Das Surfen in Vietnam erfreut sich an den windreichen Küsten des Landes immer größerer Beliebtheit. Lange Strände vor eindrucksvollen Landschaften bieten ideale Bedingungen, um diesen Sport auszuprobieren.
I. Überblick über das Surfen in Vietnam
Vietnam ist ein südostasiatisches Land mit einer fast 3000 Kilometer langen Küste. Die genauen Ursprünge des Surfens sind zwar unbekannt, doch es gilt als eine der ältesten Sportarten der Welt. Als Surfer begannen, die Welt auf der Suche nach neuen Wellen und reizvollen Surfspots zu bereisen, erschlossen sich immer mehr Regionen für diesen Sport. Die Geschichte des Surfens in Vietnam soll während des Vietnamkriegs begonnen haben. Tausende US-Soldaten kamen damals in das Land. Sie erlebten die Schrecken des Krieges, entdeckten jedoch auch neue Wellen, die entlang der Küste brachen. Wann immer es ihre Zeit erlaubte, gingen einige von ihnen surfen. Viele berichteten, dass ihnen das Surfen in Vietnam dabei half, mit Stress, Heimweh und Drogenproblemen umzugehen.
Der Krieg ist vorbei und in Vietnam herrscht Frieden. Mit der starken Entwicklung des Tourismus wurden auch immer mehr interessante Surfspots entdeckt. Zahlreiche Strände unterschiedlicher Form und Größe eignen sich für verschiedene Varianten wie Kite- und Windsurfen. An vielen Orten können Sie die benötigte Surfausrüstung unkompliziert ausleihen.
Es gibt also viele Gründe, warum Vietnam ein ideales Reiseziel zum Surfen ist. Besonders hervorzuheben sind:
- Ganzjährig warmes Wetter und angenehme Wassertemperaturen
- Atemberaubende Ausblicke
- Kräftige, zuverlässige Winde zu jeder Jahreszeit
- Eine vielfältige Auswahl an Unterkünften
- Hervorragendes Essen
- …
II. Beste Reisezeit zum Surfen in Vietnam – wann können Sie surfen?
Vietnam besitzt ein tropisches Monsunklima mit ganzjährig warmem Wasser. Die beste Zeit zum Surfen dauert von November bis März. In diesem Zeitraum treten häufiger Taifune auf, die hohe und damit ideale Wellen zum Surfen erzeugen. Die Temperaturen liegen zwischen 25 °C in der Trockenzeit und 30 °C in der Regenzeit.
III. Die 6 besten Surfspots in Vietnam – wo können Sie surfen?
Vietnams lange Küste bietet zahlreiche Orte zum Surfen. Doch welche davon sind die besten? Hier finden Sie die beliebtesten Ziele erfahrener Surfer:
1. Vung Tau

Vung Tau zählt zu den beliebtesten Surfzielen Vietnams. Nur 90 km von der geschäftigen Ho-Chi-Minh-Stadt entfernt, eignet sich der Ort hervorragend für einen Wochenendausflug – sowohl für Einheimische als auch für internationale Gäste. Entlang des gesamten Strandes kann gesurft werden. Wir empfehlen jedoch den Back Beach anstelle des Front Beach. Viele erfahrene Surfer halten ihn sogar für den besten Surfspot des Landes. Auf einer Länge von mehr als 3 km gibt es zahlreiche namenlose, kaum besurfte Wellenbrechungen. Vor allem sind die Wellen kraftvoll und für jedes Erfahrungsniveau geeignet.
Die besten Bedingungen finden Sie hier an Wintermorgen, wenn Ebbe herrscht und der Wind noch nicht so stark weht. Bei kräftigem Wind können Sie an diesem Strand auch Kitesurfen ausprobieren. Wenn Sie professionellen Surf- oder Kitesurfunterricht suchen, besuchen Sie den Vung Tau Beach Club im Zentrum des Back Beach. Er ist leicht zu finden; dort können Sie Surfausrüstung mieten oder an einem Stehpaddelkurs teilnehmen.
Surfspots in Vung Tau: Back Beach, Vung Tau Beach Club
2. Nha Trang
Nha Trang ist seit Langem ein beliebtes Reiseziel und bekannt für seine wunderschönen Strände, die sich über mehr als 7 km erstrecken. Neben dem Baden entdecken viele Besucher auch das Surfen – eine Sportart, die in Vietnam bislang eher als Geheimtipp gilt. Dabei finden sich an diesem Abschnitt der Zentralküste zahlreiche gute Surfspots. Von Oktober bis April bringen Taifune über den Philippinen Stürme an die Küste von Nha Trang. Dadurch entstehen reizvolle Dünungswellen, die Surfbegeisterte aus Vietnam und aller Welt anziehen.
In Nha Trang gibt es 3 wichtige Surfspots: Bai Dai (Long Beach), City Reef und Dark Reef. Der 5 km lange Sandstrand von Long Beach ist ideal für Anfänger, während sich City Reef sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene eignet. Dark Reef ist für seine schönen Rechts- und Linkswellen bekannt und richtet sich vor allem an erfahrene Surfer. Um die besten Wellen zu erreichen, müssen Sie etwa 300 Meter vom Ufer hinauspaddeln. Alternativ stehen in der Regel Bootstransfers zur Verfügung. Prüfen Sie zuvor unbedingt die Wettervorhersage, da das Surfen dort bei Ebbe nicht sicher ist. An einigen Stellen vor Nha Trang können die Wellen außerdem eine Höhe von über 3 Metern erreichen und damit auch professionelle Surfer begeistern.
Surfspots in Nha Trang: Bai Dai Beach, Khanh Hoa (Dark Reef – eine Wellenbrechung zwischen Bai Dai und dem Stadtzentrum), Hon Chong.
3. Da Nang
Seit Anfang 2019 erfreut sich das Surfen in Da Nang wachsender Beliebtheit. Inzwischen gibt es mehr als 10 Anbieter rund um den Surfsport. Sie bieten Surfkurse und den Verleih von Surfbrettern an; außerdem finden Sie dort einladende Restaurants und Bars. Dadurch ist die Zahl der Surfer, die Da Nang besuchen, deutlich gestiegen. Das warme Klima und die langen Strände mit ihren schönen Wellen machen Da Nang zu einem der Surfziele, die Sie in Vietnam nicht verpassen sollten.
Die Surfsaison dauert von September bis März. In dieser Zeit ist das Wasser mit etwa 27 Grad Celsius angenehm warm. Da Nang besitzt mehrere Surfspots, doch besonders empfehlenswert ist der My Khe Beach, der auch als China Beach bekannt ist. Er erstreckt sich über 30 km vom Zentrum Da Nangs aus und ist bei ausländischen Surfern sehr beliebt. Auch unter Einheimischen gewinnt er zunehmend an Bekanntheit. Der Strand eignet sich besonders gut für Anfänger. Wenn Sie den Nervenkitzel suchen, fahren Sie zum Non Nuoc Beach oder nach Nam O Point, wo erstklassige Wellen auf Sie warten.
Surfspots in Da Nang: My Khe Beach, Non Nuoc Beach und Nam O Beach.
4. Mui Ne
Mui Ne ist ein wahres Paradies – nicht nur zum Surfen, sondern auch zum Kitesurfen. Lange Strände, kristallklares Wasser, feiner Sand, frische Meeresfrüchte und eine Fülle tropischer Früchte: All das finden Sie in Mui Ne. Das Kitesurfen kam vor 15 Jahren nach Vietnam, und dank seiner idealen Windverhältnisse ist der Strand von Mui Ne noch immer einer der spannendsten Orte, um es auszuprobieren. Im Vergleich zum klassischen Surfen eröffnet Ihnen diese Sportart ein völlig neues Erlebnis. Mit einem farbenfrohen Lenkdrachen nutzen Sie die Kraft des Windes, um über das Wasser zu gleiten oder sogar abzuheben. Mit etwas Erfahrung können Sie akrobatische Manöver wagen und die Naturgewalten besonders intensiv erleben. Klingt spannend, oder?
Das Klima in Mui Ne wird durch die umliegenden Sanddünen geprägt und weist besondere Bedingungen auf. Selbst die Regenzeit muss Ihre Surfpläne daher nicht unbedingt beeinträchtigen. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen schwanken gewöhnlich zwischen 23 und 30 Grad Celsius. Ohne Wolkenkratzer und Großstadttrubel bietet die Region reizvolle Landschaften und eine wunderbare Kulisse für eine erholsame Auszeit. Tagsüber tanzen zahlreiche farbenfrohe Kites am Himmel. Dieser Anblick vermittelt Ruhe und lässt den Alltagsstress schnell in den Hintergrund treten. Wenn Sie noch keine Erfahrung haben, können Sie einen Kurs in einer der Kitesurfschulen besuchen, die von den meisten Resorts am Strand von Mui Ne angeboten werden. Der Preis liegt bei etwa USD 100 bis 300.
Surfspots in Mui Ne: Little Buddha, Ham Tien, Suoi Nuoc und Malibu.
5. Insel Phu Quy
Die Insel Phu Quy liegt etwa 6 Fährstunden vor der Küste von Phan Thiet und Mui Ne. Die wunderschöne Insel ist weitgehend von der Hektik und dem schnellen Alltag des Festlands abgeschirmt. Das umliegende Riff und das klare blaue Wasser machen sie zu einem lohnenden Ziel für abenteuerlustige Surfer.
Im Vergleich zu anderen Surfgebieten ist die Insel allerdings nicht leicht zu erreichen. Bevor Sie vom Festland bei Phan Thiet aufbrechen, müssen Sie eine Besuchsgenehmigung beantragen. Die Überfahrt mit der Fähre kann 3 bis 7 Stunden dauern.
Da Wind und Wellen auf dieser kleinen Insel nahezu immer gemeinsam auftreten, eignet sie sich besonders für Surfer, die klassisches Surfen mit Windsurfen oder Kitesurfen verbinden möchten.
Surfspots auf der Insel Phu Quy: Skate Park, East Coast.
6. Phan Rang
Haben Sie Phan Rang schon einmal als Surfziel in Betracht gezogen? Falls nicht, ist es höchste Zeit, diesen Ort kennenzulernen. Phan Rang liegt im Süden Vietnams und entwickelt sich dank seiner langen, zerklüfteten und von Riffen gesäumten Küste zu einem der angesagtesten Ziele zum Kitesurfen. Zweifellos gehört der Ort zu den besten Surfgebieten Vietnams.
Surfspots in Phan Rang: Nui-Chua-Nationalpark, Binh Tien
III. Tipps zum Surfen in Vietnam
Hier finden Sie einige Tipps von erfahrenen Surfern in Vietnam:
- Vietnam bietet nicht nur gute Bedingungen zum Surfen – Sie können hier auch zahlreiche weitere Abenteueraktivitäten ausprobieren.
- Informieren Sie sich unbedingt über die Surfsaison in Vietnam. Gute Dünungswellen können zwar gelegentlich auftreten, in der Hauptsaison jedoch auch sehr hoch werden. Seien Sie entsprechend vorsichtig.
- Wenn Sie Ziele abseits der üblichen Routen erkunden möchten, empfiehlt es sich, einen Kleinbus zu mieten und Ihr Surfbrett mitzunehmen. Das ist zwar kostspielig, aber die bequemste Möglichkeit.
- Fragen Sie Einheimische nach wenig bekannten Surfspots. Dank ihrer praktischen Erfahrung können sie Ihnen sicherlich den einen oder anderen Geheimtipp geben.
IV. Häufig gestellte Fragen zum Surfen in Vietnam
Die südliche Zentralküste am Ostmeer bietet die günstigsten Bedingungen zum Surfen in Vietnam. Weiter im Norden werden die Wellen durch Taiwan und Hainan abgeschirmt. Im äußersten Süden ist der Wellengang hingegen gering, da die Küste nahe am Golf von Thailand liegt.
In Vietnam gibt es das ganze Jahr über surfbare Wellen. Die besten Bedingungen herrschen jedoch während des südwestlichen Wintermonsuns von Oktober bis April.
Ein Visum für Vietnam lässt sich unkompliziert beantragen. Am einfachsten ist die vorherige Online-Beantragung eines E-Visums, das allerdings nur Staatsangehörigen bestimmter Länder zur Verfügung steht, oder eines Visums bei Ankunft.
Bitte beachten Sie jedoch, dass Staatsangehörige aus 24 Ländern für die Einreise nach Vietnam kein Visum beantragen müssen.
Surfen in Vietnam ist ein Erlebnis, das Sie sich bei einem Besuch des Landes nicht entgehen lassen sollten. Dabei können Sie entspannen, den Alltag hinter sich lassen und zugleich die Schönheit der vietnamesischen Strände aktiv entdecken. Neben dem klassischen Surfen können Sie auch weitere Freizeitsportarten wie Kitesurfen ausprobieren. Wenn Sie besondere Momente beim Surfen in Vietnam erlebt haben, teilen Sie diese gerne mit uns.
