5 traditionelle Handwerksdörfer in der Altstadt von Hoi An, Vietnam

5 traditionelle Handwerksdörfer in der Altstadt von Hoi An, Vietnam

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 8. Januar 2021

Ein Besuch der traditionellen Handwerksdörfer in Hoi An gehört zu den besten Möglichkeiten, Einblicke in den Alltag der Einheimischen zu gewinnen und die überlieferten Werte dieser Region zu verstehen. Entdecken Sie fünf traditionelle Handwerksdörfer in Hoi An, die Sie unbedingt besuchen sollten und die Ihre Reise gewiss bereichern werden.

1. Holzschnitzerdorf Kim Bong

Holzschnitzerdorf Kim Bong

Höhepunkte:

Nach einer etwa 10-minütigen Überfahrt von Hoi An über den Thu-Bon-Fluss erreichen Sie das Holzschnitzerdorf Kim Bong. Seit mehr als 600 Jahren entstehen hier hochwertige Holzarbeiten für das ganze Land – von königlichen Grabstätten in Hue bis zu Hochhäusern in Großstädten wie Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt. Der charakteristische Stil gilt als harmonische Verbindung japanischer, chinesischer und chamischer Einflüsse.

Die Handwerker von Kim Bong sind auf drei Bereiche spezialisiert: Schiffbau, Holzmöbel für den täglichen Gebrauch und die Restaurierung historischer Bauwerke. Diese Vielfalt fördert die lebendige Entwicklung des Dorfes und trägt dazu bei, das traditionelle Handwerk und das Wissen seiner Meister über Generationen hinweg zu bewahren.

Was Sie unternehmen können:

Kim Bong ist für seine kunstvollen Holzarbeiten bekannt, die Besucher in Hoi An auch als Andenken erwerben können. Entlang der beiden Hauptstraßen finden Sie zahlreiche Werkstätten und Geschäfte mit fein gearbeiteten Stücken für zu Hause. Unter den geschickten Händen der Kunsthandwerker verwandelt sich Holz in Wasserbüffel, geschnitzte Teller in Bambusform oder rustikale Glücksschweine.

Vielleicht begegnen Sie auch Herrn Duong Ngoc Sang, einem Fachmann für die Herstellung und das Stimmen von Gongs. Er gilt als “lebender Schatz” des Dorfes und hat Besuchern viel über sein Handwerk und dessen Geschichte zu erzählen.

Die frische Luft und die friedliche Atmosphäre auf dem Land lassen den Alltagsstress rasch verfliegen. Auch der allgegenwärtige Duft von Holz und Farbe wird Ihnen in Erinnerung bleiben.

Tipps:

Der Besuch ist kostenlos. Die Bootsfahrt von der Altstadt von Hoi An nach Kim Bong dauert etwa 10 Minuten.

2. Bronzegießerdorf Phuoc Kieu

Bronzegießerdorf Phuoc Kieu

Höhepunkte:

Das seit mehr als 400 Jahren bestehende Bronzegießerdorf Phuoc Kieu zählt zu den ältesten traditionellen Handwerksdörfern rund um Hoi An. Gegründet wurde es von Gefolgsleuten des Feudalherrn Nguyen Hoang. Später stellte man hier auch Waffen, Gegenstände für königliche Zeremonien und Amtssiegel her. Noch heute brennen die Feuer in den Schmiedeöfen, und das Dorf ist vor allem für zeremonielle Bronzeobjekte und kunstvolle Dekorationsstücke bekannt.

Besonders bekannt sind die Kunsthandwerker Duong Ngoc Dung und Duong Ngoc Truyen, die 2006 eine 1,8 Tonnen schwere Glocke vollendeten. Zum Sortiment des Dorfes gehören Glocken, Räuchergefäße, Vasen nach historischen Vorbildern, gongähnliche Musikinstrumente und Lampenhalter.

Das nur 9 Kilometer von der Altstadt entfernte Dorf ist bequem mit dem Fahrrad oder Motorrad erreichbar. Anhand der hier gefertigten Kochutensilien und Kultgegenstände erhalten Sie interessante Einblicke in das Alltags- und Glaubensleben der Einheimischen.

Was Sie unternehmen können:

Bronzewaren werden direkt am Straßenrand angeboten. Nach ein wenig Verhandeln können Sie ein schönes Stück als Andenken mit nach Hause nehmen. Die Auswahl ist groß, und die Preise reichen von VND 100,000 bis zu mehreren Millionen Vietnam-Dong.

Neben dem Kauf von Souvenirs können Sie auch bei der Herstellung eines Bronzeobjekts mitwirken. So erleben Sie unmittelbar, mit welcher Sorgfalt die Kunsthandwerker jedes einzelne Stück fertigen.

Ein weiteres Wahrzeichen und besonderes Erzeugnis des Dorfes sind seine Gongs. Bei einer Vorführung der Kunsthandwerker hören Sie nicht nur ihren unverwechselbaren Klang, sondern spüren zugleich etwas von der Seele des Bronzegießerdorfs Phuoc Kieu.

Tipps:

Bringen Sie am besten einen Hut, ein kleines Handtuch und Ihre Kamera mit.

3. Laternendorf Xa Duong

Laternendorf Xa Duong

Höhepunkte:

Wenn Sie abends die Altstadt von Hoi An besuchen, leuchten Ihnen Tausende farbenfrohe Laternen entgegen. Doch wissen Sie auch, wo sie entstehen? Im Laternendorf Xa Duong werden die funkelnden Kunstwerke von Hand gefertigt. Seine Laternen gelten als die schönsten der Region, und die Menschen in Hoi An betrachten Xa Duong als Wiege dieses Handwerks. In mehr als 400 Jahren wurden die Techniken und Formen stetig verfeinert und erweitert. Früher fertigte man vor allem einfache Laternen und Löwenköpfe; heute gibt es Laternen in zahlreichen Formen, darunter Rauten, Kugeln, Vierecke, Sechsecke und Zylinder.

In den Straßen der Altstadt von Hoi An begegnen Ihnen die Laternen überall – gefertigt werden sie jedoch in diesem Dorf. Sie sind zum Wahrzeichen Hoi Ans geworden und verleihen der Stadt ihre unverwechselbare romantische Atmosphäre.

Was Sie unternehmen können:

  • Kaufen Sie Laternen für Freunde und Familie. Die Menschen in Hoi An glauben, dass aufgehängte Laternen Glück, Freude und Wohlstand bringen. Damit sind sie ein besonders bedeutungsvolles Souvenir, das Sie noch lange an Ihre Reise nach Hoi An und Ihren Besuch in Xa Duong erinnern wird.
  • Nehmen Sie an einem Kurs zur Laternenherstellung teil. Dabei lernen Sie traditionelle Handwerkstechniken und zugleich ein Stück vietnamesischer Kultur kennen. Sie begleiten den gesamten Herstellungsprozess – von der Auswahl der Seide für die Bespannung bis zum Bambus für das Gestell. Ihre selbst gefertigte, einzigartige Laterne dürfen Sie anschließend mit nach Hause nehmen.

Tipps:

Die beste Zeit für einen Besuch im Laternendorf Xa Duong ist der 14. Tag jedes Mondmonats, an dem das monatliche Laternenfest gefeiert wird. Bewundern Sie nach Einbruch der Dunkelheit das leuchtende Farbenmeer und lassen Sie selbst eine Laterne auf dem Hoai-Fluss treiben.

4. Kräuterdorf Tra Que

Kräuterdorf Tra Que
Foto: vietnamexoploretravel.com

Höhepunkte:

Auch Tra Que gehört zu den bekanntesten traditionellen Dörfern von Hoi An. Sein Name bedeutet “Zimttee”. Die Geschichte des Dorfes begann vor mehr als 300 Jahren, als seine Bewohner noch hauptsächlich vom Fischfang lebten. Nachdem sie die Vorzüge der fruchtbaren Böden erkannt hatten, begannen sie, Kräuter und Gemüse anzubauen. Was macht die Erzeugnisse von Tra Que so besonders? Ihre außergewöhnliche Frische und Qualität verdanken sie einem natürlichen Dünger aus Algen der Tra-Que-Lagune. Auf aggressive Chemikalien und giftige Pflanzenschutzmittel verzichten die Bauern konsequent.

Im Dorf leben etwa 200 Familien. Seine friedliche Atmosphäre und die sattgrünen Anbauflächen machen Tra Que zu einem reizvollen Ausflugsziel. Obwohl das Dorf klein ist, versorgt es zahlreiche Restaurants und Haushalte in Hoi An mit frischem Gemüse. Mit ihren besonderen Anbaumethoden erzeugen die Bauern Gemüse von höchster Qualität und verdienen mit ihrer mühevollen Arbeit rund VND 200.000 (etwa USD 8.6) pro Tag.

Die Dorfbewohner bauen bis zu 41 verschiedene Kräuter- und Gemüsesorten an, darunter Wasserspinat, Wintermelone und Kurkuma. Bei manchen Sorten vergehen von der Aussaat bis zur Ernte nur 20 Tage. Ihr unverwechselbares Aroma ist weit über das Dorf hinaus bekannt und wird von den Menschen in Hoi An sehr geschätzt.

Was Sie unternehmen können:

  • Nehmen Sie an einem Kochkurs teil: In Tra Que befindet sich das Restaurant Waterwheel, dessen erfahrene Gastgeber ihr Wissen über regionale Kochtechniken und Rezepte gern mit Ihnen teilen. Das Beste daran: Sie kochen mit besonders frischen Zutaten, die noch am selben Tag auf den umliegenden Feldern geerntet wurden.
  • Stellen Sie Reispapier her. Vermutlich kennen Sie Reispapier bereits als Hülle zahlreicher vietnamesischer Gerichte, insbesondere von Frühlingsrollen. In einer Werkstatt im Dorf erfahren Sie, wie es hergestellt wird, und lernen jeden Arbeitsschritt kennen – vom Mahlen des Reises über das Kochen und Ausstreichen des Teigs bis zum Trocknen.

Tipps:

Probieren Sie bei einem Abendessen auf einem Biohof im Dorf unbedingt Gerichte wie “Banh xeo”, Papayasalat und “Drei Freunde”.

5. Töpferdorf Thanh Ha

Höhepunkte:

Das rund 2 Kilometer entfernte Töpferdorf Thanh Ha zählt noch immer zu den weniger bekannten Sehenswürdigkeiten der Region. Von Hoi An gelangen Sie mit dem Bus oder per Boot dorthin. Bei Ihrem Besuch erfahren Sie mehr über die lange Geschichte des Dorfes und erleben, wie die örtlichen Kunsthandwerker die überlieferte Töpfertradition bewahren.

Bekannt wurde das Töpferdorf Thanh Ha gegen Ende des 15. Jahrhunderts, als Menschen aus Nordvietnam hierherzogen, um ein neues Leben zu beginnen. Dank des florierenden Hafens von Hoi An erlebte das Töpferhandwerk im 18. Jahrhundert seine Blütezeit.

Die geschickten Kunsthandwerker fertigen ihre Töpferwaren bis heute mit traditionellen Techniken aus Ton. Seit 6 Jahrhunderten wird dieses Wissen von Generation zu Generation weitergegeben. Im Dorf erwarten Sie eindrucksvolle Keramikarbeiten, die berühmte Landschaften und Bauwerke aus aller Welt darstellen. Trotz aller Höhen und Tiefen haben sich die Kunsthandwerker ihre Leidenschaft bewahrt und halten die traditionelle Töpferkunst lebendig.

Was Sie unternehmen können:

  • Besuchen Sie das Töpfereimuseum Thanh Ha: Der moderne, offen gestaltete Bau bietet Aktivitäten für die ganze Familie. In dem zweistöckigen Gebäude erwarten Sie eine Werkstatt, eine Galerie, ein Souvenirladen und ein Terrakottamarkt. Eine Ausstellung vermittelt Ihnen Wissenswertes über die Geschichte der Töpferkunst in Hoi An und die besondere Atmosphäre des Dorfes. Lauschen Sie alten Geschichten und Legenden über die Vorfahren oder nehmen Sie sich einfach Zeit, die Seele dieses Ortes auf sich wirken zu lassen.
  • Schlendern Sie durch den Terrakottapark. Von außen mag er wie ein gewöhnlicher Skulpturenpark wirken, doch im Inneren entdecken Sie Miniaturausgaben berühmter Bauwerke aus aller Welt. Bei Ihrem Rundgang erkennen Sie vielleicht die Freiheitsstatue, den Schiefen Turm von Pisa oder das Taj Mahal. Einige Kunstwerke dürfen Sie sogar berühren – und sich dabei vorstellen, wie solche Stücke vor 50 oder sogar 100 Jahren geschaffen wurden.

Tipps:

Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, lohnt sich ein Besuch im Untergeschoss des Töpfereimuseums. Dort können die Kleinen selbst töpfern, Masken bemalen und an weiteren spannenden Aktivitäten teilnehmen. Kinder lieben es, sich dabei die Hände schmutzig zu machen und jeden Winkel des Museums zu erkunden.

So sehr sich Wissenschaft und Technik auch weiterentwickeln: Die traditionellen Dörfer von Hoi An bewahren Werte und Fertigkeiten, die Sie nirgendwo sonst auf der Welt in dieser Form finden. Nehmen Sie sich ein oder zwei Tage Zeit, um diese besonderen Orte zu entdecken – Sie werden es nicht bereuen!

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