Die Halong-Bucht, eine UNESCO-Welterbestätte in der vietnamesischen Provinz Quang Ninh, umfasst rund 1,600 Inseln und Inselchen und ist zugleich für ihre zahlreichen einzigartigen Höhlen bekannt. Bei dieser Vielfalt fällt die Wahl nicht leicht. Deshalb stellen wir Ihnen 8 der berühmtesten und eindrucksvollsten Höhlen und Grotten der Halong-Bucht vor, die Sie bei einer Vietnamreise mindestens einmal besuchen sollten.
Inhalt
1. Sung-Sot-Höhle (Überraschungshöhle) – die größte Höhle der Halong-Bucht

Die auf der Insel Bo Hon gelegene Sung-Sot-Höhle ist die größte und eine der schönsten Höhlen der Halong-Bucht. In ihrer Umgebung ragen zahlreiche Felsinseln in ungewöhnlichen, unverwechselbaren Formen aus dem Wasser.
Wenn Sie die Höhle betreten, wirkt sie zunächst überraschend klein. Doch sobald Sie den schmalen Felsspalt passiert haben, öffnet sich vor Ihnen ein gewaltiger Hohlraum. Die Höhle erstreckt sich über eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern und beeindruckt Besucher mit ihren majestätischen Formationen und ihrer unerwarteten Weite. Daher stammt vermutlich auch der Name “Sung Sot”, der so viel wie “Überraschung” bedeutet.
Die Höhle gliedert sich in 2 Hauptbereiche. Der erste erinnert an einen riesigen Theatersaal, dessen Decke von eindrucksvollen Stalaktiten geschmückt wird. Dahinter öffnet sich ein weiterer, ganz eigener Raum. Die zahlreichen Stalaktiten und Stalagmiten wirken dort wie ein seidiger “Samtteppich”.
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2. Thien-Cung-Höhle – ein Geschenk der Natur an die Halong-Bucht

Nur 4 km vom Hafen entfernt erwartet Sie mit der Thien-Cung-Höhle eine der faszinierendsten und sagenumwobensten Höhlen der Region. Ihr verschlungener Weg führt durch einen einzigartigen “Himmelspalast”.
Der Höhleneingang liegt 27 Meter über dem Meeresspiegel und ist über 90 felsige Stufen erreichbar. Bekannt ist die Höhle für ihre komplexe Struktur, die hohen Decken und zahlreichen Durchgänge. Ihre drei großen Kammern präsentieren eindrucksvolle Stalaktiten und Stalagmiten in unterschiedlichsten Größen und ungewöhnlichen Formen – darunter Fische, Vögel und himmlische Jungfrauen.
Berühmt ist die Thien-Cung-Höhle auch für die Legende eines alten Drachenkönigs. Nachdem er Eindringlinge besiegt hatte, verzichtete er auf eine Belohnung und kehrte in seine Höhle zurück. Später heiratete der Drachenprinz eine junge Frau namens May. Ihre Hochzeit fand in der Höhle statt, begleitet von zahlreichen Drachen, riesigen Adlern und mächtigen Pythons. Beim Rundgang können Sie Darstellungen dieser sagenhaften Szene in den Felswänden und Steinen entdecken.
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3. Dunkle und Helle Höhle (Hang Sáng Tối) – ein magisches Werk der Natur

Wenn Sie eine weniger besuchte Höhle suchen, sind Sie hier genau richtig. Die Dunkle und Helle Höhle liegt nahe der Grenze zur Lan-Ha-Bucht und nur etwa 1 km von der Sung-Sot-Höhle entfernt. Sie ist ausschließlich mit einem Ruderboot oder Kajak erreichbar.
An Schönheit steht sie den anderen Höhlen der Halong-Bucht in nichts nach. Zugleich beherbergt ihr Ökosystem eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Schon am Eingang wachsen Feigenbäume und Orchideen. Dahinter gedeihen mächtige Bäume und duftende Blumen, während im Wasser unter anderem Krabben, Garnelen und Korallen zu finden sind.
Wie ihr Name verrät, besteht die Anlage aus zwei Teilen: der Dunklen und der Hellen Höhle. Die weitläufige Dunkle Höhle wird nur von wenig Licht erhellt, was ihr eine geheimnisvolle Atmosphäre verleiht. In der Hellen Höhle dagegen fällt das Sonnenlicht vom Eingang bis zum Ende ein und macht sie zu einer der schönsten Höhlen der Halong-Bucht.
Rund um die Dunkle und Helle Höhle erwarten Sie zahlreiche Aktivitäten auf und im Wasser. Sie können am Strand entspannen und baden, beim Schwimmen und Schnorcheln die Unterwasserwelt entdecken oder die Landschaft mit dem Kajak erkunden. Besonders lohnend für Natur- und Kajakfreunde ist die Fahrt durch die Helle Höhle: Dahinter öffnet sich ein wunderschönes Tal, das von eindrucksvollen Bergketten umgeben ist.
4. Trinh-Nu-Grotte (Hang Trinh Nữ) – ein Symbol der Liebe

Die Trinh-Nu-Grotte liegt in der Inselgruppe Bo Hon, nur etwa 15 km vom Strand Bai Chay entfernt. Einige Fischer suchen hier Schutz, doch vor allem gilt die Grotte als Symbol wahrer Liebe und als romantischer Ort für junge Paare.
Der Legende nach lebte einst die schöne Tochter eines Fischers. Ihre Familie war so arm, dass sie im Dienst des wohlhabenden Verwalters des Fischereigebiets stand. Dieser verlangte, dass die Familie ihm die Tochter als Konkubine überließ. Doch das Mädchen weigerte sich, da es bereits einen Geliebten hatte. Aus Zorn verbannte der Verwalter sie auf eine einsame Insel. Dort wartete sie vergeblich auf ihren Geliebten, bis sie vor Hunger und Erschöpfung starb und zu Stein wurde. Noch heute erkennen Sie in der Höhle die Gestalt eines liegenden Mädchens mit langem Haar, dessen Blick zum Festland gerichtet ist.
Die Trinh-Nu-Grotte besteht aus drei Kammern: Eine erinnert mit ihrer flachen Decke an ein Haus, eine weitere ist 8 Meter lang und 5 Meter breit, und die dritte ist durch eine schmale Öffnung mit ihr verbunden. Im Inneren formen zahlreiche Stalagmiten und Stalaktiten eindrucksvolle Bilder, die wie kunstvolle Reliefs an den Wänden erscheinen.
5. Dau-Go-Höhle (Höhle der Holzpfähle) – die Höhle der Wunder

Aufgrund ihres gewaltigen Volumens und ihrer beeindruckenden Ausmaße gehört die Dau-Go-Höhle (Hang Đầu Gỗ) zu den bekanntesten Höhlen der Halong-Bucht. Französische Besucher, die sie als Erste erkundeten, nannten sie “Grotte des Marveilles” – die “Höhle der Wunder”. Ihre außergewöhnliche Schönheit sollten Sie mit eigenen Augen gesehen haben.
Für den Namen der Höhle gibt es verschiedene Erklärungen. Die bekannteste besagt, dass sich vor langer Zeit Fischer vor der Dau-Go-Höhle versammelten, um ihre Boote zu reparieren. Dabei blieben zahlreiche Holzstücke zurück. Aus diesem Ereignis soll der Name Dau Go – “Holzpfähle” – entstanden sein.
Mit ihren zahlreichen Felssäulen sowie kleinen und hoch aufragenden Stalagmiten strahlt die Dau-Go-Höhle eine uralte, ursprüngliche und beinahe vollkommene Ruhe aus. Auch ihre vielfältige Tier- und Pflanzenwelt unterscheidet sie von anderen Höhlen. Die Höhle gliedert sich in 3 Kammern. In der ersten entdecken Sie verschiedenfarbige Stalaktiten, deren Formen an Löwen, Schildkröten und Pythons erinnern. Die zweite Kammer gleicht einer Landschaft aus Felsinseln, während die letzte von eindrucksvollen, riesigen Steinsäulen geprägt ist.
6. Me-Cung-Höhle (Labyrinthhöhle) – ein Labyrinth der Schönheit

Wegen ihrer außergewöhnlichen historischen, kulturellen und natürlichen Bedeutung zählt die Me-Cung-Höhle (Hang Mê Cung) zu den faszinierendsten Sehenswürdigkeiten der Halong-Bucht.
Die Höhle gleicht einem lebendigen “Museum”, in dem zahlreiche archäologische Zeugnisse bewahrt werden. Geschichtsinteressierte erfahren hier mehr über die etwa 7000 bis 10000 Jahre alte Prä-Halong-Kultur. Bei Ihrer Erkundung können Sie versteinerte Knochen von Süßwassertieren sehen und sogar berühren, die in den Höhlenwänden erhalten geblieben sind. Zudem erhalten Sie Einblicke in die Behausungen und Lebensgrundlagen der prähistorischen Menschen.
Um die Höhle im Inneren des Berges zu erkunden, steigen Besucher über steinerne Stufen hinauf. Zu den Höhepunkten der Me-Cung-Höhle gehören gewaltige Felssäulen, die über Tausende von Jahren durch das Wachstum von Stalaktiten und Stalagmiten entstanden sind. Funkelnde, spiralförmige Gesteinsformationen vermitteln zudem das Gefühl, den Palast eines alten Königs zu betreten.
7. Luon-Höhle (Hang Luồn) – ein Paradies eindrucksvoller Naturlandschaften

Die Luon-Höhle liegt 14 km südlich des Strandes Bai Chay und nur 1 km von der Sung-Sot-Höhle entfernt. Sie ist ein lohnendes Ziel für eine Erkundungstour durch die Halong-Bucht.
Vor der Höhle liegen die Schildkröteninsel und die Himmelstore, wo steile Felsen aus klarem Wasser ragen. Hinter der Schildkröteninsel wird das blaue Wasser zunehmend ruhiger – dort befindet sich die Luon-Höhle. Ihr Eingang ähnelt einem runden steinernen Bogen, hinter dem sich eine blaue Lagune öffnet. Schroffe Klippen, blühende Orchideen, schattenspendende alte Bäume und üppige Vegetation umgeben das Wasser. Unter der ruhigen blauen Oberfläche verbirgt sich eine vielfältige Unterwasserwelt mit Garnelen, Krabben, Tintenfischen und weiteren Meeresbewohnern.
Besonders bekannt ist die Luon-Höhle für ihre außergewöhnlichen Stalaktiten. Beim Eintauchen in diese Landschaft fühlen Sie sich beinahe in ein Paradies aus funkelnden, eindrucksvollen Tropfsteinformationen versetzt. Kreuzfahrtschiffe dürfen jedoch nicht in die Höhle einfahren, sondern ankern in der Nähe des Eingangs.
Sie können die Höhle daher mit einem Bambusboot oder Kajak erkunden. Den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt dabei die Naturkulisse: Wasserfarben, üppige Pflanzen und markante Bergkonturen verschmelzen zu einer Landschaft zwischen Himmel und Erde. Es lohnt sich, für die Erkundung dieses Ortes 1 Tag einzuplanen.
8. Tien-Ong-Höhle – eine besondere Ergänzung für Ihren Reiseverlauf

Die etwa 5 bis 7 km von der Insel Cat Ba entfernte Tien-Ong-Höhle ist eine interessante Ergänzung für Ihren Reiseverlauf durch die Halong-Bucht. Sie beherbergt ein System aus jahrtausendealten Stalaktiten und Stalagmiten und gilt als eine der frühen Siedlungsstätten der vietnamesischen Bevölkerung.
Die Tien-Ong-Höhle, von den Franzosen auch Grotte du Veau genannt, umfasst eine Fläche von fast 1000 Quadratmetern. Eine hohe, naturbelassene Steinsäule teilt sie in 2 Kammern. Während viele Höhlen der Halong-Bucht einen schmalen Eingang besitzen und sich erst im Inneren weiten, ist es hier genau umgekehrt: Ein großer, 50 m breiter und 14 m hoher Eingang mit einem kurzen Durchgang führt in einen gewaltigen Innenraum von etwa 1000 Quadratmetern. Dort können Sie eine Tropfsteinformation bewundern, die einem alten Mann mit sanftem Gesicht, langem Haar und Bart ähnelt. Die Einheimischen sehen in ihm einen wundertätigen “Feenpaten” – daher stammt der Name “Tien Ong”.
Neben ihrer natürlichen Schönheit birgt die Höhle auch Spuren prähistorischen Lebens, darunter Gehäuse von Berg- und Süßwasserschnecken sowie einfache Werkzeuge aus Stein und Knochen. Archäologen zufolge wählten die damaligen Bewohner die Höhle als Zufluchtsort, weil ihr Eingang nach Südosten weist und Schutz vor kalten Winden bietet.
Damit ist die Höhle ein lohnendes Ziel, um eindrucksvolle Naturformationen zu bewundern und zugleich mehr über Geschichte, Kultur und geologische Prozesse zu erfahren.
Nehmen Sie sich Zeit, diese faszinierenden Höhlen zu erkunden, die einst den Vorfahren der Vietnamesen als Wohn- und Zufluchtsorte dienten. Bei einem Besuch können Sie mehr über die Geschichte Vietnams erfahren und die beeindruckenden Schöpfungen der Natur aus nächster Nähe bewundern.
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