Die Keo-Pagode steht an jener Stelle, an der ein bedeutender buddhistischer Geistlicher im 17. Jahrhundert eine Pagode errichten ließ. Hier können Sie zahlreiche traditionelle Rituale, religiöse Zeremonien und kulturelle Darbietungen erleben, die vom Leben der Bewohner im nördlichen Teil des Deltas des Roten Flusses erzählen.
1. Die Legende der Keo-Pagode
Ein Blick zurück in die Geschichte: Der Legende nach erlangte ein bescheidener Fischer im 11. Jahrhundert als buddhistischer Mönch die Erleuchtung. Dadurch konnte er durch die Lüfte fliegen, über das Wasser gehen und Schlangen sowie Tiger zähmen.
Seinen festen Platz in den Geschichtsbüchern des Landes sicherte sich der Heilige Duong Khong Lo (1016-1094), als er König Le Thanh Tong (1066-1127) mithilfe seiner magischen Kräfte von einer schweren Krankheit heilte.
Mehr als 900 Jahre später ehren die Bewohner der Gemeinde Vu Nhat im Bezirk Vu Thu der Provinz Thai Binh den buddhistischen Helden noch immer mit einem Fest, das ebenso geheimnisvoll ist wie die Legende selbst.
2. Was macht die Keo-Pagode so sehenswert?
Die Keo-Pagode zeichnet sich durch ihre einzigartige Architektur und ihre malerische Lage im Delta des Roten Flusses aus. Sie beherbergt zahlreiche historische Kostbarkeiten – von kunstvoll geschnitzten Holzdrachen bis hin zu einer Sammlung von mehr als 100 Statuen.
Die Pagode beherbergt zudem wertvolle Antiquitäten, darunter ein Paar Kerzenständer aus der Mac-Dynastie, Keramiken und Altäre aus der Le-Dynastie sowie kaiserliche Boote. Sie alle sind heute noch so gut erhalten wie zur Zeit der Le-Trung-Hung-Dynastie im 16. Jahrhundert. Das alljährliche Fest findet vom 13. bis zum 15. Tag des neunten Mondmonats statt, 100 Tage nach dem Tod des hochrangigen buddhistischen Geistlichen Duong Khong Lo. Mit religiösen und traditionellen Ritualen und Bräuchen ehrt das Fest den buddhistischen Mönch, der sich große Verdienste um die Bevölkerung und das Land erworben hat. Darüber hinaus erwarten Sie vielfältige traditionelle Kulturveranstaltungen, die Einblicke in die Lebensweise und die landwirtschaftlich geprägte Kultur des Deltas des Roten Flusses geben.
3. Das Fest an der Keo-Pagode
Die sagenumwobene Ausstrahlung der Pagode trägt wesentlich dazu bei, dass jedes Jahr am 13., 14. und 15. Tag des neunten Mondmonats so viele Besucher in das Dorf Vu Nhat kommen. Üblicherweise besuchen sie die Gemeinde, um in der Keo-Pagode zu Ehren des buddhistischen Mönchs zu beten.
Wie viele andere Feste und Veranstaltungen in Vietnam beginnt auch das Keo-Pagodenfest mit einer Sänftenprozession, die an den Todestag Khong Los erinnert. Tagsüber folgen ein Bootsrennen und ein Rezitationswettbewerb.
Nach Einbruch der Dunkelheit stehen Musik sowie ein Trompeten- und Trommelwettbewerb auf dem Programm. Während das Licht aus dem Hauptheiligtum die Vorbereitungen für die Prozession des nächsten Tages erhellt, dauern die Gebete bis Mitternacht an.
Am 14. Tag des neunten Mondmonats wird der Geburtstag des Mönchs Khong Lo gefeiert. Am Morgen folgt auf das Weihrauchopfer die feierliche Prozession.
An der Spitze zieht ein Wagen, der von zwei Paaren weißer und rosafarbener Holzpferde gezogen wird. Ihn begleiten 8 Fahnenträger und 42 Männer mit “bat but luu bo”, einer traditionellen vietnamesischen Waffe.
Vier Personen in Gewändern aus schwarzer Gaze und weißen Hosen tragen einen Drachen. Er erinnert an Khong Los Bootsfahrt in die Hauptstadt des Königreichs, wo er König Ly Nhan Tong behandelte.
Vier weitere Personen in der gleichen Kleidung tragen ein kleines vergoldetes Boot auf einem Gestell, das Khong Los frühere Lebenszeit als Fischer versinnbildlicht. Am Nachmittag erweist das Ritual “mua ech vo” – der Froschfangtanz – im Gia-Roi-Schrein den Göttern seine Ehrerbietung, während Buddha Weihrauch dargebracht wird.
Am folgenden Tag wird das Fest mit weiteren Darbietungen und traditionellen Spielen fortgesetzt, darunter Entenfangen, ein Reiskochwettbewerb und ein Wettbewerb im Werfen von Feuerwerkskörpern.
Die wohl interessanteste Darbietung, die besonders viele Besucher anzieht, ist jedoch der Rudertanz an Land. Dabei stehen 12 prächtig gekleidete Personen in zwei parallelen Reihen, als säßen sie gemeinsam in einem Boot.
Während eine Person eine kleine Trommel schlägt und eine andere einen hölzernen Fisch hält, “rudern” die 12 Mitwirkenden, beugen dabei rhythmisch die Beine und stoßen Rufe aus. Mit dieser Darbietung endet zugleich das dreitägige Keo-Pagodenfest.
4. Anreise zur Keo-Pagode
Von Hanoi gelangen Sie mit dem Bus nach Thai Binh. Die beiden Orte liegen 130 km auseinander, sodass die Fahrt nach Thai Binh etwa 3 Stunden dauert. Von dort nehmen Sie einen weiteren Bus oder ein Taxi zur Keo-Pagode.
5. Die beste Reisezeit für die Keo-Pagode
Die beste Zeit für einen Besuch der Keo-Pagode ist zwischen dem 13. und 15. Tag des neunten Mondmonats. Dann feiert die Bevölkerung ein traditionelles Fest, das 100 Tage nach dem Tod des buddhistischen Geistlichen stattfindet. Entsprechend viele Menschen kommen zu dieser Zeit hierher, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen.
Die Keo-Pagode in der Provinz Thai Binh verdient einen festen Platz unter den bekanntesten Reisezielen der Region. Diese faszinierende historische Stätte sollten Sie sich bei einem Besuch der Provinz keinesfalls entgehen lassen.
