Der 41.862 ha große Nationalpark Kap Ca Mau liegt in der Gemeinde Dat Mui im Bezirk Ngoc Hien der Provinz Ca Mau, knapp 400 km von Ho-Chi-Minh-Stadt entfernt.
Höhepunkte des Nationalparks Kap Ca Mau
Ursprünglich war der Nationalpark Kap Ca Mau von natürlichen Mangrovenwäldern bedeckt, von denen jedoch während des Zweiten Indochinakriegs ein Großteil zerstört wurde. Die meisten Aquakulturteiche wurden inzwischen aufgegeben; auf diesen Flächen breiten sich heute wieder ausgedehnte Mangrovenwälder aus.
Auch auf den weitläufigen Schlickflächen siedeln sich auf natürliche Weise Mangroven an. Durch Sedimentablagerungen wächst die Küstenlinie an manchen Stellen kontinuierlich um bis zu 50 m pro Jahr.
Wert der biologischen Vielfalt
Der Park umfasst überwiegend überflutete Gebiete mit einer vielfältigen Pflanzenwelt, die vor allem aus Mangroven und Mam-Bäumen (Avicennia, Schwarze Mangrove) besteht. Dieses natürliche Ökosystem salzhaltiger Sumpfwälder besitzt einen hohen Wert für Artenvielfalt, Landschaft, Umwelt, Kultur und Geschichte.
Bei Mui Ca Mau sind noch einige kleine Bestände alter Rhizophora-apiculata-Mangroven erhalten. Vermutlich bedeckte dieser Vegetationstyp einst einen Großteil des Gebiets. Zahlreiche alte Baumstümpfe gefällter, großer Rhizophora-apiculata-Bäume zeugen jedoch von der früheren Übernutzung. Trotz des beeinträchtigten Lebensraums stehen hier noch einige große, über 10 Jahre alte Bäume. Im Nationalpark gibt es außerdem weitläufige Rhizophora-apiculata-Pflanzungen mit einer Dichte von einem bis sechs Bäumen pro Quadratmeter. Jedes Jahr dehnt sich die überflutete Vegetation am westlichen Strand des Parks fast 100 m weiter ins Meer aus und schafft so ideale Bedingungen für die Fortpflanzung und Entwicklung von Garnelen, Fischen und Weichtieren.
Der Park besitzt eine artenreiche Tierwelt mit 13 Tierarten aus 9 Familien, darunter 2 Arten, die in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) geführt werden: der Langschwanzmakak und der ca khu (Trachypithecus cristatus).
Der Park gilt außerdem als bedeutender Rast- und Lebensraum für zahlreiche Zug- und Wasservögel. Hier kommen 74 Vogelarten aus 23 Familien vor, darunter 5 Arten, die in der Roten Liste der IUCN geführt werden: Schwarzschnabelstorch, Graufußpelikan, Buntstorch, Sichelstrandläufer und Schwarzkopfibis.
Die Mangrovenwälder von Mui Ca Mau schützen die Küste auf natürliche Weise. Daher spielt der Küstenschutz bei der bisherigen Verwaltung des Gebiets eine besonders wichtige Rolle. Darüber hinaus bietet der Nationalpark großes Potenzial für Erholung, Ökotourismus, Umweltbildung und wissenschaftliche Forschung. Gegenwärtig besuchen noch vergleichsweise wenige Menschen den Nationalpark, doch dürfte ihre Zahl in Zukunft steigen.
