Museum für Cham-Skulpturen in Da Nang

Museum für Cham-Skulpturen in Da Nang

Museum für Cham-Skulptur in Da Nang

Rachel Tran Rachel Tran | Aktualisiert am 6. Oktober 2020

Das Cham-Museum in Da Nang beherbergt die weltweit größte Sammlung von Skulpturen und Kunstwerken der Cham. Schon beim Betreten umfängt Sie die besondere Atmosphäre dieses Ortes – geprägt von Stille, Geschichte und Erinnerungen.

Adresse: Nr. 02, Straße 2 Tháng 9, Stadtteil Binh Hien, Bezirk Hai Chau, Da Nang, Vietnam
Öffnungszeiten: 7 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags

Das Cham-Museum liegt in einer ruhigen Gegend von Da Nang und wurde 1915 nach Motiven der traditionellen Cham-Architektur errichtet. Ursprünglich trug es den Namen Henry-Parmentier-Museum. Die offizielle Bezeichnung lautet Museum für Champa-Skulptur. Das Königreich Champa, in chinesischen Quellen auch Lin-yi genannt, beherrschte etwa von 192 bis 1697 weite Teile des heutigen Süd- und Zentralvietnams. Ende des 15. Jahrhunderts begann sein Niedergang; 1697 wurde es zu einem vietnamesischen Vasallenstaat und 1832 endgültig aufgelöst. Heute beherbergt das Museum 297 Skulpturen aus Stein und Terrakotta, die zwischen dem 7. und 15. Jahrhundert entstanden. Diese eindrucksvollen Werke sind charakteristische Zeugnisse der Cham-Kultur.

Ein kurzer Überblick über die Geschichte Champas

Außenansicht des Cham-Museums

Chinesischen Chroniken zufolge wurde das Königreich Champa im Jahr 192 n. Chr. gegründet und war unter verschiedenen Namen wie Lin-Yi, Huang-Wang und Chang-Chen bekannt. Sein Herrschaftsgebiet erstreckte sich vom Süden des Ngang-Passes in der Provinz Quang Binh bis zum Delta des Dong-Nai-Flusses in der Provinz Binh Thuan. Es umfasste Küstenebenen ebenso wie Hochland- und Gebirgsregionen.

Unter dem Einfluss der frühen hinduistischen Zivilisation entwickelte sich Champa zu einem Verbund mehrerer kleinerer Staaten, Mandala genannt, in dem verschiedene ethnische Gruppen lebten.

Das bedeutendste Vermächtnis des Königreichs Champa findet sich in Zentralvietnam: Tempel und Türme aus Ziegelstein, die über das Küstentiefland und die Hochlandregionen verstreut liegen. Die Bauwerke entstanden zwischen dem 7. und 8. sowie dem 16. und 17. Jahrhundert. Besonders viele befinden sich in Quang Nam, Da Nang, Binh Dinh, Khanh Hoa, Ninh Thuan und Binh Thuan.

Höhepunkte des Cham-Museums

Skulptur im Cham-Museum

Die weltweit umfangreichste Sammlung von Cham-Kunst …

Das Cham-Museum wurde im Stil der traditionellen Cham-Architektur errichtet und zeichnet sich durch schlichte, feine Linien aus. Es präsentiert eine umfangreiche und vielfältige Sammlung von Champa-Skulpturen aus dem 7. bis 15. Jahrhundert – einer Epoche, in der die Gesellschaft matriarchalisch geprägt war.

Das Museum wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der École Française d’Extrême-Orient ins Leben gerufen. Den Grundstock bildeten Fundstücke aus Zentralvietnam, die zwischen Quang Binh und Binh Dinh zusammengetragen worden waren. Zunächst wurden sie im Le Jardin de Tourane auf einem kleinen Hügel am Han-Fluss ausgestellt. Genau dort befindet sich heute das Museum.

Das Gebäude wurde von den beiden französischen Architekten Delaval und Auclair entworfen, die sich dabei an charakteristischen Gestaltungselementen der Türme und Tempel Champas orientierten.

Heute zeigt das Museum rund 300 Skulpturen aus Sandstein und Terrakotta. Die meisten Exponate sind Meisterwerke der Champa-Kunst; einige gelten als Kunstwerke von Weltrang. Sie stammen aus Cham-Tempeln und -Türmen in ganz Zentralvietnam, insbesondere aus dem Gebiet zwischen Quang Binh und Binh Thuan.

Skulptur im Cham-Museum

Die Skulpturen sind auf 10 Ausstellungsräume verteilt, die nach ihren jeweiligen Fundorten benannt sind.

Nachdem Sie die Exponate in den Innenräumen besichtigt haben, können Sie die Ausstellungen im Außenbereich besuchen. Die Kunst Champas fand ihren stärksten Ausdruck in der Bildhauerei, doch die Skulpturen waren stets Teil der religiösen Architektur. Auch die Tempel und Türme selbst gelten als plastische Kunstwerke. Ihre äußeren Ziegelwände sind mit Flachreliefs, Säulen, Blüten, Blättern und betenden Figuren zwischen Ziegelpfeilern geschmückt. Tympana, Türstürze und verzierte Eckelemente bestehen aus Sandstein und zeigen Göttergestalten, heilige Tiere des Hinduismus sowie florale Motive.

Zu den Exponaten des Museums gehören Altäre, Statuen und dekorative Elemente aus hinduistischen und buddhistischen Tempeln und Türmen. Die Bildhauerkunst Champas umfasst zahlreiche Stilrichtungen. Obwohl sie zu verschiedenen Zeiten von anderen Kulturen beeinflusst wurde, bewahrten die Werke unabhängig von Epoche und Stil stets ihre unverwechselbaren Merkmale.

Bei einem Museumsbesuch können Sie die Entwicklung der Champa-Bildhauerkunst über acht Jahrhunderte hinweg verfolgen – von ihrer Blütezeit bis zu ihrem Niedergang. Jedes Exponat erzählt auf eigene Weise vom Aufstieg und Fall der Champa-Zivilisation. Vor diesen Meisterwerken wird eine der edelsten Ideen der Kunst greifbar: aus dem Endlichen etwas Zeitloses zu erschaffen. Die acht Jahrhunderte Kunstgeschichte im Champa-Museum wirken wie ein reich bebildertes Geschichtsbuch, das die Höhen und Tiefen der Champa-Kunst widerspiegelt. Aus leblosem Stein entstand lebendige Kunst. In diesen kostbaren Werken scheint die Wärme der Hände ihrer Schöpfer noch immer auf der fein bearbeiteten Oberfläche des Steins zu ruhen – unvergänglich.

Die ausgestellten Skulpturen teilen beinahe das wechselvolle Schicksal jener einst glanzvollen Kultur, aus der sie hervorgingen. Trotz der Spuren von Zeit, Krieg und Vergessenheit wurden diese einzigartigen Champa-Werke über Generationen hinweg geborgen und hier zusammengetragen. In dieser sorgfältig geordneten Sammlung erhalten die Schöpfungen der alten Champa-Künstler nun ein neues Leben.

Bei einem Rundgang durch das Museum scheint die glanzvolle Vergangenheit eines Volkes wieder lebendig zu werden, dessen Leidenschaft für die Kunst und schöpferisches Können bereits außerordentlich hoch entwickelt waren. Die geheimnisvolle Welt der Gottheiten, bildhafte Legenden, religiöse Symbole, die geschwungenen Körperlinien der Tänzerinnen, üppige Formen und das Lächeln aus einer längst vergangenen Zeit sind hier lebendig und bis ins kleinste Detail dargestellt.

Obwohl die Kunst Champas von hinduistischen Motiven aus Indien und Südostasien beeinflusst wurde, besitzt sie zahlreiche unverwechselbare Merkmale.

Die Tempel Champas wurden aus Ziegelsteinen errichtet. Daher standen den Künstlern keine langen Wandflächen für Flachreliefs zur Verfügung, auf denen sie hinduistische Epen oder Szenen aus dem Leben Buddhas darstellen konnten, wie dies etwa in Angkor Wat zu sehen ist. Stattdessen fertigten die Cham ihre Skulpturen separat an und fügten sie anschließend in die Tempelarchitektur ein. Diese Steinmetzarbeiten lassen sich in vier Hauptgruppen einteilen: Kultbilder, Sockel, Giebelfelder und Fragmente architektonischer Verzierungen am Sockel oder an anderen Bauteilen des Tempels.

Obwohl Architektur und Bildhauerkunst des alten Champa stark von der indischen Zivilisation beeinflusst waren, entwickelten die Cham ihre ganz eigene Sicht auf Leben und Religion. Daraus entstand eine subtile, unverwechselbare Schönheit: spirituell und zugleich nahbar, einzigartig und dennoch vertraut …

Museum für Cham-Skulptur in Da Nang

Wissenswertes über das Cham-Museum

  • Das erste Gebäude des Cham-Museums wurde 1919 eröffnet.
  • Den Grundstein für die Sammlung legten französische Archäologen und Fachleute der École Française d’Extrême-Orient (EFEO).
  • Im Museum gibt es ein Geschäft, in dem Sie Nachbildungen ausgewählter Kunstwerke finden.
  • Dort können Sie außerdem englischsprachige Museumsführer erwerben.
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