Ein Blick auf Ihre Reisekarte genügt, um Vietnams Zentrum der Pflanzenvielfalt zu entdecken: den Bach-Ma-Nationalpark. Er liegt in Zentralvietnam, in der Provinz Thua Thien Hue, rund 700 km südlich der Hauptstadt Hanoi und 1,000 km nördlich von Ho-Chi-Minh-Stadt. Der Park erstreckt sich über etwa 22,000 ha in den Bezirken Phu Loc und Nam Dong. Mit 1450-m Höhe bildet der Bach-Ma-Gipfel den höchsten Punkt des Parks und liegt nur 18 km von der Küste entfernt.
Der Bach-Ma-Nationalpark im Überblick
Im Bach-Ma-Nationalpark herrscht tropisches Monsunklima mit zwei deutlich ausgeprägten Jahreszeiten: der Trocken- und der Regenzeit.
Das wechselhafte Wetter kann Besucher durchaus überraschen: Sonnenschein weicht rasch dunklen Wolken, denen kräftiger Regen folgt. Vor allem von September bis Dezember fallen hier jährlich etwa 8,000-mm Niederschlag. Von Mai bis August treten heiße, trockene Winde auf; zwischen Juni und November können sogar Taifune die Region erreichen.
Welche Bilder weckt der Name Bach Ma (“weißes Pferd”) bei Ihnen? In der vietnamesischen Überlieferung steht er für die weißen Wolken, die den Gipfel nahezu ununterbrochen umhüllen. Bei der Annäherung an den Park werden auch Spuren des Vietnamkriegs sichtbar: Einige Hügel haben sich bis heute nicht vollständig vom Einsatz chemischer Entlaubungsmittel erholt.
Flora und Fauna des Bach-Ma-Nationalparks
1. Die Pflanzenwelt
Bach Ma liegt am Übergang zwischen Nord- und Südvietnam und vereint unterschiedlichste Lebensräume – von der Küste bis zum Hochgebirge. Die Flora von Bach Ma umfasst 2,147 Arten und damit etwa ein Fünftel der gesamten Pflanzenwelt Vietnams. 86 davon werden im Roten Buch Vietnams als gefährdet geführt. Zu den wichtigsten Vegetationsformen zählen immergrüne Feuchtwälder, Bergwälder sowie Busch- und Graslandschaften, die teilweise von der lokalen Bevölkerung genutzt werden.
2. Tierwelt
Der Bach-Ma-Nationalpark ist für seine endemischen und seltenen Tierarten bekannt. Bislang wurden 1,493 Arten erfasst, darunter 132 Säugetierarten, 358 Vogelarten, 31 Reptilienarten, 21 Froscharten, 57 Fischarten und 894 Insektenarten. Die scheue Saola (Pseudoryx nghetinhensis) wurde erst 1992 in Vietnam entdeckt. Auch die Begegnung mit einem Fasan ist möglich: Eine Art, die einst häufig in den Wäldern am Fuß des Berges vorkam, galt bereits in den 1940er-Jahren als ausgestorben. Mehr als 50 Jahre später wurde sie im Park wiederentdeckt und ist heute das Symbol des Bach-Ma-Nationalparks.
Was können Sie im Bach-Ma-Nationalpark unternehmen?
Aktivitäten in der Pufferzone. Die außergewöhnliche Artenvielfalt macht den Park zu einem Paradies für Naturfreunde. In den Dörfern der Pufferzone werden gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung verschiedene Aktivitäten angeboten. Dazu gehört der Besuch der Heilpflanzengärten im Dorf Khe Su, das etwa 2 km vom Parkeingang entfernt liegt. Besucher können die Weiterentwicklung des Dorfes mit einem Beitrag von rund 40,000 VND (mehr als USD2) unterstützen.
Wenn Sie sich für Vogelbeobachtung begeistern, sind Sie hier genau richtig: Mehr als ein Drittel aller in Vietnam vorkommenden Vogelarten ist im Park zu finden. Mit etwas Glück entdecken Sie Tauben, Bülbüls, Malkohas, Spornkuckucke, Reiher und Silberreiher, aber auch Sittiche, Eisvögel oder Bankivahühner.
Wie gelangen Sie dorthin?
Der Bach-Ma-Nationalpark ist von Hue (40 km), Da Nang (65 km) und Hoi An (90 km) relativ leicht erreichbar. Die Parkverwaltung und der Eingang befinden sich etwa drei km von der Kleinstadt Cau Hai entfernt, wo die Zufahrtsstraße zum Park auf die Nationalstraße No1 trifft. Der Bus ist ideal, wenn Sie unterwegs in Ruhe die Landschaft genießen möchten. Cau Hai besitzt außerdem einen Bahnhof und wird regelmäßig von Bussen aus Hue und Da Nang angefahren.
