Die Kaiserliche Zitadelle von Hue: Höhepunkt der alten Hauptstadt Vietnams

Die Kaiserliche Zitadelle von Hue: Höhepunkt der alten Hauptstadt Vietnams

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 11. August 2020

Ein Besuch der Kaiserlichen Zitadelle zählt zweifellos zu den Höhepunkten jeder Reise nach Hue. Ihre bewegte Geschichte, die beeindruckende Architektur und die weitläufige Anlage machen sie zu einer Sehenswürdigkeit, die Sie nicht verpassen sollten. Hue ist ohnehin reich an einzigartigen kulturellen und historischen Schätzen – die Kaiserliche Zitadelle verleiht der Stadt noch mehr Faszination. Dieses historische Zentrum liegt innerhalb der Zitadelle von Hue und lässt sich am besten an einem ganzen Tag erkunden. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte für Ihren Besuch.

Lage: nördlich des Parfümflusses, Hue, Thua Thien-Hue.
Öffnungszeiten: 8:00–17:30 Uhr
Eintritt: VND 150.000/Erwachsener, VND 30.000/Kinder

1. Geschichte der Kaiserlichen Zitadelle

Bei einem Besuch der Kaiserlichen Zitadelle werden Sie überrascht sein, wie gut die fast 200 Jahre alte Anlage erhalten ist. Ihre Errichtung dauerte 27 Jahre, von 1805 bis 1832, und erstreckte sich über die Regierungszeiten von 2 Kaisern: Gia Long und Minh Mang.

Geschichte der Kaiserlichen Zitadelle von Hue
Quelle: urrbanistnetwork.com

Es ist keineswegs übertrieben, die Anlage als eines der gewaltigsten Bauwerke Vietnams aus der frühen Neuzeit zu bezeichnen. Tausende Arbeiter waren an ihrer Errichtung beteiligt, und Millionen Kubikmeter Gestein wurden verbaut. Zu den Arbeiten gehörten das Ausheben von Gräben, das Zuschütten von Flussarmen, Umsiedlungen, das Verlegen von Gräbern und der Bau der Mauern.

Kaiser Gia Long wählte den Standort der Kaiserlichen Zitadelle selbst aus. Nach seiner Thronbesteigung suchte er einen geeigneten Ort für den Bau seines Palastes und entschied sich für ein weitläufiges Gelände am Nordufer des Huong-Flusses, der auch als Parfümfluss bekannt ist. Hier befindet sich heute die Kaiserstadt. Die Kaiserliche Zitadelle wurde hinter dem 100 Meter hohen Berg Ngu Binh angelegt. Mit seinem flachen Gipfel und seiner harmonischen Form bildet er einen natürlichen Schutzwall für die Zitadelle. Zu beiden Seiten liegen die Anhöhen Hen und Da Vien. Hen steht für den Grünen Drachen, Da Vien für den Weißen Tiger. Beide gelten als Sinnbilder der kaiserlichen Macht.

2. Aufbau der Kaiserlichen Zitadelle

Aufbau der Kaiserlichen Zitadelle

Als Erstes fällt die gewaltige Mauer der Kaiserlichen Zitadelle ins Auge. Sie erstreckt sich über 10 Kilometer, ist 6.6 Meter hoch und 21 Meter stark. Unter Kaiser Gia Long wurde sie zunächst aus Erde errichtet und gegen Ende seiner Regierungszeit durch eine Ziegelmauer ersetzt.

Die Mauer ist von einem Grabensystem umgeben, das der Verteidigung diente. Sie können die Anlage durch eines ihrer 10 Tore betreten, darunter Chinh Dong, Chinh Nam, Chinh Tay, Chinh Bac, Tay Bac, Tay Nam, The Nhon, Quang Duc und Dong Nam. Die Kaiserliche Zitadelle umfasst die Kaiserstadt und die Verbotene Purpurstadt.

Die Kaiserstadt spielte eine wichtige Rolle beim Schutz der bedeutendsten Bereiche der Anlage. Sie besitzt 4 Tore, von denen Ngo Mon, das sogenannte Mittagstor, den Haupteingang bildet. Nicht nur dieser Teil, sondern die gesamte Palastanlage wurde streng entlang einer Symmetrieachse errichtet, wobei die dem Kaiser vorbehaltenen Gebäude im Zentrum lagen. Auch die übrigen Bauten der Kaiserstadt folgten festen Regeln: Gebäude für Männer befanden sich auf der linken, jene für Frauen auf der rechten Seite. Zugleich wurden alle Bauwerke harmonisch in die Natur eingebettet und von Gärten, Seen, schattenspendenden Bäumen und Steinbrücken umgeben. Für die Errichtung kamen ausschließlich hochwertige Materialien zum Einsatz. Die farbenprächtigen Bodenfliesen etwa wurden in Bat Trang gefertigt, dem berühmtesten Töpferdorf Vietnams.

Die Verbotene Purpurstadt war einst der Privatbereich des Kaisers und der kaiserlichen Familie. Auf Vietnamesisch heißt sie Tu Cam Thanh. Der Name verweist darauf, dass gewöhnliche Bewohner diesen Ort nicht frei betreten durften. Die Anlage gliedert sich in zahlreiche Bereiche und umfasste bis zu 50 Bauwerke unterschiedlicher Größe. Im Inneren der Verbotenen Purpurstadt befand sich der Can-Chanh-Palast, in dem der Kaiser seinen Amtsgeschäften nachging. Davor lag Noi Dinh, wo der Kaiser speiste und verschiedenen Freizeitbeschäftigungen nachging. Er wohnte im Can-Thanh-Palast, zu dem ein Innenhof und ein schöner See gehörten. Die Gemahlinnen des Kaisers lebten im Khon-Thai-Palast.

3. Was gibt es in der Kaiserlichen Zitadelle zu sehen?

Sehenswürdigkeiten in der Kaiserlichen Zitadelle

In der Kaiserlichen Zitadelle erwarten Sie zahlreiche gut erhaltene Relikte, die einen Teil der vietnamesischen Geschichte lebendig werden lassen. Doch welche davon sollten Sie keinesfalls verpassen?

  • Ngo Mon (Mittagstor): Das Tor liegt im Süden und ist das größte der 4 Haupttore der Zitadelle von Hue. Ngo Mon gilt als architektonisches Meisterwerk und als eines der bedeutendsten erhaltenen Beispiele der Baukunst der Nguyen-Dynastie. Obwohl seine Gestaltung gewisse Ähnlichkeiten mit dem chinesischen Ngo-Mon-Tor aufweist, trägt es unverkennbar vietnamesische Züge.
  • Thai-Hoa-Palast: Er gilt als eines der wichtigsten Bauwerke der Kaiserstadt von Hue. Thai Hoa steht für die vollkommene Harmonie zwischen Yin und Yang sowie zwischen Mensch und Natur. Der Palast ist ein charakteristisches Beispiel kaiserlicher Architektur und mit Lackarbeiten, Vergoldungen und Bronzeobjekten ausgestattet. Drachen und Wolken prägen als wichtigste Schmuckmotive die Gestaltung. Auch der Thron der Kaiser der Nguyen-Dynastie ist hier ausgestellt.
  • Hien-Lam-Pavillon: Der unter Kaiser Minh Mang errichtete Pavillon dient als Gedenkstätte für die Kaiser der Nguyen-Dynastie und verdienstvolle Mandarine. Die 3-stöckige Holzkonstruktion ist sowohl künstlerisch als auch handwerklich von großem Wert. Dem außergewöhnlichen Können der Zimmerleute ist es zu verdanken, dass der Pavillon seit nahezu 2 Jahrhunderten erhalten geblieben ist.

4. Praktische Reisetipps

  • Wenn Sie sich in Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt aufhalten, erreichen Sie Hue am bequemsten mit dem Flugzeug. Dennoch empfehlen wir Ihnen die Anreise mit dem Zug: Eine Fahrt im Nachtzug gehört zu den besonderen Reiseerlebnissen in Vietnam.
  • Hue bietet zahlreiche Unterkünfte für jedes Reisebudget – von preiswerten Gästehäusern bis hin zu luxuriösen Hotels. Besonders empfehlenswert ist die Umgebung des Parfümflusses, wo Sie die Atmosphäre von Hue besonders intensiv erleben können.
  • Wenn Sie im Laufe des Tages Tempel oder Pagoden besuchen möchten, achten Sie bitte auf angemessene Kleidung. Shorts, die oberhalb des Knies enden, und kurze Kleider gelten dort als unhöflich.

Die Kaiserliche Zitadelle wird zweifellos zu den Höhepunkten Ihrer Reise nach Hue gehören. Lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen, diesen außergewöhnlichen Ort zu besuchen. Wenn Sie Fragen zur Anlage haben, kontaktieren Sie uns gerne.

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