Hoi An zählt zu den ältesten Städten Vietnams. Moosbewachsene Ziegeldächer, von roten Laternen erleuchtete Gassen, kunstvolle Wandmalereien und eine einzigartige Architektur zeugen von der tiefen Spiritualität der Einwohner. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist die Ong-Pagode, auch als Quan-Cong-Tempel bekannt. Diese außergewöhnliche Sehenswürdigkeit in Hoi An zieht jedes Jahr Tausende Gäste aus Vietnam und aller Welt an.
Entdecken Sie gemeinsam mit Vietnam Discovery die Besonderheiten des Tempels und erfahren Sie, wie Sie diesen berühmten Ort am besten erreichen.
Öffnungszeiten: 6:00 am - 05:00 pm
Eintritt: Kostenlos
1. Geschichte des Quan-Cong-Tempels
Der Quan-Cong-Tempel (Quan Thanh Mieu) wurde 1653 als Verehrungsstätte für Quan Van Truong errichtet. Der berühmte Feldherr lebte zur Zeit der “Drei Reiche” unter der chinesischen Han-Dynastie und wurde für sein Talent, seine Standhaftigkeit, seinen Mut, seine Rechtschaffenheit und seinen ehrenhaften Charakter verehrt.
Die Anlage ist zugleich ein herausragendes Werk chinesischer Kunsthandwerker, die gemeinsam mit Einheimischen aus Vietnam die detailreichen Statuen und Verzierungen von Hand schufen. Kräftige Rot-, Gelb- und Grüntöne lassen den Tempel erstrahlen, während seine prachtvollen Dekore bis heute bemerkenswert gut erhalten sind.
Wie viele andere historische Bauwerke in Hoi An wurde auch der Quan-Cong-Tempel mehrfach restauriert. Seine ursprünglichen architektonischen Merkmale blieben dabei jedoch nahezu unverändert erhalten. Der Tempel ist als nationales historisches und kulturelles Erbe anerkannt.
2. Höhepunkte des Quan-Cong-Tempels
Unter den zahlreichen unterschiedlichen Bauwerken von Hoi An fällt die Ong-Pagode durch ihre unverwechselbare, von klassisch chinesischen Elementen geprägte Architektur besonders auf.
Der Grundriss des Quan-Cong-Tempels entspricht dem chinesischen Schriftzeichen “Quoc”, das “Land” bedeutet, und gliedert sich in mehrere Gebäudereihen. Glasierte Röhrenziegel bedecken die Dächer, deren geschwungene Firstenden mit heiligen Tieren wie Drachen und Nghê, dem vietnamesischen Einhorn, sowie farbigen Porzellanscherben verziert sind.
Das Haupttor schmückt ein Relief mit zwei Drachen, die sich zwischen blauen Wolken winden. Quan Cong gilt als Verkörperung von Thanh Long, dem Blauen Drachen, und Bach Ho, dem Weißen Tiger. Die gesamte Anlage besteht aus vier Bereichen: der Vorhalle, dem linken und rechten Seitenflügel sowie dem Hauptheiligtum.
Im Hauptheiligtum zieht die imposante Statue des Feldherrn Quan Van Truong sofort alle Blicke auf sich. Mit würdevoller Miene und leuchtenden Augen trägt er ein mit Drachen verziertes Gewand. Daneben stehen die Statuen von Chau Thuong und Quan Binh, den treuen und selbstlosen Wächtern und Gefolgsleuten des Feldherrn Quan Cong. Zu beiden Seiten des Hauptaltars werden zwei Pferde verehrt: links das weiße Pferd und rechts Xich Tho, das Quan Cong in vielen Kämpfen auf Leben und Tod begleitete. Angesichts dieser Figuren lassen sich die sakrale Schönheit des Tempels, seine kunstvollen Muster und die meisterhafte Arbeit der damaligen Kunsthandwerker besonders eindrucksvoll nachempfinden.
Darüber hinaus bewahrt der Tempel zahlreiche wertvolle Antiquitäten, darunter paarweise angeordnete Sinnsprüche und waagerechte Lacktafeln mit chinesischen Schriftzeichen, kaiserliche Ernennungsurkunden und Steinstelen.
3. Was gibt es im Quan-Cong-Tempel zu sehen und zu erleben?
In früheren Zeiten war Hoi An ein bedeutender Handelshafen, in dem Kaufleute regelmäßig Geschäfte abschlossen und Verträge unterzeichneten. Um ihren Geschäftspartnern ihre Aufrichtigkeit zu beweisen, legten sie ihre Versprechen an heiligen Orten wie dem Quan-Cong-Tempel ab. Die Einheimischen verehrten Quan Cong als Gott der “Zuverlässigkeit”, der nicht nur über die Treue in Geschäftsbeziehungen wachte, sondern auch jene bestrafte, die ihr Wort brachen. Händler, die mit dem Schiff unterwegs waren, entzündeten bei ihrer Ankunft und Abfahrt im Hafen Räucherstäbchen und beteten um Glück auf ihrer Seereise.
Beim Betreten des Tempels können auch Sie als Zeichen des Respekts Räucherstäbchen entzünden oder eine kleine Spende geben. Nehmen Sie sich anschließend Zeit, die Architektur und Legenden der Anlage kennenzulernen und mehr über die religiösen Rituale im Alltag der Einheimischen zu erfahren.
Jedes Jahr findet in Hoi An am 24. Tag des sechsten Monats nach dem Mondkalender eine Zeremonie zu Ehren von Quan Quan De Quan (Quan Cong) statt. Dieses bedeutende religiöse Fest zieht zahlreiche Pilger an, insbesondere Kaufleute aus der Region und anderen Landesteilen, die zum Beten und für Opfergaben hierherkommen.
4. Wie erreichen Sie den Quan-Cong-Tempel?
Die Altstadt von Hoi An liegt im Stadtteil Minh An und erstreckt sich über eine Fläche von nur etwa 2 km2. Ihre kurzen, schmalen Straßen schlängeln sich durch das historische Viertel, als würden sie es sanft umschließen.
Wenn Sie durch die Gassen schlendern und die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Altstadt besuchen, kommen Sie mit Sicherheit an der Japanischen Brücke (Chua Cau) vorbei. Stellen Sie sich vor die Brücke und folgen Sie der Tran Phu Street, die rechts von der Bach Dang Street und gegenüber der Nguyen Thi Minh Khai Street liegt. Gehen Sie geradeaus, bis Sie den Quan-Cong-Tempel in der Tran Phu Street 24 erreichen.
5. Tipps für Ihren Tempelbesuch
Wenn Sie lediglich durch die Altstadt spazieren möchten, benötigen Sie keine Eintrittskarte. Für den Besuch der historischen Stätten kostet das Ticket jedoch 120.000 VND pro Person und berechtigt zum Eintritt in 5 Sehenswürdigkeiten der Altstadt.
Pagoden, Tempel und Schreine gelten in Vietnam als heilige Orte der Ruhe. Um unangenehme Situationen zu vermeiden, sollten Sie daher vor dem Betreten einige allgemeine Verhaltensregeln beachten.
- Tragen Sie langärmlige Oberteile und lange Hosen beziehungsweise Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt.
- Denken Sie daran, vor dem Betreten der Innenräume die Schuhe auszuziehen, wie es an den meisten vietnamesischen Andachtsstätten üblich ist.
- Verhalten Sie sich ruhig und vermeiden Sie Lärm, lautes Lachen oder laute Gespräche.
- Rauchen, Kaugummikauen und Spucken gelten in Tempeln und Pagoden als unhöflich und respektlos gegenüber anderen Menschen und den verehrten Gottheiten.
- Berühren Sie keine Götter- oder Heiligenstatuen und posieren Sie in Tempeln oder Pagoden nicht für Fotos.
- Betreten Sie die Anlage nicht durch das mittlere Tor. Nach vietnamesischer Vorstellung ist dieser Eingang Königen und Gottheiten vorbehalten. Nutzen Sie stattdessen eines der beiden Seitentore.
Der Quan-Cong-Tempel ist für Einheimische ebenso faszinierend wie für Gäste aus aller Welt. Besonders bei Kaufleuten gilt er als bedeutender Wallfahrtsort, an dem sie während der Festtage Opfergaben darbringen und um geschäftliches Glück bitten. Zugleich vereint seine Architektur chinesische Elemente harmonisch mit traditionellen vietnamesischen Gestaltungsformen und gewährt Einblicke in den Glauben, die Bräuche und die Traditionen der Bevölkerung. Wenn Sie eine Reise nach Hoi An planen, sollte der Quan-Cong-Tempel unbedingt auf Ihrem Reiseverlauf stehen!
