fahrt
V. Zusätzliche Tipps
- Wenn Sie den traditionellen Markt des Kegelhutdorfs Chuong erleben möchten, sollten Sie früh aufbrechen, denn das Marktgeschehen beginnt bereits in den frühen Morgenstunden.
- Für ein besonders eindrucksvolles Erlebnis planen Sie Ihren Besuch am besten an einem Markttag.
- Da die meisten Dorfbewohner kein Englisch sprechen, ist eine organisierte Tour die unkomplizierteste Möglichkeit für einen Besuch.
Chuong liegt am Fluss Day und lässt sich gut mit weiteren Ausflugszielen in der Umgebung verbinden. Sie können beispielsweise den Berg Tram besteigen, ein Picknick unternehmen oder die Huong-Pagode besuchen.
Das ruhige Landleben und das traditionelle Kunsthandwerk machen das Kegelhutdorf Chuong zu einem lohnenden Ziel für internationale und vietnamesische Reisende, die dem Trubel der Stadt für eine Weile entkommen möchten.
