Wasserbüffelreiten in Hoi An – ein einzigartiges Erlebnis auf dem Land

Wasserbüffelreiten in Hoi An – ein einzigartiges Erlebnis auf dem Land

Wasserbüffelreiten in Hoi An

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 24. Februar 2021

Unter den berühmten Reisezielen Vietnams ist die Altstadt von Hoi An seit jeher einer der beliebtesten Orte für internationale Reisende, die das besondere Flair der Stadt erleben möchten.

Hoi An begeistert nicht nur mit seiner historischen, beinahe poetischen Schönheit, in der sich die stolze Kultur und Geschichte des S-förmigen Landes widerspiegeln. Die Stadt zieht auch mit außergewöhnlichen Freizeitangeboten zahlreiche Gäste an – darunter das Wasserbüffelreiten in Hoi An. Wasserbüffel gehören seit jeher zum Alltag der Menschen auf dem Land. Bei diesem Erlebnis erhalten Sie einen authentischen Einblick in Vietnams Bräuche und ländliches Leben.

Warum gilt der Wasserbüffel als Nationaltier Vietnams?

Der Wasserbüffel gilt als Nationaltier Vietnams

Der Büffel gehört zur Familie der Hornträger und ist vor allem in Asien verbreitet. In Vietnam prägt er seit Langem das Bild der Landwirtschaft und des ländlichen Lebens. Obwohl er diesen Status nicht offiziell trägt, gilt der Büffel im Bewusstsein vieler Menschen seit Generationen als eines der Nationaltiere des schönen S-förmigen Landes.

Für die Vietnamesen ist der Büffel ein friedlicher und unverzichtbarer Begleiter, besonders auf dem Land. Vietnam ist traditionell landwirtschaftlich geprägt, und die Feldarbeit spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Landes. Seit Generationen stellt der Büffel seinen großen Nutzen unter Beweis: Er zieht Pflüge durch die Reisfelder und erleichtert den Bauern so die schwere Arbeit. Auch bei der Ernte ist er ein verlässlicher Helfer, der schwere Erzeugnisse und Lasten transportiert. Wer durch Vietnams ländliche Regionen reist, begegnet beinahe überall Büffeln – bei der Arbeit mit den Bauern oder ruhig am Feldrand. In einem Land, in dem Reis zu den wichtigsten Exportgütern zählt, ist der Büffel zweifellos eines der bedeutendsten Nutztiere.

Manche fragen sich vielleicht, warum der Büffel angesichts des technischen Fortschritts noch nicht durch moderne Maschinen ersetzt wurde. Der Grund liegt in der abwechslungsreichen Landschaft Vietnams: Die Felder unterscheiden sich stark in Größe und Beschaffenheit. Maschinen eignen sich meist nur für große Flächen und können auf kleinen, schmalen Parzellen kaum eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass moderne Landmaschinen teuer und für viele vietnamesische Bauern unerschwinglich sind. Ein Büffel kostet deutlich weniger, kommt mit nahezu jedem Gelände zurecht und ist trotz seines langsameren Arbeitstempos ein äußerst zuverlässiger Helfer.

Neben seiner Arbeitskraft liefert der Büffel auch Fleisch und Rohstoffe für unterschiedliche Wirtschaftszweige. Büffelfleisch erfreut sich bei Feinschmeckern zunehmender Beliebtheit, während Haut und Knochen unter anderem zur Herstellung von Jacken, Helmen, Schuhen und weiteren Produkten verwendet werden. Damit besitzt der Büffel für Vietnam auch eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung.

In der vietnamesischen Kultur steht der Büffel für Fleiß – eine der wichtigsten Tugenden des vietnamesischen Volkes. Er kann über lange Zeit arbeiten, ob bei glühender Sonne, im Regen oder bei stürmischem Wetter. Diese Ausdauer wird auch den Menschen in Vietnam zugeschrieben: Unabhängig von den Umständen arbeiten sie hart, um etwas zu erreichen und ihren Familien ein gutes, glückliches und sicheres Leben zu ermöglichen. Fleiß, Gewissenhaftigkeit und Wissbegier prägen das Bild der Vietnamesen seit Langem und haben ihnen international Respekt und Vertrauen eingebracht.

Der Büffel erscheint in zahlreichen Kunstformen, darunter Gemälde, Gedichte, literarische Werke und Volkslieder. Wer einen Blick auf die Dong-Ho-Bilder wirft – ein bedeutendes Kulturgut Vietnams –, entdeckt das Tier in vielen Motiven. Auch in vietnamesischen Gedichten, Volksversen und Sprichwörtern wird der Büffel immer wieder erwähnt. Man kann daher mit Recht sagen, dass er die Menschen seit den Anfängen des Aufbaus und der Entwicklung des S-förmigen Landes begleitet.

Früher galt ein Büffel zudem als Zeichen des Wohlstands. Vermögende Familien hängten mitunter Büffelknochen an ihre Türen, um ihren Reichtum sichtbar zu machen. Noch heute finden verschiedene Feste rund um das Tier statt, darunter das Büffelopferfest, bei dem um reiche Ernten und Wohlstand gebeten wird, sowie Büffelkämpfe, die die erstaunliche Kraft dieses sonst so friedlich wirkenden Tieres zeigen. Im Laufe der vietnamesischen Geschichte ist der Büffel zu einem vertrauten Motiv des Alltags, der Kunst und der spirituellen Kultur geworden.

Auch in vietnamesischen Mythen und historischen Überlieferungen taucht der Büffel auf. Einer alten Legende zufolge entstand der Westsee (Ho Tay), eine bekannte Sehenswürdigkeit in Hanoi, als ein göttlicher goldener Büffel mit seinen Hufen auf den Boden stampfte. In den Kriegen gegen fremde Eindringlinge spielte das Tier ebenfalls eine wichtige Rolle: Büffel transportierten Vorräte wie Lebensmittel, Waffen und Medikamente für die Soldaten und trugen damit zu Vietnams Siegen bei.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Büffel in vielen Bereichen Vietnams eine unersetzliche Rolle gespielt hat und bis heute spielt – in der Wirtschaft ebenso wie in Kultur, Geschichte und spirituellen Vorstellungen. Deshalb betrachten ihn viele Menschen als Nationaltier des S-förmigen Landes und als bedeutendes Symbol vietnamesischer Kultur und Identität.

Wie fühlt sich Wasserbüffelreiten auf dem Land bei Hoi An an?

Ein Reisender reitet in Vietnam auf einem Wasserbüffel
Foto: @moshichubby

Damit internationale Gäste die Kultur und den Alltag Vietnams besser kennenlernen können, hat sich das Wasserbüffelreiten zu einer beliebten Aktivität auf dem Land rund um Hoi An entwickelt. Innerhalb kurzer Zeit kamen Tausende Reisende aus aller Welt nach Hoi An, um dieses außergewöhnliche Erlebnis selbst auszuprobieren.

Die Menschen vor Ort kümmern sich mit viel Erfahrung um ihre Büffel und haben ein enges Vertrauensverhältnis zu ihnen aufgebaut. Die Tiere sind an den Umgang mit Menschen gewöhnt, ruhig und lassen sich gut führen. Gäste müssen daher keine Angst haben, von einem Büffel angegriffen zu werden. Dennoch ist es wichtig, den Anweisungen der Halter aufmerksam zu folgen und den Tieren jederzeit mit Respekt zu begegnen.

Im Dorf Tra Que bei Hoi An, umgeben von friedlichen Feldern und frischer Landluft, können Sie die ruhige Atmosphäre genießen und ungewöhnliche Erinnerungsfotos aufnehmen, während Sie darauf warten, den Büffel zu besteigen. Je nach Größe kann ein Tier ein bis drei Personen tragen und entweder durch seichtes Wasser waten oder über die weiten Reisfelder laufen. Jeder Büffel wird sorgfältig von einer einheimischen Begleitperson geführt, damit er auf dem richtigen Weg und in angemessenem Tempo bleibt. Neben einem Besuch der Altstadt, dem Probieren regionaler Spezialitäten oder einem Tag als Landwirt hat sich das Wasserbüffelreiten rasch zu einer der Aktivitäten entwickelt, auf die sich internationale Gäste in Hoi An besonders freuen.

Nachdem Sie bezahlt und einen Büffel ausgewählt haben, wird das Tier sicher im wasserbedeckten Reisfeld positioniert. Anschließend zeigt Ihnen die Begleitperson, wie Sie richtig auf seinem Rücken Platz nehmen. Der Halter führt den Büffel zunächst langsam weiter ins Feld hinein. Nach einer gewissen Strecke lässt er ihn selbstständig weitergehen und spornt ihn behutsam zu einem etwas schnelleren Tempo an – ein aufregender Moment für die Gäste. Manchmal bleibt der Büffel stehen und wartet darauf, von seinem Halter gestreichelt und zum Weitergehen ermuntert zu werden. Gerade diese liebenswerte Eigenart lässt viele Reisende Vietnams Büffel noch mehr ins Herz schließen.

Viele von uns sind an Hochhäuser, belebte Straßen und nicht enden wollenden Verkehr gewöhnt. Umso wohltuender ist es, aufs ruhige Land hinauszufahren und einem Tier so unmittelbar zu begegnen. Die Aktivität bringt Sie nicht nur der Natur näher, sondern bietet auch eine besondere Gelegenheit, körperlich und geistig abzuschalten – fern von moderner Technik und hektischem Stadtleben. Viele internationale Gäste zeigen sich begeistert, wenn sie zum ersten Mal auf einem Büffel reiten, denn in ihrer Heimat bietet sich eine solche Gelegenheit nur selten.

Beim Wasserbüffelreiten sammeln Sie außergewöhnliche Erinnerungen mit einem sanftmütigen Tier und erhalten zugleich einen unmittelbaren Einblick in die vietnamesische Kultur und ihre Bräuche. Kindern kann das Erlebnis einen liebevollen, verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren und der Natur vermitteln. So bleibt ihnen nicht nur ein besonderes Abenteuer in Erinnerung, sondern auch die Bedeutung des Umweltschutzes.

Obwohl sie Gäste auf ihrem Rücken tragen, werden die Büffel in Hoi An fürsorglich behandelt. Die Menschen vor Ort achten sorgfältig auf ihre Bedürfnisse – von der Fütterung und dem Baden bis zu ausreichenden Ruhezeiten. Das Wasserbüffelreiten gilt daher als tierfreundliche Aktivität, die Menschen eine sichere und respektvolle Begegnung mit diesen Tieren ermöglicht.

Tipps zum Wasserbüffelreiten in Hoi An
Foto: @marchimar

Tipps zum Wasserbüffelreiten

  • Hören Sie aufmerksam auf die Anweisungen des Büffelhalters. Niemand kennt das Tier besser als sein Halter. Damit Ihr Erlebnis sicher, angenehm und unvergesslich wird, sollten Sie deshalb alle Hinweise genau befolgen und nichts tun, wovon Ihnen abgeraten wird.
  • Begegnen Sie dem Büffel freundlich und behutsam. Die für diese Aktivität eingesetzten Tiere sind an Menschen gewöhnt und in der Regel ruhig. Laute Geräusche, heftige Bewegungen oder grobes Verhalten können sie jedoch erschrecken und ihre Führung erschweren. Nähern Sie sich dem Büffel langsam und berühren Sie ihn vorsichtig – dann wird er meist schnell Vertrauen zu Ihnen fassen.
  • Sitzen Sie ruhig auf dem Rücken des Büffels. Nehmen Sie eine stabile Haltung ein und vermeiden Sie unnötige Bewegungen. Wenn Sie stark hin und her rutschen oder zappeln, kann dies das Tier beunruhigen und dazu führen, dass Sie herunterfallen und sich verletzen. Je ruhiger Sie sitzen, desto leichter kann der Halter für Ihre Sicherheit sorgen.
  • Tragen Sie kurze und geeignete Kleidung. Ein besonderer Reiz des Büffelreitens besteht darin, durch ein wasserbedecktes Reisfeld getragen zu werden. Der Büffel watet langsam durchs Wasser, während Sie auf seinem Rücken möglichst trocken bleiben. Dennoch lässt es sich nicht immer vermeiden, dass Hose oder Schuhe etwas nass werden. Tragen Sie deshalb am besten kurze Kleidung und Sandalen statt geschlossener Schuhe – oder ziehen Sie Ihre Schuhe einfach aus, bevor Sie aufsteigen.
  • Reiten Sie nur bei Tageslicht. Wasserbüffelreiten wird ausschließlich tagsüber angeboten, wenn die Umgebung gut zu erkennen ist. So kann der Halter das Tier leichter führen, und das Erlebnis ist deutlich sicherer als bei Dunkelheit. Wenn Sie teilnehmen möchten, sollten Sie daher rechtzeitig in Hoi An eintreffen.
  • Füttern Sie den Büffel nicht ohne Erlaubnis. Wenn Sie dem Tier etwas zu fressen geben möchten, fragen Sie zunächst seinen Halter, ob dies erlaubt ist und welches Futter geeignet ist. Er zeigt Ihnen gern, wie Sie den Büffel richtig füttern, und gibt Ihnen eine passende Leckerei. Die Tiere müssen gesund bleiben, damit sie ihren Haltern bei der Feldarbeit helfen und weitere Gäste sicher tragen können. Ungeeignetes Futter kann Verdauungsprobleme oder Krankheiten verursachen und möglicherweise Behandlungskosten nach sich ziehen – eine Komplikation, die Sie während Ihres Urlaubs sicher vermeiden möchten.

Obwohl das Wasserbüffelreiten in Hoi An erst seit einigen Jahren angeboten wird, hat es sich schnell zu einer der bekanntesten und beliebtesten Aktivitäten der Stadt entwickelt – insbesondere bei internationalen Gästen. Es vermittelt Einblicke in Vietnams bäuerliche Kultur und fördert zugleich einen liebevollen, verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren und der Umwelt. So hat das Erlebnis bereits Tausende Reisende aus Vietnam und aller Welt begeistert.

Es wäre schade, Hoi An zu verlassen, ohne wenigstens einmal auf einem Wasserbüffel geritten zu sein. Dabei gewinnen Sie nicht nur eine unvergessliche Erinnerung an das ländliche Leben rund um Hoi An, sondern lernen auch ein Tier näher kennen, das als nationales Symbol Vietnams gilt. Vielleicht inspiriert Sie dieses Erlebnis sogar dazu, bewusster, nachhaltiger und naturverbundener zu leben.

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