Vinh-Trang-Pagode (Tien Giang)

Vinh-Trang-Pagode (Tien Giang)

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 10. Februar 2020

Wenn Sie gern in der Natur unterwegs sind und das Leben der Menschen im Mekong-Delta aus nächster Nähe kennenlernen möchten, sollten Sie die Vinh-Trang-Pagode nicht verpassen – ein historisches Juwel südlicher Baukunst in der Provinz Tien Giang.

Geschichte der Vinh-Trang-Pagode

Ursprünglich war die Anlage eine kleine, mit Blättern gedeckte Einsiedelei, die der Bezirksvorsteher Bui Cong Dat zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichten ließ. Im Jahr 1849 ließ der hochwürdige Abt Thich Hue Dang an ihrer Stelle eine große Pagode erbauen und gab ihr den Namen Vinh-Trang-Pagode. Sein Nachfolger war der hochwürdige Thich Thien De. Im Jahr 1890 baten buddhistische Laien den hochwürdigen Thich Chanh Hau von der königlich anerkannten Linh-Thuu-Pagode, die Leitung der Pagode zu übernehmen. 1895 ließ er die Anlage erneuern. Die Pagode besitzt zahlreiche kunstvoll geschnitzte Ziergitter sowie horizontale und längliche Tafeln mit parallel angeordneten Sinnsprüchen. Der hochwürdige Thich Minh Dang ließ das dreiteilige Eingangstor, die Haupthalle und die Ahnenhalle errichten. Auch diese Bereiche sind mit zahlreichen Ziergittern sowie horizontalen und länglichen Tafeln mit parallel angeordneten Sinnsprüchen geschmückt.

Architektur und Aufbau der Vinh-Trang-Pagode

Die Vinh-Trang-Pagode ist die größte Pagode der Provinz Tien Giang. Ihr 2,000 m2 großes Gelände ist von zahlreichen prächtigen Bäumen geprägt. Sie wurde 1849 im Dorf My Phong in der Stadt My Tho erbaut. Ihr Grundriss entspricht dem chinesischen Schriftzeichen für “Nation”. Die Pagode umfasst vier große, miteinander verbundene Bereiche: die Vorhalle, die Haupthalle, die Gebetshalle und den hinteren Bereich. Die Verbindung europäischer und asiatischer Baustile verleiht der Anlage eine prachtvolle, würdevolle und zugleich klare Ausstrahlung.

Die eindrucksvolle Anlage vereint chinesische, vietnamesische und angkorianische (kambodschanische) Baustile. Sie besteht aus fünf Gebäuden und zwei kunstvoll gestalteten Höfen, die von insgesamt 178 Säulen getragen werden.

Zu den schönsten Bauwerken der Pagode zählen zwei Triumphbögen, deren kunstvolle Mosaike aus Flaschen- und Porzellanscherben harmonische Szenen aus den Legenden Buddhas darstellen. Im Inneren befinden sich eine Bilderserie mit dem Titel “Acht auf Tieren reitende Unsterbliche”, eine Gruppe lebensgroßer Bronzestatuen der heiligen Amitabha-Dreifaltigkeit und vor allem die 18 aus Holz geschnitzten Arhats. Dieses einzigartige Ensemble im westlichen Teil Südvietnams wurde 1907 von mehreren Künstlern geschaffen. Auf dem Gelände verteilen sich die Gräber buddhistischer Mönche, die sich einst um die Pagode kümmerten. Sie sind mit sorgfältig gravierten Steinplatten verziert.

Die Pagode besitzt drei Eingänge. Das mittlere Eisentor bleibt stets geschlossen, während die beiden im Co-Lau-Stil gestalteten Seitentore geöffnet sind. Farbenprächtige Porzellanmosaike mit buddhistischen Erzählungen und Naturlandschaften schmücken die Seitentore.

Die Fassade der Vinh-Trang-Pagode verbindet asiatische und europäische Architektur. Zu erkennen sind Einflüsse der Renaissance und der Romanik sowie französische Blumenornamente und japanische glasierte Ziegel. Aus der Ferne erinnert die Pagode an einen Angkor-Tempel mit fünf Türmen.

Einheimischen Überlieferungen zufolge reisten ein Mönch namens Minh Dan und der Architekt Huynh Tri Phu vor dem Bau der Pagode nach Kambodscha, um sich inspirieren zu lassen. Schließlich verbanden sie Khmer-Architektur mit europäischen Stilelementen. Die Vinh-Trang-Pagode beherbergt 60 wertvolle Statuen aus Kupfer, Holz und Terrakotta. Als kostbarstes Ensemble gelten die 18 Arhats, die 1907 aus dem Holz des Jackfruchtbaums geschnitzt wurden. Darüber hinaus besitzt die Pagode eine Glocke aus dem Jahr 1854.

Gärten mit Zierpflanzen, alten Bäumen und Bonsais umgeben die Pagode und schaffen eine friedvolle Atmosphäre. Einst bot die Anlage vietnamesischen Patrioten Zuflucht; heute ist sie von der Regierung als nationales historisches und kulturelles Denkmal anerkannt.

Die Architektur der Vinh-Trang-Pagode verbindet asiatische und europäische Baustile zu einem harmonischen Ganzen und verleiht diesem buddhistischen Heiligtum eine prachtvolle, zugleich aber schlichte Schönheit.

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