Das in der Provinz Hoa Binh gelegene Mai-Chau-Tal ist für seine kleinen Stelzenhäuser der ethnischen Gruppe der Weißen Thai, seine idyllische Landschaft und seine lebendige kulturelle Identität bekannt. Eingebettet zwischen dicht bewaldeten Hügeln und nicht weit von Hanoi entfernt, lädt Mai Chau zu einer ruhigen, erholsamen Auszeit ein. Erfahren Sie hier, was Mai Chau so besonders macht und was Sie während Ihres Aufenthalts sehen und unternehmen können.
Lage: Bezirk Mai Chau, Provinz Hoa Binh, 130 Kilometer von Hanoi entfernt
Inhalt
I. Höhepunkte des Mai-Chau-Tals
Mai Chau zählt zu den bekanntesten Homestay-Regionen Vietnams und ist die Heimat der Weißen Thai, einer ethnischen Gruppe, die entfernt mit Bevölkerungsgruppen in Laos und China verwandt ist. Die Weißen Thai pflegen ihre eigenen kulturellen Bräuche und besonderen landwirtschaftlichen Techniken. Zu den markantesten Merkmalen ihrer Lebensweise gehört die traditionelle Bauweise ihrer Häuser.
Zwischen den Hügeln liegen stille Ansammlungen von Stelzenhäusern. Die Häuser der Thai werden hauptsächlich auf Holz- und Bambuspfählen errichtet und stehen 2–3 Meter über dem Boden. Der freie Bereich darunter dient der Unterbringung von Nutztieren, während sich das tägliche Familienleben im oberen Stockwerk abspielt. Besonders viele Homestays in Stelzenhäusern finden Sie im Dorf Lac, dem bekanntesten Ort der Region.
Die Thai sind für ihre hervorragende Küche und ihr außergewöhnliches handwerkliches Geschick bekannt. Lassen Sie sich keinesfalls die köstlichen regionalen Speisen entgehen, deren Zutaten größtenteils aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Die Frauen der Thai wiederum beherrschen anspruchsvolle Webtechniken. Handgefertigte Brokatstoffe sind ein schönes Andenken an die Kulturen im Nordwesten Vietnams.
Neben stillen Reisfeldern, dem ursprünglichen Charme der Dörfer und kunstvollem Handwerk erwarten Sie in Mai Chau auch eindrucksvolle Karsthöhlen. Die größten sind die Mo-Luong-Höhle und die Chieu-Höhle, die beide reizvolle Möglichkeiten zum Wandern und Trekking bieten.
II. Was können Sie im Mai-Chau-Tal sehen und unternehmen?
1. Übernachten Sie in einem authentischen Homestay

Zum Krähen der Hähne aufzuwachen, ist ein Erlebnis für sich. In den Dörfern Mai Chau, Pom Coong und Lac stehen Ihnen verschiedene Homestays offen. Sie werden von Familien der Weißen Thai geführt und bieten Unterkunft, Mahlzeiten sowie kulturelle Darbietungen. Ringsum erstrecken sich idyllische Dörfer, leuchtend grüne Reisfelder, üppige Wälder und hoch aufragende Berggipfel – eine schönere Kulisse ist kaum vorstellbar.
Bei einer Übernachtung werden Sie vor allem von den regionalen Spezialitäten begeistert sein, die Ihre gastfreundlichen Gastgeber zubereiten. Typische Gerichte sind in Bambusrohren gedämpfter Klebreis, gebratenes “Man”-Schwein und bittere Bambussprossen. Auch Reiswein trinken Sie hier auf eine vermutlich ganz neue Art: Gemeinsam nippt man durch lange Halme aus einem Tonkrug. Der sogenannte “Can”-Reiswein ist in Vietnam für seinen besonderen Geschmack und das gesellige Trinkritual weithin bekannt.

Auch das Schlafen auf einer Matratze auf dem knarrenden Bambusboden dürfte für viele Reisende eine neue Erfahrung sein. Keine Sorge: Moskitonetze und Decken sind in den meisten Homestays vorhanden. Da die Stelzenhäuser ausgezeichnet belüftet sind, benötigen Sie keine Klimaanlage.
Zum Kulturprogramm gehören traditionelle Tänze der Thai, dargeboten von örtlichen Gruppen. Junge Frauen tragen dabei ihre schönsten Trachten und tanzen und singen zu überlieferten Volksliedern. Der unverwechselbare kulturelle Reichtum der Thai wird Sie dabei gewiss in seinen Bann ziehen.
2. Erkunden Sie das Tal mit dem Fahrrad oder zu Fuß
Die Betreiber von Hotels und Homestays helfen Ihnen gern dabei, ein Fahrrad auszuleihen. Wenn Sie durch die Reisfelder radeln, die malerische Landschaft genießen und die frische Landluft einatmen, bieten sich unzählige Fotomotive. Im Frühling blühen rund um Mai Chau zahlreiche Wildblumen – einer der schönsten Anblicke, die das Tal zu bieten hat.
Die Wege in Mai Chau sind zwar unbefestigt, lassen sich aber gut mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Ein örtlicher Reiseleiter kann Ihnen geeignete Rad- und Wanderrouten für Sie und Ihre Familie empfehlen.
3. Entdecken Sie die Höhlen von Mai Chau
Die beiden größten Höhlen von Mai Chau sind die Mo-Luong-Höhle und die Chieu-Höhle. Beide entstanden im Karstkalkstein – derselben geologischen Formation, der auch die Inseln der Halong-Bucht ihre Gestalt verdanken. Die Mo-Luong-Höhle liegt im Berg Phu Ka und erstreckt sich über rund 500 Meter. Zwei Eingänge führen in einen großen, kathedralenartigen Innenraum, von dem vier weitere Höhlenkammern abzweigen.
Die Chieu-Höhle erreichen Sie nur über eine Treppe mit 1200 Stufen. Ihr Inneres reicht etwa 140 Meter weit in den Berg hinein und teilt sich in zwei Kammern.
Für einen ganztägigen Ausflug bietet sich eine Kajaktour am Hoa-Binh-See an, dessen ruhige Wasserfläche von bewaldeten Hügeln umgeben ist. Sie möchten noch weiter hinaus? Dann fahren Sie bis zum Naturreservat Pu Luong. Eine Wanderung durch den Wald verspricht ein echtes Abenteuer.
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4. Kaufen Sie lokales Kunsthandwerk
Traditionelle Bräuche weisen Männern und Frauen der Thai unterschiedliche Aufgaben zu. Frauen weben seit jeher Kleidung für die gesamte Familie und fertigen heute auch Textilien für den Verkauf an. Ihre besondere Kunst ist das Weben von Brokatstoffen: farbenprächtigen Seidengeweben mit erhabenen Mustern.
Jeder Arbeitsschritt erfolgt von Hand. Zunächst werden die Kokons der Seidenraupen geerntet und die Seidenfäden abgehaspelt. Anschließend färbt man die Fäden mit natürlichen Farbstoffen, bevor die fertigen Stoffe auf den Märkten angeboten werden. In nahezu jedem Haushalt der Thai finden Sie einen Webstuhl.
Beim Kauf von Brokatstoffen auf dem Markt dürfen – und sollen – Sie durchaus handeln. Bleiben Sie dabei jedoch höflich und fair, denn die Herstellung ist anspruchsvoll, vollständig handgefertigt und sehr zeitaufwendig. Wenn Sie für Ihre Souvenirs einen angemessenen Preis bezahlen, unterstützen Sie die Menschen vor Ort und tragen zum Erhalt ihrer bemerkenswerten Kultur bei.
III. Wie gelangen Sie ins Mai-Chau-Tal?
Für die Anreise stehen Ihnen verschiedene Linienbusse zur Verfügung. Von Hanoi fahren 4 Busse nach Mai Chau; von dort erreichen Sie die Dörfer Lac und Pom Coong nach einem kurzen Spaziergang. Für mehr Unabhängigkeit können Sie auch ein Auto oder Motorrad mieten, sollten dabei jedoch unbedingt das Wetter berücksichtigen. Im Winter und zu Beginn des Frühlings ist es häufig sehr neblig, sodass Fahrten auf eigene Faust mit dem Auto oder Motorrad nicht sicher sind.
IV. Tipps für Ihren Besuch im Mai-Chau-Tal
Aufgrund seiner Höhenlage erlebt Mai Chau kalte Winter und sehr heiße Sommer. Die beste Reisezeit liegt entweder zwischen der zweiten Februarhälfte und Ende Mai oder in den Herbstmonaten von Oktober bis November. Besonders im späten Frühling lohnt sich ein Besuch, wenn überall die Blumen blühen.
Wenn Sie einige zusätzliche Tage einplanen und die Umgebung erkunden möchten, wenden Sie sich am besten an einen örtlichen Reiseleiter. Er wird Ihnen vermutlich das Dorf Mai Hich, den Markt von Pa Co und den Thung-Khe-Pass empfehlen – drei weniger touristische Ziele in der Nähe von Mai Chau.
Manche mögen das Erlebnis in Mai Chau als “zu sehr auf den Tourismus zugeschnitten” bezeichnen, denn die Region empfängt schon seit Langem Besucher. Wenn Sie jedoch eine ruhige Auszeit vom Trubel der Stadt, schöne Rad- und Wanderwege sowie außergewöhnliche kulinarische Erlebnisse suchen, gehört das Mai-Chau-Tal unbedingt auf Ihre Reiseliste. Überzeugen Sie sich selbst von den ursprünglichen Dörfern, grünen Reisfeldern und hohen Berggipfeln im Nordwesten Vietnams.
