Ob leidenschaftlicher Motorradfahrer oder erfahrener Profi: Vietnam ist ein ausgezeichnetes Reiseziel, um Ihr Können unter Beweis zu stellen und Ihre Begeisterung für das Fahren auszuleben. Anspruchsvolle Bergstraßen und atemberaubende Naturlandschaften machen eine Motorradtour durch Vietnam zu einem echten Abenteuer – herausfordernd, eindrucksvoll und überaus lohnend. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die 5 besten Motorradrouten Vietnams vor, damit Sie Ihre Reise optimal planen und jede Etappe auskosten können.
Inhalt
Bevor Sie aufbrechen …
Beim Motorradfahren in Vietnam sollten Sie einige wichtige Punkte beachten:
- In Vietnam herrscht Rechtsverkehr.
- Ausländische Fahrer benötigen einen internationalen Führerschein.
- Es besteht Helmpflicht
- Die beste Reisezeit für Vietnam liegt zwischen Oktober und April. Dann ist es kühler und die Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen geringer.
- Von November bis Februar herrschen angenehme, trockene Bedingungen für Motorradtouren. Im März und April kann die Luft rauchig sein, da viele Bauern in diesen Monaten ihre Felder abbrennen.
- Von Mai bis September kann es recht heiß werden.
- Die Monsunzeit dauert von Juli bis September.
Die besten Motorradrouten Vietnams
1. Hai-Van-Pass
An der Nord-Süd-Fernstraße erwartet Sie mit dem Hai-Van-Pass eine beeindruckende Landschaft. Er ist der höchste Pass Vietnams (500 m über dem Meeresspiegel). Hai Van bedeutet “Meereswolken” – ein passender Name, denn während der Berggipfel oft in Wolken liegt, reicht sein Fuß beinahe bis ans Meer.
Mit seinen überraschenden Kurven und unübersichtlichen Kehren gleicht der Hai-Van-Pass einer stolzen Schönheit, die das Können der Fahrer auf die Probe stellt. Die spektakuläre Strecke ist ebenso faszinierend wie anspruchsvoll und bildet den letzten Ausläufer des Truong-Son-Gebirges auf dem Weg zum Meer. Der Pass ist für seine gefährlichen Straßenabschnitte bekannt; entsprechende Warnschilder stehen in regelmäßigen Abständen am Straßenrand. Oben angekommen, überrascht die lebhafte, moderne Atmosphäre: Internationale Besucher stöbern an den Souvenirständen oder legen eine Pause ein. Bei einer Tasse Kaffee können Sie den weiten Blick über den Hai Van genießen, während der Wind durch die Bäume zieht.
Der Hai-Van-Pass stillt Ihre Sehnsucht nach hohen Gipfeln und erinnert zugleich an die glanzvolle Vergangenheit des vietnamesischen Volkes. An klaren Tagen eröffnet sich vom Pass außerdem ein weiter Blick auf Da Nang, den Hafen Tien Sa, die Halbinsel Son Tra, die Insel Cu Lao Cham und die langen Sandstrände.
2. Ha-Giang-Rundstrecke
Wenn Sie bereits viel Erfahrung auf dem Motorrad haben, bietet Ihnen die Ha-Giang-Rundstrecke die ideale Gelegenheit, Ihr Können unter Beweis zu stellen – sie ist sogar anspruchsvoller als der Hai-Van-Pass. Die 300 Kilometer lange, kurvenreiche Route verläuft durch die nördliche Provinz Ha Giang an der Grenze zur chinesischen Provinz Yunnan. Sie gilt als eine der spektakulärsten Motorradrouten des Landes, ist jedoch nicht für Anfänger geeignet. Freuen Sie sich auf Hunderte von Haarnadelkurven, imposante Berglandschaften und freundliche ethnische Gemeinschaften wie die hier ansässigen H’Mong. Zahlreiche Aussichtspunkte entlang der Strecke bieten überwältigende Panoramen.
Für die gesamte Rundstrecke benötigen Sie ungefähr 3-4 Tage, wir empfehlen jedoch mindestens vier Tage. So müssen Sie nicht hetzen und können die vielen Sehenswürdigkeiten in Ruhe auf sich wirken lassen. Falls Ihre Zeit wirklich knapp ist, können Sie sich vor Ort nach einer kürzeren Variante erkundigen – dabei entgehen Ihnen allerdings einige außergewöhnliche Stationen. Die beste Zeit für die Ha-Giang-Rundstrecke liegt zwischen Oktober und April, während der Trockenzeit.
Wenn Sie sich zutrauen, Ihr Motorrad über steile, kurvenreiche Bergstraßen und felsige Abschnitte zu steuern, werden Sie mit einigen der atemberaubendsten Bergpanoramen Vietnams und ganz Südostasiens belohnt – darunter der überwältigende Ma-Pi-Leng-Pass.
3. O-Quy-Ho-Pass
Wenn Sie anspruchsvolle Straßen und echte Abenteuer lieben, sollte der O-Quy-Ho-Pass ganz oben auf Ihrer Liste für Vietnam stehen. Er zählt zu den beliebtesten Zielen erfahrener Abenteurer. Mit einer Länge von rund 50 Kilometern gilt er als längster Gebirgspass Vietnams. Er führt durch das Hoang-Lien-Son-Gebirge und verbindet die Provinzen Lai Chau und Lao Cai. Da er das ganze Jahr über häufig von Wolken verhüllt wird, trägt er auch den Namen “Wolkenpass”.
Als kurvenreichster und schwierigster Pass im Nordwesten fordert er mit seinen riskanten Haarnadelkurven selbst abenteuerlustige Motorradfahrer heraus. Wer diese Strecke erfolgreich meistert, erlebt auf den scheinbar endlosen Kurven ein unvergleichliches Gefühl des Triumphs. Am höchsten Punkt erreichen Sie das “Himmelstor”. Der Gipfel des O-Quy-Ho-Passes ist mit einer Höhe von 2000 Metern (6,560 Fuß) der höchste Passpunkt Vietnams. Von oben blicken Sie auf die wunderschönen Täler von Lai Chau, eingerahmt von weitem Himmel, Bergen und sattgrünen Feldern. Bei sonnigem Wetter liegen die Pässe der Provinz Lao Cai häufig über einem wogenden Wolkenmeer. Dann fühlt es sich beinahe an, als würden Sie wie ein Vogel durch den windigen Himmel gleiten.
Lao Cai besitzt ein tropisches Klima, sodass sich sowohl Sommer als auch Winter für eine Fahrt zum O Quy Ho eignen. Am besten überqueren Sie den Pass gegen 10 Uhr morgens, wenn die Sonne bereits hoch genug steht und Sie Vietnams Naturlandschaft in ihrer ganzen Klarheit bewundern können. Als einer der schwierigsten und kurvenreichsten Pässe im nordwestlichen Bergland Vietnams begeistert der O Quy Ho seit jeher abenteuerlustige Reisende, die hoch hinauswollen.
4. Hon-Giao-Pass
Der Hon-Giao-Pass liegt im Zentralen Hochland und verbindet die Küstenstadt Nha Trang mit der Blumenstadt Da Lat. Mit einer Länge von 33 km eignet er sich hervorragend für eine Motorradtour. Der Pass ist auch unter den Namen Khanh Le, Khanh Vinh, Bidoup, Long Lanh und Omega-Pass bekannt. Seit Langem zieht die Straße entdeckungsfreudige Reisende an: Hinter jeder Kurve wartet eine neue, zugleich majestätische und poetische Landschaft, während Nebelschwaden in die Täler hinabziehen.
Die spektakulären, steilen Hänge des Hon-Giao-Passes sorgen für ein kaum zu beschreibendes Abenteuergefühl – beinahe wie der Moment, in dem Sie aus einem Flugzeug steigen. Auf mehr als 30 km folgt eine Steigung auf die nächste. Über die kurvenreichen Hänge führt die Strecke von 1500 m hinab auf 1000 m und schließlich auf 500 m.
Von Da Lat führt die Straße durch ausgedehnte Urwälder, vorbei an zahlreichen Felsen, klaren Bächen, Bergübergängen, Wasserfällen und kleinen, ursprünglichen Dörfern der Cil und K’Ho. Auf dem 1,700 m hohen Hon Giao sehen Sie Nebelbänder, die in der Ferne wie Flüsse aus Tau wirken. Der Nebel ist eines der eindrucksvollsten Merkmale dieses Passes: Oft ist er so dicht, dass Sie nur mit eingeschaltetem Licht weiterfahren können. Er liegt das ganze Jahr über schwer auf der Landschaft, als wolle er die Reisenden zum Bleiben bewegen.
Der Hon-Giao-Pass ist für seine Gefahren bekannt. Sie sollten daher über sehr viel Fahrerfahrung verfügen und Ihre Geschwindigkeit auf dieser Strecke reduzieren. Besuchen Sie den Pass möglichst im Sommer, wenn sonniges, klares Wetter eine bessere Sicht auf die Straße ermöglicht, und fahren Sie stets gemeinsam mit einigen Begleitern.
5. Khanh-Son-Pass
Der Khanh-Son-Pass gilt dank seines angenehm kühlen Klimas und des charakteristischen Wetters mit “vier Jahreszeiten an einem Tag” als zweites Da Lat Vietnams. Westlich der Stadt Cam Ranh gelegen, ist der Pass nur 10 km lang und erhebt sich 600 m über den Meeresspiegel. Seine unberührte Schönheit macht die Fahrt dennoch zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Der Khanh-Son-Pass bildet die Grenze zwischen den weißen Sandflächen der Küste und dem sonnigen, windigen Hochland. Daher bleibt die Luft hier das ganze Jahr über angenehm kühl und frisch. Obwohl der Pass weder besonders lang noch außergewöhnlich hoch ist, begeistern seine sanft geschwungenen Hügel und anspruchsvollen Kurven jeden leidenschaftlichen Motorradfahrer. Ein großer Vorteil dieser Strecke ist das Wetter: Da es meist klar und kühl ist, lässt sich der Pass vergleichsweise sicher überqueren.
Das Landschaftsbild am Khanh-Son-Pass verändert sich mit Trocken- und Regenzeit. Während der Regenzeit tauchen sattgrüne Pflanzen, Wolken und Himmel die Umgebung in üppige Farben; am Straßenrand setzen zarte Blüten poetische Akzente. In der Trockenzeit scheinen Bäume und Pflanzen ein neues Gewand zu tragen: Leuchtende Farbtöne mischen sich unter das Grün – gelbe Bambusblätter und das Rot unbekannter Laubbäume lassen die Landschaft wie ein herbstliches Gemälde erscheinen.
Ein wichtiger Hinweis für die Fahrt über den Khanh-Son-Pass: Überprüfen Sie Ihr Motorrad sorgfältig und nehmen Sie alle notwendigen Utensilien mit, damit Sie bei einer Panne mitten auf dem Pass vorbereitet sind. Die Region ist nur dünn besiedelt. Wenn Sie kein Mobiltelefon dabeihaben, müssen Sie unter Umständen eine beträchtliche Strecke bis zur nächsten Werkstatt zu Fuß zurücklegen.
Dies waren die 5 besten Motorradrouten Vietnams. Jede besitzt ihren ganz eigenen Charakter, doch alle versprechen ein intensives und aufregendes Fahrerlebnis – unabhängig davon, ob Sie noch Anfänger oder bereits erfahren sind. Wir hoffen, dass Vietnams außergewöhnliche Naturlandschaften Ihre Entdeckerlust wecken und Sie dazu inspirieren, sich neuen Herausforderungen zu stellen.
