Museum der Schönen Künste in Ho-Chi-Minh-Stadt

Museum der Schönen Künste in Ho-Chi-Minh-Stadt

Saigon Museum der Schönen Künste

Jane Pham Jane Pham | Aktualisiert am 31. März 2025

Im Laufe ihrer mehr als 300-jährigen Geschichte hat sich Ho-Chi-Minh-Stadt zu einem der führenden politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, pädagogischen und touristischen Zentren Vietnams entwickelt. Trotz dieses rasanten Wandels bewahrt die Stadt bis heute ihre traditionellen Werte und ihre unverwechselbare Architektur. Besonders auffällig sind die französischen Bauwerke, die längst zu Wahrzeichen von Ho-Chi-Minh-Stadt geworden sind. Unser heutiger Ausflug führt uns zu einem dieser besonderen Orte: dem Museum der Schönen Künste von Ho-Chi-Minh-Stadt.

Adresse: 97A Pho Duc Chinh Street, Nguyen Thai Binh Ward, District 1, Ho-Chi-Minh-Stadt
Öffnungszeiten: täglich 08.00 – 17.00 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene: 30,000 VND pro Person.​
Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren, Studierende, Senioren und Menschen mit Behinderung: 15,000 VND pro Person
Kinder unter 6 Jahren: Eintritt frei

I. Ein kurzer Überblick über die Geschichte des Museums

Das Museum der Schönen Künste, offiziell Museum der Schönen Künste von Ho-Chi-Minh-Stadt, gehört zu den größten Museen in Ho-Chi-Minh-Stadt. Es hat die wechselvolle Geschichte des Landes ebenso miterlebt wie den Aufstieg Ho-Chi-Minh-Stadts nach der Wiedervereinigung im Jahr 1975.

Museum der Schönen Künste von Ho-Chi-Minh-Stadt

Das 1929 errichtete und 1934 eingeweihte Gebäude vereint asiatische und europäische Architekturstile und wurde vom französischen Architekten Rivera entworfen. Ursprünglich diente es als Wohnsitz von Hua Bon Hoa, einem wohlhabenden chinesisch-vietnamesischen Geschäftsmann, zu dessen Besitz auch bekannte Bauwerke wie das Tu-Du-Krankenhaus und das Majestic Hotel gehörten.

Im Laufe der Zeit wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer und wurde Zeuge bedeutender historischer Ereignisse wie der Augustrevolution (1945), der Teilung Vietnams (1954) und der Wiedervereinigung (1975). Im Jahr 1987 wurde es zum Museum der Schönen Künste umgewidmet und 1992 offiziell eröffnet. Heute beherbergt es eine umfangreiche Sammlung von Skulpturen, Gemälden und historischen Objekten und spielt eine wichtige Rolle bei der Bewahrung und Vermittlung der vietnamesischen Kunst.

II. Höhepunkte des Museums der Schönen Künste

1. Architektonische Schönheit

Treppenaufgänge im Museum

Das dreistöckige Museumsgebäude ist im Art-déco-Stil gestaltet und verbindet östliche mit westlichen Einflüssen. Die gelbe Fassade, die Rundbogenfenster und der U-förmige Grundriss werden durch einen Innenhof mit Springbrunnen ergänzt.

Bemerkenswert ist auch, dass es sich um das erste Gebäude Saigons mit einem Aufzug handelte. Dieser wurde einer traditionellen chinesischen Sänfte nachempfunden. Das rot gedeckte Yin-Yang-Dach und die farbigen Glasfenster unterstreichen zusätzlich die kunstvolle Verbindung asiatischer und europäischer Gestaltungselemente.

2. Raumaufteilung

Das Museum erstreckt sich über 3,514 Quadratmeter und ist wie folgt aufgeteilt:

  • Untergeschoss – Verwaltungsräume
  • Erste Etage – Galerien, Ausstellungen und Verkaufsflächen
  • Zweite Etage – Gemälde und bildende Kunst
  • Dritte Etage – Antike Skulpturen und traditionelles Kunsthandwerk aus Südvietnam

Hinter dem Eingang empfängt Sie eine großzügige Halle mit mächtigen Säulen und zwei symmetrischen Treppenaufgängen. Über dem Torbogen sind die Initialen Hua Bon Hoas, “H.B.H”, in Stahl eingelassen. Lange Korridore verbinden die Galerieräume, von denen jeder zu einem kleinen Balkon führt. Große Fenster und hohe Decken lassen viel Tageslicht herein und verleihen den Innenräumen eine helle, luftige Atmosphäre.

Das Museum ist bis heute ein historisches und künstlerisches Juwel, in dem Sie die vielfältige kulturelle und künstlerische Entwicklung Vietnams anschaulich nachvollziehen können.

III. Was gibt es im Museum der Schönen Künste zu sehen?

Zu den Aufgaben des Museums gehören die Erforschung, Sammlung, Bewahrung und Präsentation von Dokumenten und bedeutenden Kunstobjekten. Die Exponate veranschaulichen die Besonderheiten des traditionellen vietnamesischen Kunsthandwerks, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf charakteristischen Werken aus dem Süden des Landes liegt.

Im Museum der Schönen Künste von Ho-Chi-Minh-Stadt werden unter anderem folgende Exponate gezeigt:

1. Antike Bronzeskulpturen aus Südvietnam

Die Galerie der antiken Bronzeskulpturen aus dem Süden zeigt Darstellungen hinduistischer und buddhistischer Gottheiten aus dem vierten bis elften Jahrhundert. Zu den hinduistischen Figuren gehören Statuen von Vishnu, Surya, Lakshmi, Uma und Ganesha, die zwischen dem fünften und elften Jahrhundert aus feinem Sandstein gefertigt wurden. Die Buddha-Statuen aus dem vierten bis zehnten Jahrhundert bestehen aus Holz der Königinblume und feinem Sandstein.

2. Antike Skulpturen der Champa-Kultur

Die Skulpturen der Champa-Kultur zählen zu den unverwechselbaren Kunstformen im reichen Kulturerbe Vietnams und spiegeln die religiöse und ethnische Vielfalt des Landes wider. Neben religiösen Einflüssen aus Indien übernahmen die Cham auch kulturelle Traditionen, Bräuche und vor allem Elemente der indischen Architektur und Bildhauerei. Diese passten sie jedoch rasch an ihre eigene Kultur an und entwickelten daraus den einzigartigen, ausdrucksstarken Champa-Stil, der jede einzelne Skulptur prägt.

Im Museum der Schönen Künste von Ho-Chi-Minh-Stadt sind Statuen, Reliefs und Halbreliefs hinduistischer Gottheiten zu sehen, darunter eine Kinnara-Statue, Reliefs von Dvarapala und Koloss, eine Darstellung von Kala, dem Tempelwächter, sowie eine himmlische Tänzerin. Hinzu kommen architektonische Fragmente wie Altäre und Säulen. Sämtliche Objekte wurden aus grobem Sandstein oder Terrakotta gefertigt und stammen aus dem siebten bis vierzehnten Jahrhundert.

3. Grabstatuen aus Tay Nguyen

Die Skulpturen und Grabstatuen aus dem Zentralen Hochland bilden einen einzigartigen Bestandteil der vietnamesischen Bildhauerei. Dieser Brauch begleitet die Bewohner des Hochlands bereits seit frühgeschichtlicher Zeit und hat seine Wurzeln zum Teil in alten Glaubensvorstellungen.

Da diese ursprüngliche Kunstform stets eng mit spirituellen Vorstellungen verbunden war, sind die Grabstatuen besonders vielfältig und außergewöhnlich. Anders als bei vielen anderen Skulpturen werden für ihre Herstellung lediglich einfache, im Alltag gebräuchliche Werkzeuge wie Äxte und Messer verwendet. Nach dem Verständnis der Einheimischen dienten die Statuen als Stellvertreter lebender Menschen und sollten die materiellen und spirituellen Bedürfnisse der Verstorbenen erfüllen. Häufig dargestellt werden weinende Menschen, Mütter mit Kindern sowie unbekleidete Männer und Frauen.

4. Vietnamesische Keramik (11. – 20. Jahrhundert)

Trotz aller historischen Umbrüche hat sich die traditionelle vietnamesische Keramikkunst bis heute erhalten und weiterentwickelt. Unter der Ly-Dynastie (1010 – 1225), der Tran-Dynastie (1226 – 1400) und der Le-Dynastie (1428 – 1527) erlebte das Töpferhandwerk eine Blütezeit und erreichte sowohl künstlerisch als auch technisch einen Höhepunkt. In dieser Epoche entstanden zahlreiche schöne und kostbare Keramikwaren, die auf den Schiffen ausländischer Händler in viele Länder der Welt gelangten.

Bis zum Ende des neunzehnten und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts entstanden in bekannten vietnamesischen Keramikzentren wie Bat Trang, Phu Lang, Huong Canh, Thanh Hoa, Binh Dinh und Bien Hoa vielfältige Erzeugnisse. Sie unterschieden sich in Form, Material und Dekor und zeichneten sich zugleich durch sorgfältige Verarbeitung und harmonische Gestaltung aus.

Ausstellung im Saigon Museum der Schönen Künste

5. Kunst aus Südvietnam (18. – 20. Jahrhundert)

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde Südvietnam zunehmend erschlossen und entwickelte sich zu einem Begegnungsraum für chinesische Einwanderer sowie die dort ansässige vietnamesische und Khmer-Bevölkerung. Hier trafen auch Bauern, Handwerker und Menschen aufeinander, die ihre Heimat aufgrund von Konflikten verlassen mussten und in dieser neuen Region einen Neuanfang suchten.

Unter den Menschen, die in den Süden Vietnams kamen, befanden sich neben Händlern zahlreiche Handwerker. Sie trugen wesentlich zur Ausweitung und Entwicklung des regionalen Kunsthandwerks bei. Mit ihrem Einfallsreichtum und handwerklichen Geschick nutzten sie schon bald die reichhaltigen Tonvorkommen, um Keramikwaren herzustellen, die den damaligen Bedürfnissen der örtlichen Bevölkerung entsprachen.

6. Zeitgenössische Kunst

Im Museum der Schönen Künste werden zahlreiche moderne Gemälde bekannter Künstler aus Vietnam und aller Welt präsentiert, darunter Werke von Nguyen Gia Tri, Diep Minh Chau, Do Quang Em und Trinh Cung. Die Gemälde und Skulpturen sind vom Alltag der vietnamesischen Bevölkerung ebenso inspiriert wie von der Schönheit berühmter Landschaften des Landes.

Die Kunstwerke sind zwei Zeiträumen zugeordnet: vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bis 1975 sowie von 1975 bis zur Gegenwart. Sie spiegeln zahlreiche kreative Strömungen und Themen aus Vietnam und aller Welt wider. Damit ist das Museum der Schönen Künste ein idealer Ort für alle, die vietnamesische Kunst entdecken und neue kreative Anregungen finden möchten.

IV. Wie erreichen Sie das Museum der Schönen Künste?

Das Museum der Schönen Künste liegt im zentralen, lebhaften District 1 von Ho-Chi-Minh-Stadt und ist bequem zu erreichen. Vom Flughafen Tan Son Nhat sind es nur neun Kilometer. Sie können das Museum daher problemlos mit dem Taxi oder Motorradtaxi erreichen.

Eine besonders preiswerte Alternative ist der Bus. Die Linien 01, 03, 04, 18, 19, 38, 39, 44, 53, 56, 65, 86, 93 und 96 halten in der Nähe des Museums und sind daher eine praktische Option für Besucher.

Bitte beachten Sie, dass sich Buslinien und Fahrpläne ändern können. Prüfen Sie deshalb vor Ihrem Besuch die aktuellen Verbindungen.​

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V. Tipps für Ihren Besuch

Für Ihren Besuch im Museum der Schönen Künste sollten Sie einige Hinweise beachten:

  • Berühren Sie die ausgestellten Kunstwerke nicht. Sämtliche Exponate sind mit Diebstahlsensoren gesichert. Bei einer absichtlichen oder versehentlichen Berührung wird ein Alarm ausgelöst und das Sicherheitspersonal aufmerksam.
  • Wenn Sie im Museum mit einer professionellen Kamera fotografieren möchten, fällt eine Gebühr von 300,000 VND an. Das Fotografieren mit dem Mobiltelefon ist dagegen kostenlos.
  • Rechts neben dem Haupteingang befindet sich eine Garderobe mit separaten Aufbewahrungsräumen für Taschen und persönliche Gegenstände. So müssen Sie schweres Gepäck während Ihres Rundgangs nicht mit sich führen.
  • Vermeiden Sie unnötigen Lärm im Museum. Eine ruhige Atmosphäre ermöglicht allen Besuchern, die Kunstwerke in Ruhe zu entdecken.

Das Museum der Schönen Künste von Ho-Chi-Minh-Stadt ist ein idealer Ort, um bedeutende Exponate und damit einen faszinierenden Teil der vietnamesischen Kultur kennenzulernen. Wenn Sie den District 1 besuchen, sollten Sie sich diese interessante Sehenswürdigkeit nicht entgehen lassen. Falls Sie Fragen haben, können Sie uns jederzeit gerne kontaktieren – wir helfen Ihnen weiter!

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