Die Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode (auch Vien-Quang-Pagode genannt) ist ein bedeutender religiöser Treffpunkt in Can Tho. In ihrer 70-jährigen Geschichte hat sich die Pagode zu einem ehrwürdigen Ort entwickelt, der für die Khmer-Gemeinschaft von großem spirituellem Wert ist.
Ihre Architektur verbindet auf harmonische Weise traditionelle Khmer-Baukunst, moderne Angkor-Elemente und innovative Gestaltungsformen der südlichen Khmer. Heute gilt die Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode als eine der prächtigsten und schönsten Pagoden im Mekong-Delta und ist zugleich ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher von Can Tho.
Öffnungszeiten: 7:00 AM - 9:00 PM (Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, Sonntag)
7:30 AM - 8:30 PM (Mittwoch und Samstag)
Inhalt
I. Geschichte der Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode
Die Pagode wurde 1948 vom ehrwürdigen Mönch Son Tay errichtet, der üblicherweise “Ta Tu” genannt wurde. Die 645 Quadratmeter große Anlage entstand, um den Buddhisten in Can Tho einen Ort zum Studium und zur Ausübung ihres Glaubens zu bieten. Ursprünglich war sie im Stil des südlichen Buddhismus schlicht mit einem Blätterdach und Holzpfeilern erbaut.
Die Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode ist auch als Hintere Pagode bekannt. Zur damaligen Zeit stand an der Hauptstraße der Colonel-DESSERT-Allee, der heutigen Hoa-Binh-Allee, eine weitere Pagode namens “Muni-Rangsay-Pagode”, die als Vordere Pagode bezeichnet wurde.
Während der beiden erbitterten Kriege gegen die französische Kolonialherrschaft und die US-amerikanischen Streitkräfte bot die Pagode Hunderten jungen Menschen Zuflucht. Zudem versammelten sich hier patriotische Mönche, um politische Aktionen gegen die Regierung in Saigon zu organisieren.
Seit 1975 ist die Pagode ein wichtiges religiöses Zentrum für zahlreiche buddhistische Khmer. Darüber hinaus bietet sie benachteiligten Khmer-Studierenden, die in Can Tho studieren, eine kostenlose Unterkunft. 2008 wurde die Anlage vollständig restauriert und 2012 in ihrer neuen Gestalt wiedereröffnet.
II. Architektur und Aufbau der Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode
Wie viele andere Khmer-Pagoden im Süden umfasst die Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode eine Haupthalle, eine Sala, ein Mönchshaus, eine Küche und weitere Gebäude. Die nach Osten ausgerichtete Haupthalle besteht aus einem Erdgeschoss und 3 Obergeschossen.
1. Das Dach
Das Dach ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Pagode. Hier ist es in 3 Ebenen gegliedert, von denen jede wiederum 3 unterschiedlich gestaltete Abschnitte besitzt. Auf dem Dachfirst erscheinen geschwungene, spitz zulaufende Darstellungen der göttlichen Naga-Schlange, während die Mitte von einem kleinen, spitzen Turm geschmückt wird. Sämtliche Ornamente sind sorgfältig geschnitzt und zeugen vom handwerklichen Können und ästhetischen Empfinden der Khmer.
2. Das Erdgeschoss
Das Erdgeschoss ist von hohen, massiven Mauern umgeben. Schon bei Ihrer Ankunft fällt das gelb gestrichene, mit grünem Marmor verzierte Tor ins Auge. Am Eingang sehen Sie außerdem ein großes Schild, auf dem der Name der Pagode auf Khmer und Vietnamesisch geschrieben steht.
Im Inneren erwartet Sie am Fuß der Treppe zur Haupthalle eine Statue des Buddha Shakyamuni. Sie steht unter einem Baum in einem Glaskasten und bildet einen markanten Blickfang auf dem weitläufigen Gelände.
Das Erdgeschoss dient als Parkplatz. Dahinter befinden sich mehrere Räume, darunter ein Empfangsraum, ein Versammlungsraum, ein Speisesaal und ein Ruheraum. Links und rechts des Parkplatzes verlaufen zudem 2 Sala-Korridore.
3. Der erste Stock
Ähnlich wie bei der Muni-Rangsay-Pagode liegt die Haupthalle etwa 1 m über dem Boden. Wenn Sie die Treppe zum Innenraum hinaufsteigen, entdecken Sie zu beiden Seiten der Geländer kunstvoll gestaltete Naga-Schlangen.
Im ersten Stock der Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode werden zahlreiche Statuen des Buddha Shakyamuni verehrt. Die 2 größten sind 4–5 m hoch: Eine besteht aus Bronze, die andere aus Ton. An den Wänden erzählen zahlreiche Gemälde aus dem Leben Buddhas. Außerdem finden Sie hier ein Bücherregal mit religiösen Schriften in Khmer-Sprache.
Dieser Bereich wird häufig für bedeutende Zeremonien der Khmer genutzt, darunter Chol Chnam Thmay, die Mondverehrung, das Erntedankfest und Donta.
4. Der zweite Stock
Auch der zweite Stock dient als Heiligtum und ist mit Statuen des Buddha Shakyamuni sowie zahlreichen Darstellungen aus seinem Leben geschmückt. Eine Besonderheit ist die umfangreiche Sammlung traditioneller Musikinstrumente der Khmer. Bei Ihrem Besuch können Sie hölzerne Trommeln, Kesseltrommeln und Xylofone betrachten, die in einer Ecke des Schreins ausgestellt sind.
5. Der dritte Stock
Während der erste und zweite Stock als Nebenhallen gelten, dient der dritte Stock als Haupthalle, in der wichtige Zeremonien der Mönche stattfinden. Besonders häufig werden hier Sadi- und Khathina-Zeremonien, Ordinationen, Meditationen, Trauerfeiern und Blumenopfer abgehalten.
Im Zentrum des Raumes sehen Sie eine große goldene Buddha-Statue, hinter der sich eine farbenprächtig bemalte Figur befindet. An der gegenüberliegenden Wand sind die beiden Patriarchen der Pagode dargestellt. Wenn Sie mehr über diese verehrten Vorfahren erfahren möchten, können Sie sich an die Mönche wenden.
6. Die Terrasse
Die Terrasse mit ihren Balkonen gliedert sich in mehrere Bereiche, in denen Buddha-Statuen ausgestellt sind. Bei einem Rundgang können Sie die vielen farbenfrohen Figuren aus der Nähe betrachten. Eine Szene stellt Buddhas Geburt mit 7 Schritten und 7 Lotusblüten dar. Eine weitere zeigt Buddha, wie er unter dem Bodhi-Baum predigt. In einem anderen Bereich entdecken Sie eine liegende Statue des Buddha Shakyamuni.
III. Was gibt es in der Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode zu sehen und zu erleben?
1. Entdecken Sie die kunstvolle Architektur
Mit ihrer außergewöhnlichen Architektur und ihren kunstvollen Reliefs zieht die Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode sofort alle Blicke auf sich. Jedes ihrer 3 Stockwerke besitzt 12 Holzfenster, die mit fein geschnitzten Darstellungen volkstümlicher Legenden verziert sind. Jedes Relief erzählt eine eigene Geschichte, etwa eine buddhistische Überlieferung oder eine Episode aus dem Rienke-Epos. Darüber hinaus begegnen Ihnen eindrucksvolle Darstellungen des Gottes Hanuman, der Göttin Teppanom und des Wahren Samadhi-Feuers.
Auch die zahlreichen dekorativen Muster der Pagode lohnen einen genaueren Blick. Besonders bemerkenswert sind der stilisierte Angkor-Drache an der Vorderseite der Haupthalle sowie die Kombination aus Angkor-Drachenkopf, der Fee Kaynor und dem heiligen Vogel Krud, die gemeinsam die Bodenbalken und das Dach zu tragen scheinen. Versäumen Sie zudem nicht die 16 Bilder, die Buddhas Leben von seiner Geburt bis zum Eintritt ins Nirwana darstellen.
2. Lernen Sie die Kultur der Khmer kennen
Wenn Sie sich für Kultur interessieren, lohnt sich ein Besuch der Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode besonders zu wichtigen Festen wie Ooc Om Boc, Chol Chnam Thmay oder Dolta. Dann können Sie die festliche Atmosphäre hautnah erleben und traditionelle Darbietungen wie kambodschanische Volkstänze oder den Chja-Dam-Tanz sehen.
IV. Wie gelangen Sie zur Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode?
Die Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode befindet sich im Herzen von Can Tho am Ufer des Xang-Thoi-Sees, etwa 1 km vom Ninh-Kieu-Kai entfernt. Vom Markt An Cu aus ist die Pagode leicht zu finden.
Wenn Sie bereits viele Pagoden im typisch vietnamesischen Stil kennen, eröffnet Ihnen die Pitu-Khosa-Rangsay-Pagode in Can Tho eine ganz andere Perspektive. Sind Sie bereit für neue Eindrücke? Dann nehmen Sie dieses prachtvolle Heiligtum unbedingt in Ihren Reiseplan auf.
