Der U-Minh-Thuong-Nationalpark liegt in den Distrikten An Minh und Vinh Thuan in der Provinz Kien Giang, etwa 365 km südwestlich von Ho-Chi-Minh-Stadt. Er gilt als eines der drei wichtigsten Schutzgebiete für Feuchtgebiete im Mekong-Delta.
Inhalt
I. Was macht den U-Minh-Thuong-Nationalpark so besonders?
Mit seinen außergewöhnlichen Landschaften, seiner historischen Bedeutung und seiner reichen Artenvielfalt zieht der U-Minh-Thuong-Nationalpark Besucher aus aller Welt an.
1. Besondere Merkmale
Besonders beeindrucken wird Sie die Lage des U-Minh-Thuong-Nationalparks in einem Süßwasserfeuchtgebiet mit Torfsumpfwäldern und saisonal überflutetem Grasland. Die Kernzone des U-Minh-Thuong-National parks ist von einem Ringkanal- und Deichsystem mit mehreren Schleusen umgeben, über die der Wasserstand reguliert wird.
2. Historische Bedeutung
Während des Ersten und Zweiten Indochinakrieges diente das Gebiet den Widerstandskräften als Militärstützpunkt. Da die ursprünglichen Wälder des Mekong-Deltas nahezu vollständig verschwunden sind, gehört U Minh Thuong zu den wenigen Orten, an denen Sie die Landschaft noch in weitgehend ursprünglicher Form erleben können. Darüber hinaus wurden hier archäologische Überreste der Oc-Eo-Kultur gefunden.
3. Artenvielfalt
Im U-Minh-Thuong-Nationalpark befindet sich eines der letzten bedeutenden Torfmoorwaldgebiete Vietnams. Zugleich zählt er zu den drei wichtigsten Schutzgebieten für Feuchtgebiete im Mekong-Delta und gehört damit zu den lohnendsten Ausflugszielen in Kien Giang.
- Fauna
Einst beherbergte der Park eine der größten Brutkolonien von Wasservögeln im Mekong-Delta. Ein Brand im Jahr 2002 beeinträchtigte diesen Lebensraum jedoch erheblich.
Bislang wurden im U-Minh-Thuong-Nationalpark 187 Vogelarten nachgewiesen, darunter 9 weltweit gefährdete Arten: Orient-Schlangenhalsvogel, Graupelikan, Buntstorch, Sunda-Marabu, Schwarzkopfibis, Sichler, Schelladler, Graukopfseeadler und Asiatischer Goldweber. Darüber hinaus leben im Park mindestens acht wirtschaftlich bedeutende Fischarten.
- Flora
Der Melaleuca-Wald in der Kernzone des U-Minh-Thuong-Nationalparks trägt wesentlich dazu bei, die Boden- und Wasserqualität in der Pufferzone zu bewahren. Er verhindert die Versauerung des Oberbodens und der Oberflächengewässer, filtert das Grundwasser und speichert während der Trockenzeit Süßwasser.
Der Park besitzt mit 226 Arten wild wachsender Gefäßpflanzen eine für Südostasien außergewöhnlich vielfältige Flora. Die natürliche Vegetation wird in 10 Typen aus vier Hauptgruppen unterteilt: Melaleuca-Wälder, saisonal überflutete Graslandschaften, dauerhafte Sümpfe sowie die Vegetation entlang von Kanälen und Wasserläufen.
II. Was gibt es im U-Minh-Thuong-Nationalpark zu sehen?
In der Region U Minh gibt es viel zu entdecken. Sie gliedert sich in zwei Nationalparks mit jeweils eigenen landschaftlichen Besonderheiten.
1. U Minh Thuong (oberes U Minh)
Dieses Gebiet liegt 65 km von der Stadt Rach Gia entfernt und erstreckt sich über fast 22.000 Hektar. Seine vielfältige Pflanzenwelt reicht von charakteristischen Melaleuca-Bäumen bis zu seltenen wild wachsenden Gefäßpflanzen wie Lemna tenera und verschiedenen Wasserlinsenarten.
Darüber hinaus ist U Minh Thuong Lebensraum zahlreicher weiterer heimischer Arten, von denen einige sogar auf der weltweiten Roten Liste stehen. Aufgrund dieses Artenreichtums gilt U Minh Thuong als eines der vielfältigsten Naturgebiete im Mekong-Delta.
2. U Minh Ha (unteres U Minh)
U Minh Ha liegt 25 km von der Stadt Ca Mau entfernt. Während U Minh Thuong vor allem für seine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt bekannt ist, begeistert U Minh Ha mit malerischen Flüssen wie dem Doc, dem Trem und dem Cai Tau. Auch ausgedehnte Schilfflächen und Melaleuca-Wälder prägen diese Region.
III. Beste Besuchszeit
Grundsätzlich können Sie dieses Reiseziel das ganze Jahr über besuchen. Von einer Reise im März und April ist jedoch eher abzuraten, da dann Trockenzeit herrscht. In diesen Monaten werden weniger Aktivitäten angeboten, während sich die Parkverwaltung vor allem auf die Vorbeugung und Überwachung von Waldbränden konzentriert.
IV. Was sollten Sie probieren?
Bei einem Besuch des U-Minh-Thuong-Nationalparks im Mekong-Delta sollten Sie diese regionalen Spezialitäten unbedingt probieren.
1. Frittierter Elefantenohrfisch
Der Fisch wird in den nahe gelegenen Flüssen gefangen, sorgfältig gewürzt und anschließend in einer heißen Pfanne knusprig gebraten. Besonders gut schmeckt er, wenn Sie das Fischfleisch zusammen mit frischem Gemüse in Reispapier wickeln. Dazu gehört unbedingt ein Dip aus vietnamesischer Fischsauce.
2. Vietnamesischer Pfannkuchen – Banh Xeo
Der Westen Vietnams gilt als Heimat von Banh Xeo, einem der beliebtesten Straßengerichte der Region. Im Mekong-Delta wird der Teig aus Reis- und Weizenmehl, Kokoswasser und Mungobohnensprossen zubereitet. Zunächst brät der Koch den mit Kokoswasser angerührten Teig knusprig aus, bevor die übrigen Zutaten als Füllung hinzugegeben werden.
3. Vietnamesische Frühlingsrollen
Wenn Sie Vietnam besuchen, sollten Sie sich diese typische Spezialität nicht entgehen lassen: Frühlingsrollen. Zu den wichtigsten Zutaten gehören Reispapier, Schweine- oder Rindfleisch, Garnelen und verschiedene Kräuter. Vollkommen wird das Gericht jedoch erst durch die besondere Fischsauce mit Chili, Zwiebeln, Knoblauch, Zucker und Essig oder Limettensaft.
V. Wo können Sie übernachten?
Hier finden Sie einige empfehlenswerte Unterkünfte.
1. Phuc Ngoc Hotel
- Adresse: 844 Nguyen Trung Truc, An Hoa, Rach Gia, Kien Giang
- Tel.: 0297 3812 229
2. Kiet Hong Hotel
- Adresse: 40 Nguyen Cong Tru, Vinh Thanh, Rach Gia, Kien Giang
- Tel.: 0297 6251 252
VI. Anreise
Am besten beginnen Sie Ihre Reise in Ho-Chi-Minh-Stadt, da diese näher am U-Minh-Thuong-Nationalpark liegt als andere vietnamesische Großstädte. Von dort fahren Sie mit dem Bus oder Auto in die Provinz Kien Giang. Zahlreiche Wegweiser entlang der Straßen führen Sie anschließend nach U Minh.
Der U-Minh-Thuong-Nationalpark gehört unbedingt auf Ihre Reiseliste, wenn Sie den Süden Vietnams entdecken möchten!
