Die Tran-Phu-Straße in Hoi An in der Provinz Quang Nam ist als “Straße der Kulturdenkmäler” bekannt und zieht Besucher mit einzigartigen historischen Kunstwerken und Bauwerken an. Die Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde (Hoi Quan Quang Dong) zählt zweifellos zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten, die Sie bei einem Spaziergang entlang dieser geschichtsträchtigen Straße entdecken können.
Unweit der Japanischen Brücke (Chua Cau) gelegen, empfängt diese Versammlungshalle mit ihrem faszinierenden Stilmix täglich zahlreiche Besucher und bereichert das ohnehin farbenfrohe Stadtbild von Hoi An um weitere lebendige Akzente.
Öffnungszeiten: 8–17 Uhr
Eintritt: im Altstadtticket enthalten
Inhalt
I. Geschichte der Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde
Die Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde wurde im späten 18. Jahrhundert – häufig wird das Jahr 1885 genannt – von chinesischen Auswanderern aus der Region Guangdong–Guangzhou errichtet.
Zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert war Hoi An einer der bedeutendsten Handelshäfen Vietnams und entwickelte sich zu einem der ersten Zentren, in denen sich chinesische Händler niederließen und Geschäfte betrieben. In dieser Zeit entstanden mehrere Versammlungshallen, die als Treffpunkte und Handelsstätten dienten. Unter den 5 heute erhaltenen Versammlungshallen von Hoi An besitzt diese einen ganz besonderen Reiz.
Ursprünglich diente die Versammlungshalle der Verehrung der Göttin Mazu (Thien Hau Thanh Mau) und des Konfuzius. Seit 1911 ist sie jedoch Guan Yu und weiteren verehrten historischen Persönlichkeiten gewidmet.
Neben ihrer religiösen Bedeutung diente die Versammlungshalle der kantonesischen Gemeinde als Ort für regelmäßige Treffen, bei denen sich ihre Mitglieder in geschäftlichen und alltäglichen Angelegenheiten gegenseitig unterstützten.
Heute ist der Ort auch als Ong-Pagode oder Guangzhao-Versammlungshalle bekannt – auf Vietnamesisch Hoi Quan Quang Trieu.
II. Architektur & Aufbau der Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde
Die Entstehungsgeschichte der Halle ist bemerkenswert: Ihre einzelnen Bauteile wurden zunächst in China gefertigt, anschließend per Schiff transportiert und schließlich in Hoi An vollständig zusammengesetzt.
Die Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde wurde überwiegend aus Stein und Holz errichtet. Ihr Grundriss folgt der Form des Schriftzeichens 囯, das “Nation” bedeutet. Die geschlossene Anlage umfasst ein dreiteiliges Eingangstor und weitläufige, mit Bonsai-Bäumen geschmückte Gärten. In ihrer Mitte befinden sich ein Gemeinschaftstempel, eine Haupthalle und ein hinterer Hof – ein Aufbau, der auch für andere Versammlungshallen in Hoi An typisch ist.
Die drei markantesten Bereiche der Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde sind der Vorhof, die Haupthalle und der hintere Hof:
1. Der Vorhof
Schon bei Ihrer Ankunft fällt das dreiteilige Steintor zur Tran-Phu-Straße ins Auge. Es ist kunstvoll mit Fabelwesen wie Drachen, Phönixen und Qilinen verziert. Beim Betrachten dieser ausdrucksstarken Reliefs lässt sich die außergewöhnliche Kunstfertigkeit der Handwerker von einst erahnen.
Im Inneren erwartet Sie mitten im Hof ein Brunnen mit einer majestätischen Drachenstatue. Sie versinnbildlicht die Legende vom “Karpfen, der über das Drachentor springt”. An der Ost- und Westseite stehen zwei Gebäudereihen, welche die Haupthalle mit der vorderen Halle verbinden. Besonders eindrucksvoll sind die prachtvollen Gemälde an den umliegenden Wänden.
2. Die Haupthalle
Die außergewöhnlich große Haupthalle beherbergt 3 Altäre. Der mittlere ist Guan Yu und seinem legendären Reittier, dem Roten Hasen, gewidmet. An den beiden übrigen Altären werden der Gott der Erde (Phuoc Duc Chanh Than) und der Gott des Reichtums (Tai Bach Tinh Quan) verehrt.
3. Der hintere Hof
Der hinter der Haupthalle gelegene Hof ist über einen seitlichen Weg erreichbar. Dort fällt sofort ein besonders großes Wandbild von Guan Yu ins Auge.
III. Was gibt es in der Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde zu sehen und zu erleben?
1. Wertvolle Antiquitäten bestaunen
In der Versammlungshalle werden noch heute zahlreiche wertvolle historische Artefakte sorgfältig aufbewahrt, darunter:
- Ein Paar Porzellangefäße mit Seladonglasur
- 4 große waagerechte Lacktafeln
- Ein 1,6 m hoher und 0,6 m breiter Räuchergefäß aus Kupfer
- Darstellungen verschiedener Theaterstücke sowie Dokumente über den Alltag der Gemeinschaft aus Guangdong
Diese Artefakte gewähren Ihnen Einblicke in die Geschichte einer Bevölkerungsgruppe im alten Hoi An. Zugleich vermitteln sie ein tieferes Verständnis für den kulturellen Austausch zwischen Vietnam und China.
2. An den Festlichkeiten teilnehmen
Wenn Sie die Versammlungshalle auf besonders lebendige Weise erleben möchten, lohnt sich ein Besuch während eines der jährlichen Feste. Sie erinnern an legendäre Persönlichkeiten, stärken den Zusammenhalt der Gemeinschaft und tragen zur Bewahrung traditioneller Bräuche bei.
Das Laternenfest findet jeweils bei Vollmond im ersten Monat des Mondkalenders statt. Dabei beten die Menschen um Gesundheit, Glück und Wohlstand im neuen Jahr. Das farbenprächtige Fest zieht zahlreiche Reisende aus aller Welt an.
Am 24. Juni nach dem Mondkalender wird außerdem Guan Yus Geburtstag gefeiert, um dem berühmten Feldherrn die Ehre zu erweisen.
IV. Wie gelangen Sie zur Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde?
Am bequemsten ist ein Flug nach Da Nang mit anschließender Weiterfahrt nach Hoi An. Alternativ erreichen Sie Da Nang auch mit dem Zug oder Fernbus.
Von Da Nang aus gibt es zwei gängige Möglichkeiten, die Altstadt von Hoi An zu erreichen:
- Taxi: Am Flughafen Da Nang finden Sie problemlos ein Taxi. Die Fahrt nach Hoi An dauert etwa 45–55 Minuten und kostet je nach Anbieter rund 350.000–450.000 VND.
- Bus: Diese günstige Variante eignet sich besonders für Rucksackreisende. Die Buslinie 1 verkehrt zwischen dem zentralen Busbahnhof von Da Nang und dem Busbahnhof von Hoi An. Eine einfache Fahrt kostet nur 25.000 VND.
Um Hoi An zu erkunden, können Sie ein Motorrad oder Fahrrad mieten. Eine reizvolle Alternative ist eine Fahrt mit der Fahrradrikscha – einem typischen Bestandteil des Stadtbildes, mit dem Sie unmittelbar in das lebhafte Treiben von Hoi An eintauchen.
V. Weitere Tipps
Die beste Zeit für einen Besuch der Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde ist am späten Vormittag oder am mittleren Nachmittag. Anschließend können Sie Ihre Entdeckungstour zu den weiteren Versammlungshallen von Hoi An fortsetzen.
Die Versammlungshalle der kantonesisch-chinesischen Gemeinde ist ein besonderer Ort für alle, die sich für Kultur begeistern. Hier erfahren Sie nicht nur viel über die Geschichte, sondern können sich auch in die Blütezeit von Hoi An zurückversetzen lassen.
Vergessen Sie daher bei Ihrer nächsten Reise nach Hoi An nicht, diese Versammlungshalle zu besuchen und die wohltuende Ruhe des Ortes auf sich wirken zu lassen.
