Mit unberührten Stränden, ursprünglichen Inseln, hoch aufragenden Bergen und üppigen Dschungellandschaften ist Vietnam ein Paradies für Naturliebhaber. 33 Nationalparks verteilen sich über das Land – von spektakulären Reisterrassen im Norden über die größten Höhlen der Welt in Zentralvietnam bis zu natürlichen Mangrovenwäldern im Süden. Im Folgenden stellen wir Ihnen 8 besonders eindrucksvolle und gut erreichbare Nationalparks in Vietnam vor – einschließlich praktischer Tipps für Ihren Besuch.
1. Nationalpark Phong Nha-Ke Bang
Lage: Provinz Quang Binh
Höhepunkte:
Der Nationalpark Phong Nha-Ke Bang beherbergt die größten Höhlen der Welt und ist bei einer Reise in diese Region ein absolutes Muss. Unter den 300 Höhlen des Parks sind Dong Thien Duong, die Paradieshöhle, und Hang Son Doong, die Son-Doong-Höhle, besonders bemerkenswert. Die 1990 erstmals entdeckte Son-Doong-Höhle gilt seither als größte natürliche Höhle der Welt. In ihrem Inneren haben sich sogar ein eigener Wald und einzigartige Ökosysteme entwickelt.
Dieses von der UNESCO anerkannte Naturreservat eröffnet Ihnen zahlreiche Möglichkeiten für außergewöhnliche Abenteuer. Je nach Wunsch reicht das Angebot von einer halbtägigen Höhlenerkundung bis zu einer vollständigen 4-tägigen Expedition. Neben kilometerlangen unterirdischen Labyrinthen können Sie die Umgebung auch beim Kajakfahren, Radfahren und Wandern entdecken.
Tipps:
Der Nationalpark Phong Nha-Ke Bang liegt nur wenige Kilometer vom Ort Phong Nha entfernt, wo Sie verschiedene Unterkünfte finden. Touren zu den größten Höhlen, darunter Son Doong, müssen weit im Voraus gebucht werden. März und April eignen sich besonders gut, um die üppige Vegetation des Parks zu erleben. Von einem Besuch während der regenreichen Monate Oktober und November ist dagegen abzuraten.
2. Nationalpark Ba Be
Lage: Bezirk Ba Be, Provinz Bac Kan, 240 Kilometer nördlich von Hanoi
Höhepunkte:
Der Nationalpark Ba Be umgibt den gleichnamigen Süßwassersee und begeistert mit weitläufigen Wäldern, rauschenden Wasserfällen und riesigen Fledermaushöhlen. Auch der See selbst ist ein Naturwunder: Er liegt 145 Meter über dem Meeresspiegel und wird von Kalksteinbergen und dichtem Dschungel eingerahmt.
Sowohl auf dem Wasser als auch an Land gibt es viel zu erleben. Das ruhige Wasser des Sees eignet sich hervorragend zum Schwimmen, Angeln und für Bootsfahrten. Während Sie über das türkisfarbene Wasser gleiten, sehen Sie die Insel An Ma, deren Form an ein durchs Wasser watendes Pferd erinnert, sowie die Insel Ba Goa, deren Name “Insel der Witwe” bedeutet. An Land können Sie am Seeufer entlangwandern oder Rad fahren und dabei den Wald aus nächster Nähe erleben. In einem kleinen Teil des Parks lebt die ethnische Volksgruppe der Tay, deren Kultur Ihren Reiseverlauf um eine besondere Begegnung bereichert. Für ein authentisches Erlebnis können Sie eine Nacht bei Einheimischen in einem traditionellen Pfahlhaus verbringen.
Tipps:
Die Wälder von Ba Be sind das ganze Jahr über üppig und grün – selbst in den kühlen Wintermonaten. Die beste Zeit für einen Besuch des Nationalparks Ba Be liegt zwischen November und Januar, wenn das Wetter angenehm trocken und nicht zu kalt ist.
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3. Nationalpark Bach Ma

Lage: Provinz Thua Thien Hue, 60 Kilometer südlich von Hue
Höhepunkte:
Der prachtvolle Nationalpark Bach Ma, einst Höhenkurort der französischen Kolonialzeit, liegt zwischen der Kaiserstadt Hue und der Altstadt von Hoi An. Er ist ideal für Naturliebhaber, die in Vietnam ein Reiseziel abseits der bekannten Routen suchen.
Bach Ma beherbergt einige der dichtesten Wälder Zentralvietnams und ist dank seiner spektakulären Wanderwege, die an natürlichen Felsenbecken und Wasserfällen vorbeiführen, unbedingt einen Besuch wert. Vor Ihren Augen wandelt sich die Landschaft von der Küstenregion über Grasland bis zu dicht bewaldeten Bergen. An einem klaren Morgen können Sie mit etwas Glück einen atemberaubenden Sonnenaufgang über der Küste erleben.
Tipps:
Die beste Reisezeit für den Nationalpark Bach Ma ist von März bis September. Die Regenzeit von Oktober bis Januar sollten Sie nach Möglichkeit meiden.
4. Nationalpark Cuc Phuong
Lage: Provinz Ninh Binh, 100 Kilometer südwestlich von Hanoi
Höhepunkte:
Als ältester Nationalpark Vietnams begeistert Cuc Phuong mit reizvollen Landschaften und herrlichen Wegen, die sich besonders für morgendliche Wanderungen eignen. Der Park umfasst dichten Wald und sattgrüne Reisfelder, zwischen denen markante Berge eindrucksvoll emporragen. Neben einer großen Vielfalt an Pflanzen und Tieren beherbergt Cuc Phuong zwei Auffangstationen für Wildtiere sowie mehrere Schutzzentren, die sich für bedrohte Schuppentiere, Primaten und Schildkröten einsetzen.
Für die Erkundung des Parks sollten Sie 2 bis 3 Tage einplanen. Sie können Trekking- und Wandertouren unternehmen, Kajak fahren oder bei Einheimischen übernachten.
Tipps:
April und Mai sind die besten Monate für einen Besuch in Cuc Phuong, wenn Sie Schwärme von Schmetterlingen sehen möchten und mit den hohen Temperaturen zurechtkommen. Falls Ihnen große Hitze nicht zusagt, bietet sich auch jede andere Jahreszeit für eine Reise nach Cuc Phuong an.
>> Entdecken Sie unsere Tour Trekking im Nationalpark Cuc Phuong und im Naturreservat Ngoc Son!
5. Nationalpark Phu Quoc
Lage: Insel Phu Quoc
Höhepunkte:
Der auf einer Küsteninsel gelegene Nationalpark Phu Quoc zeichnet sich durch eine vielfältige Unterwasserwelt aus. In den Gewässern rund um Phu Quoc lassen sich exotische Meeresbewohner beobachten: Dugongs bewegen sich knapp unter der Wasseroberfläche, während farbenprächtige Tropenfische vorbeiziehen. Im Park kommen 1000 Pflanzenarten und 200 Tierarten vor.
Sie können den Park zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Die Verbindung aus üppigen Wäldern, türkisfarbenem Meer und einem scheinbar endlosen Horizont wird Sie gewiss beeindrucken – ob bei einem kurzen halbtägigen Ausflug oder auf einer mehrtägigen Tour.
Tipps:
Die Trockenzeit von November bis März ist die beste Reisezeit für die Insel. Bei Temperaturen zwischen 25 °C und 28 °C sind die Bedingungen für die meisten Aktivitäten im Freien ideal.
6. Nationalpark Cat Ba

Lage: Insel Cat Ba, 30 Kilometer östlich von Hai Phong
Höhepunkte:
Der Park liegt auf der Insel Cat Ba, der größten Insel im Gebiet der Halong-Bucht, und eröffnet eindrucksvolle Ausblicke auf die Kalksteingipfel über dem Golf von Tonkin. Innerhalb des Parks verlaufen mehrere mittelschwere Wanderwege. Einer davon führt nach Vinh Hai, einem abgeschiedenen Dorf, das nicht über eine Straße erreichbar ist. Wenn Sie einige Tage bleiben möchten, stehen Homestays zur Verfügung.
Halten Sie Ausschau nach den letzten Weißkopf-Languren der Welt, die auch Cat-Ba-Languren genannt werden und heute nur noch auf der Insel Cat Ba vorkommen.
Tipps:
September bis November sind die besten Monate für einen Besuch auf Cat Ba, wenngleich in dieser Zeit ein gewisses Sturmrisiko besteht. Von Mai bis Juli kann es heiß werden, doch der Anblick des klaren blauen Himmels und der orangefarbenen Sonnenuntergänge lohnt sich womöglich dennoch.
7. Nationalpark Cat Tien
Lage: Provinz Lam Dong, 150 Kilometer nördlich von Ho-Chi-Minh-Stadt
Höhepunkte:
Der Nationalpark Cat Tien ist der Ho-Chi-Minh-Stadt am nächsten gelegene Nationalpark. Wenn Sie der Hektik der Großstadt entfliehen möchten, ist Cat Tien eine ausgezeichnete Wahl. Der Park beherbergt zahlreiche Säugetierarten – mit etwas Glück erblicken Sie Bären, Wildschweine, Gibbons und Hirsche. Besonders faszinierend sind die Asiatischen Schwarzbären und Malaienbären.
Die Tieflandwälder sind die größten des Landes und bieten hervorragende Möglichkeiten zum Trekking, Radfahren, Kajakfahren und für Bootstouren. Das Angebot an Unterkünften reicht von Campingplätzen bis zu Bungalows und ermöglicht Ihnen ein authentisches Naturerlebnis in den Tropen.
Tipps:
Auf halber Strecke zwischen Ho-Chi-Minh-Stadt und Da Lat gelegen, ist der Nationalpark Cat Tien von beiden Städten aus gut erreichbar. Die beste Besuchszeit ist die Trockenzeit von Dezember bis Juli. Während der Regenzeit werden die Wege rutschig, was das Wandern und Klettern erschwert.
8. Nationalpark Tram Chim
Lage: Provinz Dong Thap, 170 Kilometer westlich von Ho-Chi-Minh-Stadt
Höhepunkte:
Der mehr als 7.000 ha große Nationalpark Tram Chim in der Provinz Dong Thap umfasst ein weitverzweigtes System aus Sümpfen, Grasflächen und sich kreuzenden Kanälen. Mit 233 Vogelarten ist Tram Chim ein bedeutender Lebensraum für einige der am stärksten bedrohten Vögel, darunter Saruskraniche, Buntstörche, Malayenregenpfeifer und Graupelikane. Zum Park gehört außerdem ein Wald aus Kajeputbäumen, den Sie in einem kleinen Holzboot durchpaddeln können. Diese Landschaft ist typisch für die Feuchtgebiete des Mekong-Deltas.
Bootsfahrten, Angeln, die Teilnahme an der Reisernte und Vogelbeobachtungen zählen zu den beliebtesten Aktivitäten. Zu den besonderen Spezialitäten der Region gehören Feuertopf mit Krabben, knusprig gebratener Fisch und Feuertopf mit Fischsauce.
Tipps:
Am schönsten ist der Park am frühen Morgen und am späten Nachmittag, wenn die Vögel besonders aktiv sind. Die beste Zeit für einen Besuch in Tram Chim ist die Trockenzeit von August bis November.
Vietnam gehört zu den grünsten Ländern Südostasiens und zieht jedes Jahr zahlreiche Naturliebhaber in seine eindrucksvollen Nationalparks und Naturreservate. Wälder, Berge, Höhlen und Strände zu entdecken, ist eine erholsame und wohltuende Erfahrung. Denken Sie jedoch stets an Insektenschutzmittel und Sonnencreme und tragen Sie dezente, der Natur angepasste Kleidung.
