Die Doi-Pagode der Khmer im Mekong-Delta

Die Doi-Pagode der Khmer im Mekong-Delta

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 21. September 2020

Unter den 600 Theravada-Pagoden der Khmer im vietnamesischen Mekong-Delta gilt die Doi-Pagode, auf Englisch Bat Pagoda genannt, als eine der schönsten. Besonders eindrucksvoll ist ihre charakteristische Khmer-Architektur.

Überblick über die Doi-Pagode

Vor der Doi-Pagode

Die im 16. Jahrhundert in der südlichen Provinz Soc Trang erbaute Doi-Pagode ist zugleich ein Museum für Kultur und Kunst der Khmer. Ihre Pagodentore, die Haupthalle und die Unterkünfte der Mönche machen diesen Charakter deutlich sichtbar. Auf Khmer heißt die Pagode Seray Tocho Mahatup. Ihren heutigen Namen Doi-Pagode, zu Deutsch Fledermauspagode, verdankt sie den Tausenden Fledermäusen, die hier leben.

Architektur der Doi-Pagode

Entdecken Sie die besondere Architektur der Doi-Pagode!

Die Pagode ist ein eindrucksvolles Beispiel für die einzigartige Baukunst der Khmer und mit kunstvoll eingravierten Lotusblattmotiven geschmückt. Sie liegt inmitten eines 3 ha großen Obstgartens. Schon bei der Ankunft spüren Sie die friedliche, entspannte Atmosphäre, denn die gesamte Anlage fügt sich harmonisch in ihre natürliche Umgebung ein.

Das leuchtende, glänzende Gelb, das nahezu die gesamte Pagode bedeckt, hinterlässt bereits am Eingang einen bleibenden Eindruck.

Architektur der Doi-Pagode im Mekong-Delta

Die vier Ecken des Pagodendachs sind mit Naga-Schlangen verziert, während sich in der Mitte ein hoher Turm erhebt. Entlang des Korridors rund um die Haupthalle tragen Statuen von Kemnar-Jungfrauen die Säulen. Ihre auf Brusthöhe erhobenen Hände heißen alle Besucher willkommen. Die Wände der Doi-Pagode sind zudem aufwendig mit 28 Gemälden geschmückt, die das Leben Buddhas von seiner Geburt bis zu seinem Tod darstellen. In der Halle thront eine Buddha-Statue hoch über dem Raum auf einem Lotusthron. Im Glauben der Khmer ist die Haupthalle der wichtigste Ort einer Pagode und ausschließlich der Verehrung Buddhas vorbehalten. Rund um die Haupthalle befinden sich Stupas mit Reliquien von Mönchen sowie deren Wohnhäuser. Als bedeutendes Zeugnis der Architektur und Traditionen der Khmer ist die Doi-Pagode heute ein wichtiger Treffpunkt für religiöse Zeremonien und Feste sowie für kulturelle Darbietungen.

Besonders faszinierend ist die Geschichte der Tausenden Fledermäuse, die im Garten der Doi-Pagode zwischen uralten Bäumen und jüngeren Obstbäumen leben. Einheimische erzählen, dass die Tiere trotz ihres Schlafplatzes in den Obstbäumen niemals die Früchte auf dem Pagodengelände fressen. Erst bei Einbruch der Dunkelheit verlassen sie ihre Quartiere, um anderswo nach Nahrung zu suchen.

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