Das Khai-Dinh-Grabmal, offiziell als Ứng-Mausoleum bekannt, liegt am Berg Chau Chu, etwa 10 km von der vietnamesischen Stadt Hue entfernt. Es ist das kleinste, zugleich jedoch kostspieligste und jüngste der Grabmäler der Nguyen-Kaiser. Errichtet wurde es von Kaiser Khai Dinh, dem 12. Kaiser der Nguyễn-Dynastie, zwischen 1920 und 1931. Die Fertigstellung des am Hang gelegenen Grabmals dauerte 11 Jahre. Seine Architektur verbindet östliche und westliche Stilrichtungen. Das Khai-Dinh-Grabmal zählt zu den besonders sehenswerten Attraktionen in Hue.
Öffnungszeiten: 7:30–17:00 Uhr
Eintritt: ~ $4 pro Person
Baubeginn und Fertigstellung: 1920–1931
Stil: Buddhismus, Hinduismus, Gotik und römische Architektur
1. Geschichte des Khai-Dinh-Grabmals
Khai Dinh war von 1916 bis 1925 der vorletzte Kaiser Vietnams. Wegen seiner engen Zusammenarbeit mit der französischen Regierung war er in der vietnamesischen Bevölkerung jedoch wenig beliebt und galt weithin als Marionette der Franzosen.
Wie einige andere vietnamesische Kaiser ließ auch Khai Dinh sein Grabmal bereits zu Lebzeiten sorgfältig planen. Die Anlage wurde stark vom französischen Architekturstil geprägt; das orientalische Mausoleum veranschaulicht diesen europäischen Einfluss besonders deutlich. Um den Bau finanzieren zu können, ließ der Kaiser die landesweiten Steuern auf 30 % erhöhen. Vollendet wurde das Grabmal 1931 unter Bao Dai, dem Nachfolger Khai Dinhs.
2. Die beste Reisezeit für das Khai-Dinh-Grabmal
Das Khai-Dinh-Grabmal kann das ganze Jahr über besichtigt werden. An wichtigen Feiertagen wie dem Nationalfeiertag am 2. September und dem ersten Tag des Mondneujahrs ist der Eintritt sogar kostenlos.
3. Architektur des Khai-Dinh-Grabmals
Das Grabmal ist eine rechteckige Anlage, die sich in der ländlichen Umgebung von Hue an den Berg Chau Chu schmiegt.
Aus modernen Materialien wie Schiefer, Beton und Schmiedeeisen erbaut, wirkt das Grabmal überwiegend grau und imposant.
An den Seitenwänden im Inneren befinden sich die größten Drachenskulpturen Vietnams.
Ein Großteil der imposanten Außenanlage ist mit verwittertem, dunkel verfärbtem Beton verkleidet, der eine unerwartet gotische Atmosphäre schafft. Das Innere bildet dazu einen eindrucksvollen Kontrast: Hier entfalten sich farbenprächtige Keramikmosaike.
Beim Betreten des Ehrenhofs sehen Sie zahlreiche steinerne Mandarine als Ehrenwache, deren Gestaltung europäische und vietnamesische Merkmale vereint. Nach weiteren 3 Treppenabsätzen erreichen Sie den bemerkenswertesten Teil des Grabmals: den Thien-Dinh-Palast. Das prachtvolle Hauptgebäude ist an Decken und Wänden mit Darstellungen der vier Jahreszeiten, der acht kostbaren Gegenstände und der acht Unsterblichen geschmückt.
Unter dem wuchtigen, goldgesprenkelten Betondach steht eine vergoldete Bronzestatue von König Khai Dinh, dem Homosexualität nachgesagt wurde, obwohl er einen Erben hatte. Die sterblichen Überreste des Königs wurden etwa 18 Meter unterhalb der Statue beigesetzt.
Unter den geschickten Händen der Kunsthandwerker verwandelten sich die harten, für sich nüchtern wirkenden Materialien in lebendige, anmutige und prachtvolle Kunstwerke.
Die gesamte Ausstattung des Thien-Dinh-Palastes spiegelt nicht nur kulturelle und künstlerische Werte wider, sondern auch die Vorstellungen des Königs von Herrschaft und Staatsordnung. Neben Schmuckelementen aus konfuzianischen Schriften und dem höfischen Leben finden sich auch taoistische Motive. Besonders auffällig sind Hunderte aus grünem Glas gefertigte Swastiken, die hier als Symbole Buddhas erscheinen.
Der Künstler Phan Van Tanh war maßgeblich für die Meisterwerke im Khai-Dinh-Mausoleum verantwortlich. Von ihm stammen auch drei der größten Wandgemälde Vietnams: “Cửu Long ẩn vân” (Neun Drachen in vorüberziehenden Wolken), die die Decken der drei mittleren Räume des Thien-Dinh-Palastes schmücken.
4. Wie gelangen Sie zum Khai-Dinh-Grabmal?
Das Khai-Dinh-Grabmal liegt 10 km vom Stadtzentrum von Hue entfernt. Anders als das Minh-Mang-Grabmal und das Tu-Duc-Grabmal, die mit dem Boot erreichbar sind, liegt es etwas abseits des Flusses. Daher empfiehlt sich die Anreise auf dem Landweg. Eine Bootsfahrt ist dennoch möglich, dauert jedoch etwa 45 Minuten.
Wenn Sie wenig Zeit haben, erreichen Sie das Khai-Dinh-Mausoleum am schnellsten mit dem Taxi oder Motorradtaxi.
