Im Zentrum von Ho-Chi-Minh-Stadt veranschaulicht das Museum für vietnamesische Geschichte die Entwicklung Vietnams von der Frühzeit vor etwa 300.000 Jahren bis in die 1930er-Jahre, als die Kommunistische Partei Vietnams gegründet wurde. Die vielfältigen Exponate lassen Sie in die bewegte, jahrtausendealte Geschichte des Landes eintauchen und vermitteln eindrucksvoll den Stolz der Vietnamesen auf ihr kulturelles Erbe.
Öffnungszeiten: 8–11:30 Uhr, 13:30–17 Uhr
Eintritt: 30.000 VND pro Person
1. Geschichte des Museums für vietnamesische Geschichte
Das Geschichtsmuseum in Ho-Chi-Minh-Stadt wurde 1929 erbaut und trug zunächst den Namen “Musée Blanchard de la Brosse”. 1956 wurde es in Nationalmuseum von Saigon umbenannt. Nach Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten erhielt es schließlich 1975 seinen heutigen Namen: Museum für vietnamesische Geschichte.
2. Aufbau des Museums für vietnamesische Geschichte
Die Sammlungen verteilen sich auf zwei Bereiche. Der erste führt Sie auf einem Rundgang im Uhrzeigersinn von der Steinzeit durch die vietnamesische Geschichte bis zur französischen Kolonialzeit. Dieser Bereich gliedert sich in folgende Epochen:
- Aufstieg der Hung-Könige
- Kampf um die Unabhängigkeit (1.–10. Jahrhundert)
- Ly-Dynastie (11.–13. Jahrhundert)
- Tran-Dynastie (13.–14. Jahrhundert)
- Le-Dynastie (15.–18. Jahrhundert)
- Tay-Son-Dynastie (18.–19. Jahrhundert)
- Nguyen-Dynastie (19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts
Der zweite Museumsbereich widmet sich den Besonderheiten Südvietnams, darunter der Oc-Eo-Kultur, der alten Kultur des Mekong-Deltas, der Cham-Kunst, der Kunst von Ben Nghe und Saigon, den ethnischen Minderheiten Vietnams sowie antiker Keramik aus verschiedenen asiatischen Ländern.
Das Museum ist in einem weitläufigen, modernen Betonbau untergebracht, dessen Architektur an eine Pagode erinnert. Seine Ausstellungen vermitteln einen anschaulichen Überblick über die vietnamesische Geschichte, wobei der Süden des Landes im Mittelpunkt steht. Besonders sehenswert sind die hervorragende Auswahl an Cham-Skulpturen und die bedeutendste Sammlung antiker Keramik Vietnams. Darüber hinaus werden Waffen aus dem 14. Jahrhundert und späteren Epochen gezeigt; ein ganzer Innenhof ist ausschließlich Kanonen gewidmet. Ein eigener Flügel stellt die ethnischen Minderheiten Südvietnams anhand von Fotografien, Trachten und Haushaltsgegenständen vor. Auch Kleidung und Hausrat aus der Nguyen-Dynastie (1700–1945) sind zu sehen.
Zu den Ausstellungsstücken gehören archäologische Funde aus dem prähistorischen Saigon. Die Geschichte der Stadt im 19. und frühen 20. Jahrhundert wird anhand von Fotografien dokumentiert – und ungewöhnlicherweise auch durch den Leichnam einer Frau, der bei den Bauarbeiten für ein neues Wohnprojekt entdeckt wurde. Zudem finden Sie einige allgemeine Erläuterungen auf Englisch, die in vielen anderen vietnamesischen Museen fehlen.
3. Zusätzliche Tipps
- Das Museum befindet sich im zentral gelegenen Bezirk 1 und ist bequem mit dem Taxi oder Bus erreichbar.
- An manchen Tagen finden Sonderausstellungen statt. Informieren Sie sich daher vor Ihrem Besuch über das aktuelle Programm des Museums.
- Das Museum zeigt keine Exponate zum Vietnamkrieg, sondern konzentriert sich auf frühere Epochen. Wenn Sie bereits viel über diesen bekannten Krieg erfahren haben, eröffnet Ihnen ein Besuch hier eine andere Perspektive auf das Land. Vietnams Geschichte ist reich an dramatischen Wendungen – und dieses Museum ist ein hervorragender Ausgangspunkt, um unsere Kultur kennenzulernen und besser zu verstehen.
- Da das Museum nur selten überfüllt ist, können Sie die Besuchszeit flexibel wählen.
- Fotografieren ist erlaubt, allerdings müssen Sie zusätzlich zu Ihrer Eintrittskarte eine Kamerakarte für 30,000 VND erwerben.
